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Die ADFC-Radreiseanalyse 2005

12.06.2009
 

Die ADFC-Radreiseanalyse 2005

Schlechtes Wetter bremst nicht – Fahrradtourismus hat weiter Rückenwind

Die komplette ADFC-Radreiseanalyse im pdf-Format:  ADFC-Radreiseanalyse 2005 (1,1 MB)

  • Fahrradtourismus hat auch im Schlechtwetterjahr 2004 zugelegt: 2,45 Millionen Deutsche (2003: 2,25 Mill.) verbrachten 2004 ihren mehrtägigen Urlaub „mehrheitlich im Fahrradsattel". Das sind 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr. (F.U.R.)

  • In ihrem Urlaub 2004 nutzten 40,7 Prozent (2003: 43,5 Prozent) der Deutschen das Fahrrad als Urlaubsaktivität. 12,0 Prozent (2003: 11,6 Prozent) gaben an, es „häufig" bis „sehr häufig" zu gebrauchen. (F.U.R.)

  • Für einen Kurzurlaub per Fahrrad entschieden sich vergangenes Jahr 1,4 Millionen Deutsche, dies sind 5,9 Prozent aller Kurzurlaube. Für 61 Prozent der Radreisenden war das die wichtigste Kurzreise im Jahr 2004. (F.U.R.)

  • Fahrradurlaub bleibt im Trend: 3,7 Prozent der Deutschen (= 2,4 Millionen; 2003: 3,4 Prozent / 2,2 Millionen) planen in den nächsten drei Jahren „ziemlich sicher" mindestens eine Radreise. Für weitere 3,8 Millionen Deutsche kommt ein Fahrrad-Urlaub generell in Frage. (F.U.R.)

  • Deutschland bleibt für Radler attraktiv: Während durchschnittlich nur knapp ein Drittel der Deutschen den Urlaub im eigenen Land verbringt (30,8 Prozent, F.U.R.) wählten 37 Prozent (2003: 42,6 Prozent) der befragten Radurlauber das Inland, 63 Prozent das Ausland (2003: 69,2 Prozent, F.U.R.). ADFC-Mitglieder wählten Deutschland zu 44,1 Prozent (2003: 46,1 Prozent). (ADFC-R)

  • Fahrradurlaub ist keine Nebensache: 76 Prozent (2003: 78 Prozent; 2002: 71 Prozent) der Radurlaube sind Haupturlaubsreisen. (F.U.R.)

  • Reiseziele 2004: ADFC-Mitglieder radelten im vergangenen Jahr im Inland vor allem an Elbe, Weser und Rhein; im Ausland waren sie an der österreichischen Donau, der Moldau und auf dem Nordseeküstenradweg unterwegs. (ADFC-R)

  • ADFC-Mitglieder wählten den Elberadweg zum beliebtesten Radfernweg in Deutschland. Auf den weiteren Plätzen folgen der Weserradweg, der Donauradweg, das Altmühltal und der Oder-Neiße-Radweg. Zur beliebtesten Radreiseregion in Deutschland wurde wie im Vorjahr Mecklenburg-Vorpommern (vor Franken und Bayern) gewählt. Brandenburg konnte sich auf Platz 4 verbessern; besonders stark aufgeholt hat die Mecklenburgische Seenplatte (Platz 5, vier Ränge aufgestiegen). (ADFC-R)

  • Die beliebtesten Radreiseregionen im Ausland sind die Schweiz, Niederlande, Österreich und die Provence. Aufsteiger sind die Alpen. Die beliebtesten Radfernwege im Ausland sind der Donau-, der Inn-, der Rhein- und der Tauernradweg. (ADFC-R)

  • Als geplante Radreiseziele für 2005 werden vorwiegend der Elberadweg, der Weserradweg, der Ostseeküstenradweg und Mecklenburg-Vorpommern genannt; grenzüberschreitend geht es nach Frankreich, Österreich und in die Schweiz. (ADFC-R)

  • Der Katalog „Deutschland per Rad entdecken" vom ADFC und der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) wird weiterhin stark nachgefragt. Aktuell erschien die fünfte Auflage mit 500.000 Exemplaren (deutsch und englisch) mit 140 Radrouten in Deutschland. In der Sparte „Urlaub in der Natur" verzeichnet der Radauftritt unter www.deutschland-tourismus.de/radfahren mit 70.000 im Monat die höchsten Zugriffszahlen. (DpR)

  • Die Zahl der vom ADFC zertifizierten fahrradfreundlichen Beherbergungsbetriebe „Bett&Bike" haben sich von 216 im Jahr 1995 auf über 4000 Betriebe im März 2005 (2004: 3523; 2003: 3300) gesteigert. Inzwischen finden sich in 2146 Orten Deutschlands Bett und Bike-Betriebe. Damit bleibt „Bett&Bike" die erfolgreichste zielgruppenbezogene Marketingkooperation von Gastbetrieben in Deutschland. (ADFC)

  • Die Vision eines einheitlichen deutschlandweiten Radfernwegenetzes rückt näher: Die ersten D-Netz-Routen sind in Nordrhein-Westfalen, Hessen und am Main bereits ausgeschildert. Es fehlt jedoch noch immer an einer bundesweiten Koordinierungsstelle.

