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ADFC kritisiert Kaufprämien für Elektroautos

Datum: 27. April 2016  //  Kategorie: ADFC-Magazin Radwelt

Radfahrer im Straßenverkehr_umzingelt von Autos

Mit bis zu 4.000 Euro will die Bundesregierung den Kauf von Elektroautos fördern. 1,2 Milliarden Euro sollen dafür bereit gestellt werden. Der ADFC kritisiert die staatlichen, auch aus Steuergeldern bereitgestellten Subventionen für den Kauf von privaten Elektroautos als fatales verkehrspolitisches Signal. Der Verband fordert Ausgleichszahlungen für Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr.

Ein Konzept mit Rückwärtsgang, das nicht dabei hilft, die aktuellen und zukünftigen Verkehrsprobleme zu lösen. ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Die Bundesregierung schlägt den Städten und den Bürgern vor den Kopf. Alle wissen, dass unsere Verkehrsprobleme nicht durch mehr Autos gelöst werden, sondern durch weniger! Mehr Fußverkehr, mehr Fahrrad, mehr öffentlicher Verkehr – und mehr geteilte Fahrzeuge, das sind Antworten auf die Probleme unserer Zeit. Eine Kaufprämie für Privatautos ist ein rückwärtsgewandtes Konzept, daran ändert auch das große ‚E‘ nichts!“

Die autozentrierte Verkehrspolitik in Deutschland hat dazu geführt , dass die Hälfte aller Autofahrten kürzer als fünf Kilometer ist – eine Distanz, die optimal und in Städten oft auch schneller mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann. Studien zeigen, dass 51 Prozent aller motorisierten Transporte in europäischen Städten auf Lastenräder verlagert werden könnten. Stork: „4.000 Euro Kaufprämie für E-Lastenräder – das wäre ein innovatives verkehrspolitisches Signal!“

Staugefahr: Personenverkehr wächst weiter zweistellig
38 Stunden stand jeder Autofahrer 2015 im Stau – in Stuttgart sogar 73. Lahmliegender Verkehr kostet die Volkswirtschaften schon jetzt Milliarden. Nach aktuellen Verkehrsprognosen werden der Personenverkehr bis 2030 um 13 Prozent und der Güterverkehr um 38 Prozent zunehmen.

Es wird Zeit, dass die Bundesregierung sich klar macht, dass der Verkehr in Zukunft nur rollen wird, wenn Autofahrten massiv durch Fahrten mit alternativen Verkehrsmitteln ersetzt werden. Hier lohnt es sich, zu investieren.

Foto: ADFC/Gerhard Westrich


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