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Versicherungsschutz gilt auf verkehrsgünstigerem Arbeitsweg

Datum: 19. August 2011  //  Kategorie: Verkehr und Recht

Die bundesweite Aktion

Radfahrer, die für den Weg zur Arbeit nicht die Strecke mit der kürzesten Entfernung wählen, sondern einen längeren, verkehrstechnisch günstigeren Streckenverlauf, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das folgt aus einem Urteil des Landessozialgerichts Saarbrücken.

Zunächst ist grundsätzlich nur der kürzeste Weg geschützt; Umwege gefährden den Versicherungsschutz des Arbeitnehmers. Nach dem Unfall eines Mofafahrers auf dem Heimweg entschied das Gericht jedoch: Ist ein eingeschlagener Weg nach und von dem Ort der Tätigkeit insbesondere weniger zeitaufwendig, sicherer, übersichtlicher, besser ausgebaut oder kostengünstiger als der entfernungsmäßig kürzeste Weg, ist auch dieser längere Weg versichert.

Der Zweiradfahrer war auf einer Kreuzung angefahren worden, an der er vom kürzesten Weg abgewichen war. Er konnte den Richtern nachvollziehbar erklären, warum er die kürzere, aber ungünstigere Fahrtstrecke vermeiden wollte.

Noch im Heft 2/2010 schrieb die ADFC-Radwelt, dass nicht gerichtlich geklärt sei, ob für Radfahrer eine längere, aber sicherer oder zügiger zu befahrende Strecke als unmittelbarer Arbeitsweg anerkannt werde. ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn hatte in seinem Beitrag argumentiert: Gibt es vernünftige Gründe dafür, eine bestimmte Route zu wählen, dann ist sie als verkehrsgerecht versichert, auch wenn sie nicht die kürzeste ist. Diese Auffassung hat das oberste Sozialgericht des Saarlands nun bestätigt (LSG Saarbrücken vom 22.06.2011, L 2 U 1/11).


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