Velo-city-Konferenz: Dänische Visionen als Leitmotiv
Datum: 22. Juni 2010 // Kategorie: Verkehr und Recht
Heute öffnet die Velo-city 2010 ihre Tore. Seit 30 Jahren findet die internationale Radverkehrs-Konferenz bereits an wechselnden Orten statt. Doch bei der diesjährigen Auflage der Velo-city im fahrradfreundlichen Kopenhagen bekommt das Treffen von Experten, Verbänden und politischen Entscheidern einen stärkeren „globaleren" Charakter als je zuvor. Aus Kopenhagen berichtet Christoph Rasch.
Die Überraschung zum Auftakt ist die Teilnehmerzahl: 1.050 Anmeldungen verzeichneten die Konferenzmacher am Dienstagmorgen, deutlich mehr, als in den letzten Wochen erwartet – und mehr als bei den Velo-city-Konferenzen der vergangenen Jahre. „Vor allem die Mischung mit Teilnehmern aus Südamerika, den USA und Asien verleiht dieser Konferenz wirklich einen globalen Charakter", so Velo-city-Direktorin Charlotte Christensen zur Radwelt.
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| Bernhard Ensik, ECF-Generalsekretär, vor dem Konferenzzentrum (Foto: ADFC/K. Klama) |
Ähnlich positiv zeigte sich Bernhard Ensink, Generalsekretär des Europäischen Radfahrer-Dachverbandes ECF kurz vor dem Start der Velo-city 2010: „Die Konferenz stärkt die Netzwerke fürs Fahrrad, weltweit und in Europa." Die Mitglieds-Verbände des ECF haben mehr als 150 Delegierte nach Kopenhagen entsandt.
Velo-city-Direktorin Charlotte Christensen und ihr Team sehen die dänische Hauptstadt für den Ansturm der Rad-Experten aus aller Welt gut gerüstet – „alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, und die Zusammenarbeit zwischen uns, dem ECF und der Stadtverwaltung bei der Vorbereitung hat gut funktioniert", so Christensen.
Das allerdings verwundert kaum: „Die Stadt ist für sich genommen ja schon eine einzige, große Velo-city", sagt der stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende Bertram Giebeler, „denn Radfahrer und eine fahrradfreundliche Politik prägen hier ohnehin das Stadtbild." Die Velo-city 2010, berichten deren Organisatoren, wird deshalb sowohl von der Kopenhagener Fahrrad-Community als auch von den dänischen Medien als selbstverständlicher Baustein der Radverkehrs-Politik wahrgenommen – weniger „Velo-Hype", dafür eine entspannte Plattform für sachliche Auseinandersetzungen.
Das Ziel: Dank mehr Radverkehr zur CO2-neutralen Stadt
ADFC-Vorstand Bertram Giebeler erhofft sich von der Konferenz denn auch deutliche inhaltliche Impulse, „die vor allem bei den angereisten Stadtplanern, Beamten und Politikern Anklang finden – so wie das auf Velo-city-Treffen der vergangenen Jahre in München und Brüssel schon gelang."
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| Gute Startbedingungen: In Kopenhagen gehören Radfahrer zum Alltagsverkehr ganz selbstverständlich dazu (Foto: ADFC/K. Klama) |
Der Ort für die diesjährige Velo-city ist ungewöhnlich: Die 42 Aussteller haben ihre Stände in der lichtdurchfluteten Backsteinhalle des ehemaligen Schlachthofs aufgebaut, gelegen mitten in einem quirligen Szeneviertel unweit des Hauptbahnhofs. Neben ECF und Velo-Organisationen aus Dänemark, den Niederlanden und den USA präsentieren sich hier auch der ADFC und das deutsche Bundesverkehrsministerium. Ein modernes Konferenzzentrum gleich neben den Ausstellungshallen beherbergt zahlreiche Vorträge und Diskussionsrunden.
Eröffnet wurde die Velo-city 2010 am Mittag durch Kopenhagens Oberbürgermeister Frank Jensen (siehe Foto oben). Seine politische Vision ist auch so etwas wie das Leitmotiv dieser Konferenz: Eine CO2-neutrale Stadt bis 2025 – dank noch weniger Auto- und mehr Radverkehr. Die anschließenden Veranstaltungen des ersten Konferenztages widmen sich dem Radverkehr in Mega-Städten wie London oder Mexiko-City, dem Trend zum E-Bike sowie erfolgreichen Image-Kampagnen und Praxis-Beispielen – mit dem „ADFC-Radverkehrs-Monitor", einer einzigartigen Studie zur Fahrradstimmung, wird dabei auch ein Beispiel aus Deutschland präsentiert.
Weiterführende Links
» Alle Artikel zur Velo-City Global 2010» Offizielle Website zur Velo-city Global 2010