  • Bei der DB AG bleiben die Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme im Fernverkehr tagsüber unzureichend. Die DB-Geschäftsbereiche CityNightLine (CNL) und DBNachtZug erweiterten hingegen ihre Angebote und konnten auch 2004 starke Zuwächse verzeichnen. DBNachtZug beförderte 2004 16.405 Räder (2003: 13.367). CNL verbuchte einen Rekordzuwachs von 66 Prozent: von 10.968 Fahrräder (2003) auf 18.241 (2004). (DB)

  • Radreiseveranstalter verbuchten im Jahr 2004 wiederum zweistellige Zuwächse. Der mit dem ADFC erstellte Katalog „Radreisen 2005" präsentiert 130 Reiseziele von 73 Veranstaltern. Dennoch organisieren über 90 Prozent der Radler ihre Reise selbst. (ADFC)

  • Die Saison 2005 ist bereits gut angelaufen. Messen mit radtouristischen Schwerpunkten in Stuttgart, Bremen, Hamburg und Bonn verzeichneten Rekord-Ausstellerzahlen und große Besucherresonanz. (ADFC)

  • Die Nachfrage aus dem Ausland nach radtouristischen Angeboten nimmt zu. An der Elbe wurde bereits ein Anteil von fünf Prozent ausländischen Gästen registriert. (ELBE)

  • Deutschland wirbt beispielhaft für den Radurlaub. Nach einer internationalen Verbraucheranfrage des ADFC bei 60 Touristeninformationsstellen in Deutschland, Europa und Übersee erhielten Deutschland und Österreich die besten Bewertungen für ihre fahrradtouristische Werbung. Weiter aufgeholt haben die osteuropäischen Länder: Tschechien zum Beispiel wartet mit guten Informationen für Radurlauber auf. (ADFC)

  • An der Saale wurde 2004 ein Spitzenwert von über 280.000 Radlern ermittelt, davon 43.000 Mehrtagestouristen. Bei Ausgaben von 57 Euro pro Tag und fünf Tagen Reisedauer wurden dort zwölf Mio. Euro Umsatz nur durch Mehrtagesradler generiert. (SR)

  • Satellitennavigation hält auch im Radtourismus Einzug. Tourismusregionen wie Mecklenburg, das Münsterland, die Bike-Arena Sauerland und vor allem Schweizer und österreichische Regionen bieten zunehmend auch GPS-gesteuerte Rad- und Mountainbiketouren an. (ADFC)

  • Busreiseveranstalter stellen sich zunehmend auf den Fahrradtourismus ein. Mit speziellen Fahrradanhängern und besonderen Pauschalangeboten konnten auch 2004 zweistellige Zuwachsraten erreicht werden. (ADFC)

  • Im ersten Halbjahr 2004 war der Verkauf von Fahrrädern in Deutschland witterungsbedingt leicht rückgängig: von 3,17 auf knapp unter drei Millionen Einheiten. Der Export deutscher Fahrräder hingegen stieg um 40 Prozent auf 400.000 Einheiten. (ZIV)

  • Die Fahrradbranche behauptet sich an der Börse: Von 28 fahrradbezogenen Unternehmen des weltweiten Marktes lagen Ende 2004 - verglichen mit dem Vorjahr - 17 im Plus und neun im Minus. Die Aktie der Firma Shimano stieg beispielsweise innerhalb eines Jahres um 30,8 Prozent. (RM)

  • Der ADFC ist der größte Radtourenanbieter Deutschlands. Rund 190.000 Teilnehmer haben bei 15.179 vom ADFC organisierten Radtouren insgesamt 277 mal die Erde umrundet. Zusammengenommen sind dies etwa 11,5 Millionen Kilometer. (ADFC)

  • Campingplätze sind bei Radlern beliebt: 2004 wurden in der Oberlausitz bei 23 offiziellen Campingplätzen etwa 47.000 Ankünfte (+ 7.200 zum Vorjahr) und etwa 155.000 Übernachtungen (+ 22.500 zum Vorjahr) registriert. Der Anteil der Radler an den Campinggästen erreichte teilweise 70 - 95 Prozent. (MGO)
  • Quellen: ADFC = Untersuchungen des ADFC-Fachausschusses Fahrradtourismus, ADFC-R = ADFC-Magazin Radwelt, DB = Deutsche Bahn AG, CityNightLine AG, DpR = Projekt „Deutschland per Rad entdecken, ELBE = Tourismusverband Sächsische Schweiz/Projektkoordination Elbe Süd, F.U.R = Exklusivfragen in der Reiseanalyse 2005 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, MGO = Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH, RM = RadMarkt (Branchenmagazin), SR = AG Saale-Radwanderweg, ZIV = Zweirad-Industrie-Verband. e. V.

 

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