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Ride of Silence

Datum: 16. Mai 2017  //  Kategorie: Verkehr und Recht

Verkehrsgerichtstag 2017 Abbiegendes Auto

In vielen deutschen Städten erinnern am 17.05.2017 Fahrrad-Aktivisten mit einem „Ride of Silence“ an getötete Radfahrer. Die Idee zu diesen stillen Gedenkfahrten kommt aus den USA und ist mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung geworden. Der ADFC nutzt diesen Anlass, um mehr Sicherheit für den Radverkehr zu fordern.

Die Verkehrssicherheit von Radfahrern hat sich in den vergangenen Jahren, anders als die Sicherheit von Autoinsassen, nicht verbessert. Jedes Jahr sterben zwischen 350 und 400 Radfahrer auf deutschen Straßen – das bedeutet, dass im Durchschnitt jeden Tag ein Radfahrer in Deutschland stirbt. Alle sieben Minuten wird ein Kind, eine Frau oder ein Mann auf dem Rad verletzt. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer. Im vergangenen Jahr gingen die Unfallzahlen sogar leicht nach oben.

„Wir wollen, dass die „Vision Zero“ – also Null Verkehrstote auf deutschen Straßen – im Straßenverkehrsrecht verankert wird. Unausgesprochenes Ziel der Straßenverkehrsordnung ist bisher, den Autoverkehr möglichst ungehindert fließen zu lassen. Davon müssen wir weg. Oberste Prämisse muss es sein, Menschen vor Gefahren zu schützen“, sagt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Häufigste Situation: Abbiege-Unfälle
Häufigste und gefährlichste Unfallkonstellation ist die Kollision mit einem abbiegenden Pkw oder Lkw – wobei dem geradeausfahrenden Radfahrer die Vorfahrt genommen wird. Unfälle werden aber auch von Radfahrern selbst verursacht, beispielsweise wenn sie auf dem Gehweg fahren obwohl der nicht für den Radverkehr freigegeben ist oder wenn sie entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung auf Radwegen unterwegs sind.

„Der Radverkehr wird weiter zunehmen, das ist politisch so gewollt. Damit sich die Unfallrisiken nicht weiter verschärfen, muss dringend gegengesteuert werden. Weil die Gefahren im Verkehrssystem schwerpunktmäßig von den Kraftfahrzeugen ausgehen, müssen Schutzmaßnahmen in erster Linie beim Gefahrenverursacher ansetzen – durch Verkehrsberuhigung, fehlerverzeihende Infrastruktur und intelligente Fahrassistenzsysteme“, so Stork.

Die Forderungen des ADFC im Überblick

1. „Vision Zero“ in die Straßenverkehrsordnung

2. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts

3. Fahrrad-Infrastruktur dem gestiegenen Bedarf anpassen

4. Geschützte Radverkehrsinfrastruktur für Hauptstraßen (durch Poller / Betonelemente geschützte Radfahrstreifen an stark befahrenen Straßen, durch Betoninseln geschützte Kreuzungen)

5. Intelligente Ampelschaltungen (z. B. Vorrang-Grün für geradeausfahrende Radfahrer vor rechtsabbiegenden Kfz)

6. Sichtbehinderungen zwischen Kfz- und Radverkehr vor Kreuzungen und Einmündungen beseitigen

7. Verpflichtende LKW-Abbiegeassistenten

8. Kontrollen von Schulterblick und Überholabstand

9. Mehr Kontrollen und stärkere Sanktionierung von zugeparkten Radwegen

10. Mehr Regelakzeptanz – von allen!

Ride of Silence in Deutschland
Der Ride of Silence findet weltweit seit 14 Jahren jeweils am dritten Mittwoch im Mai statt. 2017 beteiligen sich Köln, Dresden, Frankfurt am Main und weitere deutsche Städte mit einer stillen Gedenkfahrt. Eine Übersicht über alle Städte und weitere Infos gibt es auf www.rideofsilence.org/locations-international.php?i=Germany#Germany.

Foto: ADFC/Jens Schütte


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