Hier bitte die letzten 8 Stellen Ihrer Mitgliedsnummer eingeben.

Newsbereich wählen:  

Fahrrad-Monitor 2015 zeigt Stagnation bei Radförderung

Datum: 10. Februar 2016  //  Kategorie: Verkehr und Recht

Mehr Gelder für den Radverkehr (Foto: ADFC/J. Lehmkühler)
Mit dem "Fahrrad-Monitor" prüft das Bundesverkehrsministerium die Umsetzung der Ziele des Nationalen Radverkehrsplans. Die aktuellen Ergebnisse und Entwicklungen sind ernüchternd. Der ADFC kritisiert fehlende Impulse des Bundes.
    

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Es ist zum Verzweifeln. Die Menschen wollen Fahrradfahren, sie kaufen immer mehr und immer teurere Räder, Fahrradfahren gehört zum neuen, modernen Lebensstil. Aber die Politik tut zu wenig dafür.“

Er nennt Paris, London, Wien, Madrid, Ljubljana, Odense als Beispiele für Metropolen, die massiv auf Fahrradförderung setzen, um Klimaprobleme in den Griff zu bekommen und Innenstädte vom Autoverkehr zu entlasten. In Deutschland, so Stork, fehlen mutige Impulse: „Hier und da ein paar Markierungen auf die Fahrbahn zu pinseln, ist Symbolpolitik, aber keine Fahrradförderung!“

Beliebtheit, Nutzung und Spaß gehen leicht zurück
Im „Fahrrad-Monitor 2015“ fällt die Beliebtheit des Fahrrads im Vergleich zu 2011 von „gut“ auf „befriedigend“. Zudem fahren 38 Prozent der Menschen selten bis nie, 2011 waren es 34 Prozent. „Radfahren macht in meiner Gemeinde Spaß“ finden nur 56 Prozent der Befragten (2011: 65 %).

Dobrint verfehlt Ziele des Nationalen Radverkehrsplans
Für den ADFC ist klar: Steuert die Regierung jetzt nicht massiv dagegen, verfehlt sie ihre ohnehin nicht besonders hochgestecken Ziele im Nationalen Radverkehrsplan. Besonders problematisch ist für den ADFC, dass sich fast die Hälfte aller Befragten beim Radfahren nicht sicher fühlt (48 %). Die Gründe: zu wenig Radwege (67 %) und zu viel Verkehr (67 %).

Der ADFC fordert: ein ambitioniertes Bundesprogramm zur Förderung von Radschnellwegen als Mittel zur Stauvermeidung, Planungshilfen für Kommunen – und ein klares Bekenntnis des Bundesverkehrsministers zum Fahrrad als Lösung für viele Verkehrsprobleme.

Info: www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2016/017-barthle-fahrradmonitor-2015.html

Hintergrundinfo:
Das Bundesverkehrsministerium misst im „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ der Förderung des Radverkehrs als Teil eines modernen Verkehrssystems einen hohen Stellenwert bei. Ein bundesweiter Radverkehrsanteil von 15 Prozent wird als Ziel formuliert. Offiziell liegt er in Deutschland bei etwa zehn Prozent, zum Vergleich: in den Niederlanden und Dänemark bei über 30 Prozent.


© 2016 - Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)