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EU-Kommission will elektronische Lkw-Abbiegeassistenten

Datum: 18. Mai 2018  //  Kategorie: Verkehr und Recht

Abbiegeunfälle (c) ADFC_Jens Lehmkühler

Erfolg für die Verkehrssicherheit: Elektronische Abbiegeassistenten für Lkw und Busse sollen zukünftig europaweit für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sorgen. Das steht in dem Entwurf für die neue „General Safety Regulation“, der gestern von der EU-Kommission vorgestellt wurde. Auch eine bessere Sicht aus Fahrerkabinen und Notbremssysteme für neue Pkw stehen auf der Verkehrssicherheitsagenda der EU. Der ADFC fordert nun die schnelle verpflichtende Einführung von elektronischen Lkw-Abbiegeassistenzsystemen.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Allein in Deutschland sterben pro Jahr 30 bis 40 Menschen durch abbiegende Laster, über 600 Radunfälle mit abbiegenden Lkw gibt es pro Jahr. Wir schätzen, dass sich durch elektronische Lkw-Abbiegeassistenten 60 Prozent der schweren Unfälle verhindern lassen. Damit kommen wir der Vision Zero ein gutes Stück näher. Allerdings können wir nicht noch einmal zehn Jahre warten. Nun muss der Verkehrsminister im EU-Rat dafür sorgen, dass die Pflicht zum Einbau auch jetzt tatsächlich kommt - und in Deutschland so schnell wie möglich umgesetzt wird!“ Die Verordnung muss noch vom EU-Parlament und Europarat abgesegnet werden. Zudem werden neue Vorschriften häufig mit Übergangsfristen versehen.

Zahl der durch abbiegende Lkw getötete Radfahrer steigt
Die Zahl der durch abbiegende Lkw getöteten Radfahrer steigt seit einigen Jahren stetig an. Allein in den ersten Monaten dieses Jahres wurden 15 Radfahrende durch Lkw getötet. Anfang Mai schlug der ADFC Alarm und forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, Verantwortung zu übernehmen und sich bei der EU-Kommission für die verpflichtende Einführung von Lkw-Abbiegeassistenten einzusetzen. In früheren Entwürfen der „General Safety Regulation“ waren sie noch nicht vorgesehen. Weitere Forderungen des ADFC sind die Einrichtung einer Task Force des Bundesverkehrsministers zum besseren Schutz von Radfahrern, die schnelle Entwicklung serienreifer Fahrassistenzsysteme für alle Lkw-Hersteller, die finanzielle Förderung ihrer Nachrüstung sowie getrennte Ampelphasen für Rad- und Kfz-Verkehr.

UPDATE 08.06.2018: Der Bundesrat hat heute mit einer Entschließung die Bundesregierung dazu aufgefordert, sich auf europäischer Ebene dafür einzusetzen, Abbiegeassistenten und deren Nachrüstungen für alle Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen verpflichtend vorzuschreiben.

Im Mai startete eine Petition, mit der Bundesverkehrsminister aufgefordert wird, sich für die verpflichtende Einführung von Abbiegeassistenten einzusetzen. Hier geht es zur Petition.

Die Empfehlungen der Unfallforschung der Versicherer zum Lkw-Abbiegeassistenten gibt es bei der UDV.


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