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Versicherungsgesellschaft gewährt Bonus für Helmträger

Datum: 03. Februar 2010  //  Kategorie: Verkehr und Recht

Sportlich mit dem Rad unterwegs

Die Versicherungsgesellschaft HDI-Gerling will künftig Helmträger im Falle eines Sportunfalls belohnen. Kann der Versicherungsnehmer bei einem Sportunfall mit Kopfverletzungen nachweisen, dass er einen Helm getragen hat, erbringt der Versicherer eine um zehn Prozent höhere Invaliditätsleistung im Rahmen der Unfallversicherung, so das Versprechen. Dies gelte bei sportlichen Aktivitäten wie zum Beispiel Skifahren, Fahrradfahren, Skaten, Inlinern oder Reiten. Dabei müsse der Versicherungsnehmer nachweisen können, dass der Helm zum Unfallzeitpunkt getragen wurde.

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Kommentar von ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn


Trostpflaster, weil der Helm nicht hilft?

Versicherungsgesellschaften sind bisher eher dadurch aufgefallen, dass sie auch ohne gesetzliches Gebot den Fahrradhelm zur Pflicht erklären. So wollten einzelne Kfz-Haftpflichtversicherer Schadensersatzansprüche kürzen, weil der verunglückte Radfahrer keinen Schutzhelm getragen hatte. Das Angebot von HDI-Gerling in der Sparte Unfallversicherung klingt deshalb erstmal positiv: Eine Belohnung für das Helmtragen auf dem Fahrrad. HDI-Gerling setzt offensichtlich auf einzusparende Versicherungsleistungen, weil der Helm Verletzungen verhindert oder abmildert.

Ob  Fahrradhelme dazu im erhofften Umfang in der Lage sind, bleibt anzuzweifeln. So kommt eine Münsteraner Dissertation zu dem Ergebnis, dass übliche Fahrradhelme nicht hinreichend gegen Unfalleinwirkungen mit mittleren und schweren Schädel-Hirn-Traumata schützen. Bei leichteren Verletzungen, die folgenlos heilen, muss die Unfallversicherung ohnehin nicht leisten.

Das Angebot von HDI-Gerling kommt letzten Endes also nur solchen Radfahrern zugute, denen ihr Helm nicht geholfen hat. Denn Voraussetzung für die Invaliditätsleistung ist, dass "die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit der versicherten Person unfallbedingt dauerhaft beeinträchtigt" ist. Zehn Prozent mehr Geld gibt es also nicht als Belohnung für das Helmtragen, sondern als Trostpflaster, wenn der Schutzhelm nicht geholfen hat.


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