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Kosten-Nutzen-Analyse: Auto vs. Rad

Datum: 09. Mai 2018  //  Kategorie: Verkehr und Recht

Fahrradfahren_in_der_Stadt (c) ADFC_Gerhard Westrich

Dass sich mehr Radverkehr nicht nur aus ökologischen Gründen lohnt, zeigte Prof. Dr. Stefan Gössling von der Universität Lund auf dem Vivavelo-Kongress Mitte April 2018 in Berlin. In einer volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse verglich er Auto und Fahrrad in Deutschland und kam zu spannenden Ergebnissen.

Der Vergleich zeigte, dass das Fahrrad einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen von 30 Cent pro Kilometer hat. Während Autofahrer 20 Cent Kosten pro Kilometer erzeugen, die derzeit nicht durch Steuern und Abgaben gedeckt sind. Bei etwa 20.000 Personenkilometer pro Jahr und Auto erzeugt jedes einzelne Auto so 4.000 Euro Kosten für die Gesellschaft.

Für den Vergleich wurden Parameter und Faktorkosten wie Klimawandel, Luftverschmutzung, Lärm, Ressourcennutzung und Lebensqualität miteinbezogen. Er lässt allerdings keine Aussagen über sekundäre Effekte der Verkehrsmittel zu, also z. B. ob ein Autofahrer durch seine Tätigkeit stärker zur wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt als ein Radfahrer oder umgekehrt.

Laut Gössling werden Kosten-Nutzen Berechnungen nicht konsequent genutzt, um gesellschaftliche Kosten verschiedener Verkehrsträger zu erheben und zu vergleichen. Dadurch wird das Auto subventioniert, während der gesellschaftlich gewinnbringende Radverkehr nicht angemessen durch Investitionen gefördert wird. Deshalb empfiehlt er die Radverkehrsinvestitionen deutlich aufzustocken und schlägt vor, das Fahrrad proportional zum Auto zu fördern.

Grundlage seiner Arbeit ist eine renommierte Kopenhagener Studie, die bereits 2009 die gesellschaftlichen Kosten und den Nutzen von Rad und Auto verglichen hatte.

Die Präsentation von Prof. Dr. Gössling gibt es auf www.vivavelo.org/fileadmin/inhalte/user_upload/Goessling_CBA_Auto-Fahrrad_0418.pdf.


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