(L)ICH(T) und DU(NKEL)
Warum Beleuchtungschecks?
Eine bundesweite ADFC-Initiative will – unterstützt vom Bundesverkehrsministerium – für bessere Beleuchtung an Fahrrädern sorgen. Statt Ermahnung und Bußgeld will der ADFC dabei konkrete Hilfestellung liefern, um beim Radfahrer Bewusstsein für mehr Verantwortung im Verkehr zu wecken: Mit kleinen Reparaturen und fachlichen Ratschlägen, erhöhter Aufmerksamkeit – und versierten Antworten.
Ende November, eine Grundschule in Bremen. Der ADFC-Landesverband prüft die Räder der 4. Klasse auf Herz und Nieren. Auftakt zu einer bundesweiten Kampagne, die für mehr Sicherheit und Sichtbarkeit am Fahrrad sorgen soll. Es folgen weitere Städte, die den offiziellen ADFC-Beleuchtungscheck kostenlos anbieten. Das Projekt erfährt von Anbeginn an viel Aufmerksamkeit – sogar Bremens Bürgermeister ist in die Grundschule gekommen.
Ein paar Tage später spendieren in Aachen ADFC-Nikoläuse Belohnungen für Radler, die korrekt erleuchtet durchs winterliche Dunkel radeln. Auch in Kleinstädten wie Dannenberg in Niedersachsen und Bensheim an der Bergstraße starten erste Beleuchtungschecks – Tipps und Montagehilfe inklusive.
Einige Beispiele für einen gelungenen Start: Doch die ADFC-Beleuchtungskampagne soll nachhaltig wirken, will im Winter wie Sommer Licht ins Dunkel der nächtlichen Radverkehrswege bringen.
Viele Gründe für die eigene Nachlässigkeit
Unzuverlässige Technik? Mangelnde Wartung? Fehlendes Bewusstsein? Die Gründe dafür, ohne funktionierende Fahrrad-Beleuchtung im Dunkeln unterwegs zu sein, können vielfältig sein. Mit seinen Beleuchtungschecks vor Ort will der ADFC Hilfe zur Selbsthilfe geben, über den neuesten Stand der Technik informieren – und dabei helfen, das Rad ins richtige Licht zu setzen.
„Die Beleuchtungschecks mit praktischer Hilfe und konkreter Information kommen bei den Radfahrern gut an", sagt der ADFC-Bundesvorsitzende Karsten Hübener kurz nach dem Auftakt. Manche der Aktionen finden zusammen mit der Polizei, der Verkehrswacht oder örtlichen Fachbetrieben statt. Die ADFC-Beleuchtungsaktion wird finanziell gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Manch einer fragt sich vielleicht: Ist denn eine solche Aktion heute überhaupt nötig? Braucht man hier wirklich noch Aufklärung, angesichts von zuverlässigen Nabendynamos und gleißend hellen Halogenscheinwerfern?
Sanfter Druck manchmal nötig
Infos aus der Radwelt
Auch die Radwelt berichtet regelmäßig über die ADFC-Beleuchtungschecks. Hier können Sie einige der Artikel herunterladen:
„Nicht wenige lassen sich sogar erst durch den Anblick einer Uniform zum Anhalten bewegen", sagt Bernhard Steinhaus, Vorsitzender des Bonner ADFC. Dort hat man schon seit einigen Jahren viel Erfahrung mit öffentlich wirksamen Licht-Aktionen gemacht – und arbeitet schon seit Jahren mit der Polizei zusammen (siehe auch Kasten links).
Immer wieder bezieht Steinhaus zusammen mit der Polizei Stellung an einer Hauptverkehrsader in der Bundesstadt, zuletzt Mitte Januar. Trotz des sanften Drucks der Ordnungshüter steht auch hier die Hilfestellung im Vordergrund, inklusive angebotener Vor-Ort-Reparatur. Werkstatt-Teams der örtlichen Radstation sind mit vor Ort.
„Die meisten Räder lassen sich mit ein paar Handgriffen wieder zum Leuchten bringen", sagt Steinhaus. Von rund 140 Rädern, die der ADFC bei einer Aktion im Bonner Hofgarten zählte, waren 54 ohne funktionstüchtiges Licht unterwegs. In 40 Fällen löste eine neu eingesetzte Glühlampe das Problem.
Nur jeder Zweite fährt mit korrekter Beleuchtung
Wir machen die Probe aufs Exempel: Der Feierabend-Fahrradverkehr auf einem vielbefahrenen Bremer Radweg: Es ist dunkel – und neblig dazu. Sichtweite: Unter fünfzehn Metern. Nur wenige Radler sind da schon von Weitem gut erkennbar, und knapp die Hälfte von ihnen fährt gänzlich ohne Licht. Manch einer stoppt kurz, als er das ADFC-Team am Radweg stehen sieht – um sein Licht erst jetzt einzuschalten.
Auch die Erfahrung in den ADFC-Beleuchtungschecks vor Ort bestätigt den Trend: Jedes zweite Schüler-Fahrrad weist bei der Beleuchtung technische Mängel auf. Auch deswegen sind Kinder und Jugendliche in der dunklen Jahreszeit besonders gefährdet, weiß ein Experte des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) im Interview zu berichten.
Frage und Antwort
„Darum also Beleuchtungschecks!" Und zwar nicht nur im dunklen Winter. Denn funktionierendes Licht am Velo ist auch im Sommer gefragt – beim Ausflug oder auf dem nächtlichen Radweg zum Biergarten. Die ADFC-Beleuchtungschecks sollen deshalb übers ganze Jahr verteilt ihre Wirkung entfalten.
Unsere Beispiele haben schon einige Antworten auf eine scheinbar einfache Frage geliefert. Stöbern Sie weiter auf unseren Seiten, um noch mehr zu erfahren: Über technische, rechtliche und praktische Aspekte des Radelns mit vernünftiger Lichtanlage – oder über Ansatz und Ablauf der ADFC-Beleuchtungschecks. Weitere Beispiele und Antworten finden Sie auf der nächsten Seite.
Und wenn auch Sie eine konkrete Frage haben, die Sie hier beantwortet finden möchten - dann schreiben Sie uns! Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften unter jan.scotland@adfc.de.
Seite 1 von 3 | nächste »


