Fahrrad und Bahn
Fahrplan-Änderungen für die Fahrradmitnahme
Mit einem so genannten „Fahrplanwechsel" ändern sich auch für Reisende, die ihr eigenes Fahrrad im Zug transportieren wollen, jedes Jahr die Möglichkeiten und Bedingungen: Dort entfällt eine direkte Verbindungen, hier kommt eine neue hinzu, dort gibt es mehr Fahrradstellplätze, dort weniger.
Um mehr Durchblick im sich verändernden Fahrplan-Dschungel zu schaffen und die Entwicklung bei den Reiseverbindungen zu dokumentieren, haben wir die jeweils wichtigsten Neuerungen für Radreisende in unserer untenstehenden Fahrplan-Übersicht „schwarz auf weiß" aufgelistet .
Die Ursache für die vielen Änderungen ist der Tatsache geschuldet, dass die Fahrradmitnahme im Fernverkehr der DB nur in IC-Zügen zugelassen ist. In ICEs dürfen keine Fahrräder mitgenommen werden. Bei verschiedenen Zügen, insbesondere bei denen in Urlaubsgebiete und denen des Wochenendverstärkerverkehrs, kommt es immer wieder zu Umstellungen IC/ICE. Während Reisende ohne Fahrrad das nur am Preis bemerken, ist für Radfahrer die Frage damit verbunden, ob sie überhaupt mitfahren dürfen.
Hinweis: Die nachfolgende Übersicht betrifft Fernverkehrs-Verbindungen mit der Möglichkeit, Stellplätze für Fahrräder verbindlich zu reservieren. Nah- und Regionalzüge werden nicht berücksichtigt. Alle Angaben sind nach bestem Wissen und ohne Gewähr zusammengestellt. Für Vollständigkeit übernimmt der ADFC keine Garantie. Für Hinweise, Anregungen und Ergänzungen schreiben Sie uns unter bahn@adfc.de.
Jahresfahrplan 2011
Nachdem durch die Bauarbeiten zwischen Hannover und Hamburg und der damit verbundenen Einstellung fast aller IC-Verbindungen auf dieser Strecke im August 2010 der absolute Tiefpunkt beim Angebot "Fahrradmitnahme im Fernverkehr" erreicht wurde, gibt es zum Fahrplanwechsel zwar einige weitere Einschränkungen, aber auch viele neue Verbindungen. Ursache sind aber nicht die Einsicht seitens der DB, den Fahrradtouristen ein besseres Angebot bieten zu müssen, sondern technische Probleme bei den Neigetechnik-ICE (ICE-T).
- So werden die über Halle, Leipzig und Dresden verkehrenden IC- und ICE-Linien neu geordnet. Dresden erhält nun wieder Fernverbindungen Richtung Westen - ob allerdings die verloren gegangenen Kunden wieder zurück gewonnen werden können, ist eine andere Frage. Von Dresden fahren einzelne ICs über Leipzig nach
- Magdeburg - Warnemünde,
- 2 x Hannover - Bremen - Oldenburg,
- Erfurt - Fulda - Frankfurt Flughafen,
- Norddeich Mole - Emden - Bremen - Hannover,
- Warnemünde - Magdeburg,
- Düsseldorf - Kassel - Erfurt,
- Frankfurt Flughafen - Fulda - Erfurt.
- Dafür wird die sogenannte Mitte-Deutschland-Verbindung als durchgehende Linie aufgegeben - es verkehren zwischen Erfurt <> Kassel <> Dortmund nur noch ein Zugpaar aus Leipzig / nach Dresden statt bisher fünf, die teilweise durch ICEs ersetzt werden, teilweise ganz wegfallen. Auch zwischen Erfurt und Berlin fallen die fünf ICs weg. Es gibt jetzt nur noch ein Zugpaar, das Frankfurt/Main-Flughafen mit Binz über Fulda <> Erfurt <> Halle <> Berlin verbindet. Außerdem gibt es jetzt ein regelmäßiges IC-Angebot auf der ICE-Linie Leipzig <> Erfurt <> Frankfurt/Main-Flughafen. Dabei ist zu beachten, dass diese Züge nicht in Frankfurt/Main Hbf, sondern in Frankfurt/Main Süd halten.
