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Fahrradbericht für Kopenhagen

Datum: 02. Januar 2018  //  Kategorie: Verkehr und Recht

Kopenhagen (c) Kontraframe

Die Kopenhagener stellen ihrer Stadt in Punkto Fahrradfreundlichkeit ein überwiegend gutes Zeugnis aus und zeigen sich mit den Entwicklungen der vergangenen Jahre zufrieden. Das zeigt der aktuelle Fahrradbericht, der seit 1994 alle zwei Jahre Zahlen und Informationen über die Radfahrenden und ihre Verhaltensweisen und Bedürfnisse liefert. Verbesserungsbedarf gibt es demnach noch beim Fahrradparken und vor allem bei der Kombination mit dem Öffentlichen Verkehr.

Der Fahrradbericht 2016 zeigt, dass die Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner mit Kopenhagen als Fahrradstadt von 94 Prozent im Jahr 2014 auf 97 Prozent im Jahr 2016 gestiegen ist. Auch die Zufriedenheit mit der Anzahl der Radwege wuchs von 80 Prozent auf 87 Prozent. Mit der Breite der Radwege sind immerhin 62 Prozent (2014: 53 %) und mit der Radwegewartung 71 Prozent (2014: 63 %) zufrieden.

Mit den Möglichkeiten ihr Rad abzustellen zeigen sich 37 Prozent (2014: 33 Prozent) zufrieden. Trotz des leichten Anstiegs gegenüber 2014 fehlt es an ausreichend Abstellplätzen, um die Nachfrage zu befriedigen. Derzeit arbeitet die Stadt an einem Fahrradparkkonzept, das im August 2018 fertiggestellt werden soll.

Weniger zufrieden ( 53 %) als noch vor zwei Jahren (60 %) sind die Bewohner der dänischen Hauptstadt mit den Möglichkeiten Fahrrad und Öffentlichen Verkehr zu kombinieren, was vermutlich vor allem mit den geringen Kapazitäten der Abstellanlagen an Bahnhöfen zusammenhängt.

Radfahren ist sicherer geworden
Die Gesamtzahl der tödlich, schwer oder leicht verletzten Radfahrer lag 2016 bei 150 Fällen. Obwohl die absolute Zahl der Radfahrunglücke in etwa gleich geblieben ist, ist das Radfahren durch die Zunahme der zurückgelegten Fahrradkilometer um 23 Prozent während des letzten Jahrzehnts relativ gesehen sicherer geworden.

Ein Ziel der Kopenhagener Fahrradstrategie 2011-2025 ist, die Anzahl der tödlich oder schwer verletzten Radfahrer zwischen 2005 und 2025 um 70 Prozent zu reduzieren. Außerdem will die Stadt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bzw. der Umsetzung einer „Vision Zero“ Empfehlungen für weitere Maßnahmen zur Verringerung von Personenschäden im Straßenverkehr ausarbeiten.

In die Zukunft investieren
Seit 2004 haben die öffentliche Hand und private Stiftungen etwa zwei Milliarden Kronen in den Radverkehr investiert. Circa 25 Prozent kamen von der Regierung oder aus privaten Mittel für Fahrrad- und Fußgängerbrücken.

Ein Radwegebauprioritätsplan 2017-2025 zeigt, wo neue Radwege und Routen benötigt werden, wo die bestehenden Radwege ausgeweitet werden und welche Kreuzungen bis 2025 verbessert werden müssen. Für die geplanten Maßnahmen stehen zwischen 2016 und 2025 rund 1,6 bis 2,6 Milliarden Kronen zur Verfügung.

Auto im Modal Split weiter vorn
2016 wurden in Kopenhagen 1,4 Millionen Fahrradkilometer pro Wochentag zurückgelegt. Der Anteil des Fahrradverkehrs an den Wegen zur Arbeit und Ausbildung sank von 45 Prozent im Jahr 2014 auf 41 Prozent im Jahr 2016. Politisches Ziel ist, dass bis 2025 50 Prozent aller Fahrten zu Arbeit und Ausbildung mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Das Auto ist jedoch immer noch das am häufigsten genutzte Transportmittel im Vergleich aller Verkehrsarten. Sein Anteil an allen Wegen lag 2016 bei 34 Prozent. Das Fahrrad kam auf 29 Prozent, der Fußverkehr auf 19 Prozent und der ÖPNV auf 18 Prozent.

 Der komplette Fahrradbericht 2016 lässt sich hier einsehen.

Bild: Kontraframe


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