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ADFC gibt Tipps zum Tandemkauf
Gemeinsam auf Radtour gehen ist für viele Familien und Paare Entspannung – doch noch intensiver wird das gemeinsame Erleben auf einem Tandem. Zusammen genießt man die Landschaft, die höheren Geschwindigkeiten und längeren Distanzen: Leistungsunterschiede der Fahrer fallen nicht ins Gewicht – ideal also für Partner mit unterschiedlicher Kondition. Nur die Fahrstile der beiden Fahrer müssen zueinander passen – von der bevorzugten Trittfrequenz bis zur Frage, wie schnell man sich eine Abfahrt hinunterstürzt. Die aktuelle Ausgabe des Mitgliedermagazins Radwelt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gibt Tipps zum Radeln im Doppelpack.
Tandems lassen sich vielfältig einsetzen: Es gibt einfache Tourentandems für den gemütlichen Ausflug, das Reisetandem für hohe Geschwindigkeiten und Gepäcktransport bis zu sportlichen Exemplaren wie Rennrad- oder Mountainbike-Tandems. Einige Spezialtandems eignen sich als Familientaxi – und auch Menschen mit Behinderungen, die alleine nicht Rad fahren können, werden durch ein Tandem mobil. Dazu gibt es Liegeradtandems, Mischformen oder faltbare Vertreter für einen einfachen Transport, denn die Mitnahme eines Tandems kann durch die Länge ein Problem werden.
Das Anfahren, Anhalten und Fahren in Kurven braucht eine gewisse Übung, bis die Fahrer aufeinander eingespielt sind und sich vertrauen. Grenzen gibt es bei der Gepäckmitnahme: Im Vergleich zu zwei Einzelrädern hat ein Tandem nur gut halb soviel Transportkapazität. Für die Reise empfiehlt sich ein stabiler Lowrider zur Verteilung der Last zwischen vorne und hinten. Wer sehr viel mitnehmen muss, weicht besser auf einen Anhänger aus, so der ADFC.
Zwei Personen auf einem Rad – das ist eine Herausforderung für Rahmen und Komponenten. Besonders gefordert ist die Rahmenkonstruktion, hier ist mindestens ein zusätzliches Rahmenrohr erforderlich. Der ADFC rät von Konstruktionen mit tiefer Durchstiegsmöglichkeit hinten und/oder vorne beziehungsweise Konstruktionen ohne zusätzliche Verstrebungen ab – es sei denn, diese sind aus bestimmten Gründen zwingend erforderlich. Der Rahmen muss beiden Fahrern ausreichend Platz bieten. Für den Hintermann kann eine beispielsweise eine Federsattelstütze sinnvoll sein, da er Unebenheiten – auf Grund der eingeschränkten Sicht nach vorne – nicht ausgleichen kann.
Bei den Komponenten sind insbesondere Bremsen und Laufräder gefordert, so der ADFC. Bremsen müssen die doppelte Last zum Stehen bringen, daher verbauen die meisten Hersteller hydraulische Felgen- oder Scheibenbremsen, auch V-Brakes stoppen das Tandemteam. Bei den Laufrädern fangen verstärkte Naben und steife Felgen die Belastungen auf. Auch dem Antrieb wird durch die hohen Kettenkräfte enorm zugesetzt. Gute Mountainbike-Komponenten halten aber in der Regel auch der Doppelbelastung stand. Die hier üblichen 26-Zoll-Laufräder sind stabiler als manche 28-Zoll-Tandem-Spezialität.
Tandems sind nicht billig, da eher qualitativ hochwertige Materialien und Komponenten den hohen Belastungen standhalten können. Ein Tandem kostet in etwa soviel wie zwei gute Trekkingräder. Bei einer gemeinsamen Probefahrt und durch gute Beratung des Fachhändlers lässt sich leicht das richtige Tandem finden. Das Tandem muss zu beiden Fahrern passen, das gilt besonders für die Sitzposition und den Komfort. Viele Händler bieten ihre Vorführmodelle auch zum Verleih über ein Wochenende an. Die dafür fälligen Gebühren verrechnen sie in der Regel bei einem späteren Kauf.
Das ADFC-Magazin Radwelt liefert zahlreiche Tipps, Trends und Infos rund ums Radfahren. Die Radwelt erscheint alle zwei Monate und ist im ADFC-Mitgliedsbeitrag enthalten. Informationen zur Mitgliedschaft gibt es beim ADFC, Postfach 107747, 28077 Bremen, Infoline: 0421/34629-0, E-Mail: kontakt@adfc.de oder im Internet unter www.adfc.de/mitgliedwerden. |