- Die ICE-Verbindung Berlin <> Nürnberg <> München wird jetzt abwechselnd über Halle oder Leipzig geführt. Neu ist, dass auf dem Leipziger Ast ein IC-Zugpaar eingesetzt wird. In der Pressemitteilung der DB zum Fahrplanwechsel heißt es dazu "Ein IC-Zugpaar dieser Relation ermöglicht die Fahrradmitnahme zwischen Berlin–Leipzig–Jena–Nürnberg–München". Damit ist eine große Netzlücke wenigstens mit einem Zug geschlossen worden. Einschränkend muss allerdings erwähnt werden, dass die Abfahrt/Ankunft in München so früh (ab 7:05 Uhr) bzw. so spät (an 22:44 Uhr) liegt, dass für Berliner eine Weiterfahrt in die Bayerischen Urlaubsgebiete kaum möglich sein dürfte. Für Münchner dagegen bietet die Ankunft/Abfahrt in Berlin um die Mittagszeit die Möglichkeit, Mecklenburg-Vorpommern und die Ostsee zu erreichen. Außerdem fährt der Zug freitags nur Berlin > Nürnberg und samstags nur Nürnberg > Berlin. Bis Anfang Oktober fährt der Zug samstags sogar von/nach Warnemünde, so dass die Ostsee direkt erreicht werden kann.
- Die Bauarbeiten zwischen Hamburg und Hannover dauern an, so dass fast alle ICs in Hannover enden. So gibt es nur wenige durchgehende Züge mit Fahrradmitnahme.
- Die Bauarbeiten zwischen Herford und Hannover dauern bis Ende August. In Herford muss in den RE umgestiegen werden. Der ADFC empfiehlt den Umstieg bereits in Bielefeld, da dort bessere Bedingungen herrschen und der RE eingesetzt wird.
- Kiel wird jetzt wieder mit zwei aus Regensburg > Nürnberg > Frankfurt > Köln kommenden ICs angefahren. Laut Fahrplanauskunft haben die Gegenzüge keine Fahrradmitnahme, obwohl das Fahrradabteil vorhanden ist. Die Stellplätze können von der Fahrradhotline und den Reisezentren gebucht werden. Da die dortigen Mitarbeiter aber auch zuerst die Reiseauskunft aufrufen, bekommt man die Fahrt im RE bis Hamburg mit Umstieg dort in einen IC angeboten. Man muss darauf drängen, dass ein Buchungsversuch für IC2003 oder IC2329 gemacht wird. Der ADFC hat die DB bereits auf dieses Problem aufmerksam gemacht.
- Es fahren jetzt regelmäßig zwei ICs nach Fehmarn, allerdings enden sie jetzt nicht mehr in Puttgarden, sondern in Fehmarn-Burg, so dass zur Fähre nach Dänemark noch 10 km in die Pedale getreten werden muss. In den durchgehenden EC Hamburg <> Koebenhavn ist die Fahrradmitnahme nach wie vor nicht zugelassen.
- Die EC-Linie über den Brenner erhält zwar ein weiteres Zugpaar, die Fahrradmitnahme ist aber in allen Zügen nicht mehr möglich. Somit gibt es außer dem Nachtzug keine Verbindung nach Italien mehr. Auch nach Polen gibt es Einschränkungen: Der Zug Amsterdam <> Berlin fährt nicht mehr weiter nach Stettin - der statt dessen verkehrende EC aus Prag hat kein Fahrradabteil. Die Verbindung Berlin <> Cottbus <> Krakau führt ab 12. Juni keinen Fahrradwagen mehr mit.
- Die Nachtzugpaare Berlin <> und Hamburg <> München haben wieder ein Fahrradabteil bekommen. Dafür entfällt die Verbindung Kopenhagen <> München.
Die Änderungen in den vergangen Jahren sind im Archiv des Fachausschusse Öffentlicher Verkehr dokumentiert.



