Verkehrssicherheit
Wie Kinder den Verkehr erleben – und bewältigen
Das verkehrssichere Kind wird es nie geben. Doch Sie können Ihre Kinder stärken und ihnen zeigen, wie sie sich selbstbewusst, eigenständig und sicher in ihrem Umfeld bewegen können.
![]() |
|
| Wer sich im Verkehr sicher fühlt, hat auch auf dem Fahrrad mehr Spaß Foto: Jens Lehmkühler |
„Wenn wir risikokompetente Kinder wollen, gibt es zum Risiko keine Alternative", schreibt Sportpädagoge Rudolf Lensing-Conrady in der Bonner Risikostudie. Die Untersuchung zeigt auf, dass Kinder Erfahrungsräume und Bewegungsanreize brauchen, um die eigenen Möglichkeiten und Grenzen zu erfahren und einschätzen zu können. Die positive Einstellung zu Bewegung und damit verbundenen Bewegungsrisiken schützt vor Verletzungen. Das Erleben kleiner Risiken schützt vor großen Unfällen.
Die Kompetenz von Rad fahrenden Kindern kann durch frühes Üben verbessert werden. Sie wird behindert durch den Transport per Auto, durch Verbote, durch Überbehütung und die Vermeidung eigener Erfahrungen. Anderseits ist es wichtig, die Kinder nicht zu überfordern, sondern sich an den persönlichen und entwicklungsbedingten Möglichkeiten der Kinder zu orientieren. Um im Straßenverkehr gut zurechtzukommen, benötigen Kinder eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Diese werden erst Schritt für Schritt ausgebildet.
Kinder sollten...
...Gefahrensituationen erkennen und voraussehen können.
...wissen, wie sie Gefahren vermeiden können und wie sie sich in riskanten Situationen verhalten sollen.
...Entfernungen und Geschwindigkeiten von Fahrzeugen einschätzen können.
...aufmerksam sein und sich auf die für ihre Sicherheit wichtigen Aspekte des Straßenverkehrs konzentrieren.
...sich durch die vielfältigen Reize unserer Umwelt vom Straßenverkehr nicht ablenken lassen.
...das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer/innen einschätzen und voraussehen können.
...ihren Bewegungsapparat ausreichend beherrschen und koordinieren können.
![]() |
|
| Auch auf dem Roller können Kinder ihre Motorik trainieren und entsprechende, durch Bewegungsmangel verursachte Defizite ausgleichen. Foto: Jens Lehmkühler |
Diese Dinge lernen Kinder, wenn sie dafür vielfältige Übungsmöglichkeiten haben. Ihre Aufgabe als Elternteil ist es, Ihre Kinder genau zu beobachten, um einschätzen zu können, was Sie Ihren Kindern zutrauen können. Da es ein absolut „verkehrssicheres" Kind nicht gibt, ist es umso wichtiger, dass Verkehrsräume so gestaltet werden, dass sich Kinder darin sicher bewegen können. Und: Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen andere Verkehrsteilnehmer/innen immer auf Kinder besondere Rücksicht nehmen.









