Mit dem Rad zur Arbeit
Daten, Fakten, Hintergründe
Datum: 19. Mai 2009
Die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit" wurde erstmals 2001 in Bayern und wird seit 2003 bundesweit gemeinsam vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Gesundheitskasse AOK veranstaltet. Ziel ist es, die umweltfreundliche Mobilität des Radfahrens mit den gesundheitlichen Vorteilen täglicher Bewegung zu verbinden.
Wer im Aktionszeitraum 1. Juni bis 31. August an mindestens 20 Arbeitstagen entweder von zu Hause mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt oder das Fahrrad oder das Rad mit Bahn und Bus kombiniert, dem winken attraktive Einzel- und Teampreise.
Je nach Bundesland sind Einzelpersonen oder nur Teams zu drei oder vier Personen teilnahmeberechtigt. Eine Mitgliedschaft im ADFC oder der AOK ist nicht Voraussetzung. Unter www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de stehen alle Informationen rund um die Aktion.
Die Aktion wird vom Bundesverkehrsministerium im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans, seit 2009 erstmals auch durch das Bundesgesundheitsministerium im Rahmen des Nationalen Aktionsplans INFORM und durch weitere Landesministerien und Sponsoren finanziell oder ideell unterstützt.
Potenziale
Es gibt ein Potenzial von etwa sieben Millionen Pendlern, die vom Pkw aufs Fahrrad aufgrund ihrer Arbeitswege umsteigen könnten (40 Millionen Erwerbstätige in Deutschland, Arbeitswege bis zehn Kilometer: 50 Prozent, Pkw-Anteil für Arbeitswege unter zehn Kilometer: 50 Prozent, „Wahlfreie", die aufs Rad umsteigen könnten: 70 Prozent). Dabei sind hier noch nicht diejenigen berücksichtigt, die sich trotz langer Wegstrecken in Kombination mit Fahrrad und Bahn oder Bus mehr Bewegung im Alltag verschaffen könnten.
Bewegungsmangel
Hintergrund der Aktion ist der zunehmende Bewegungsmangel vieler Menschen, der zu vielen Krankheiten und damit hohen Kosten im Gesundheitswesen führt.
Alle europäischen Staaten der WHO (Weltgesundheitsorganisation für Europa) haben 1999 in London die Charta „Umwelt, Verkehr Gesundheit" beschlossen. Darin wird festgestellt, dass dem Bewegungsmangel nur dann wirksam auf Dauer entgegengewirkt werden kann, wenn einfache Bewegungsformen wie zu Fuß gehen oder Rad fahren fünf mal in der Woche zu mindestens 30 Minuten in den Alltag integriert werden.
Verkehrsplanung, Stadtentwicklungsplanung und das Gesundheitswesen sind aufgerufen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen.
In die gleiche Richtung zielt der 2008 von der Bundesregierung beschlossene Nationalen Aktionsplan für eine gesunde Ernährung und mehr Bewegung „IN FORM".
Einsparung für Arbeitgeber mehr als zwei Milliarden Euro
Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden belegt, dass Beschäftigte, die mindestens drei Kilometer an mindestens drei Tagen oder zwei Kilometer an mindestens vier Tagen in der Woche mit dem Rad zurücklegen, im Schnitt einen Arbeitstag weniger krank sind als nicht radelnde Beschäftigte. Je länger die Strecke und je häufiger das Fahrrad genutzt wird, desto niedriger ist die Krankheitsquote.
Legt man das oben genannte Potenzial von sieben Millionen möglichen Pendlern per Rad zugrunde, ergeben sich bei durchschnittlich Kosten pro Fehltag für Arbeitgeber von 250 Euro mindestens 1,7 Milliarden Euro, die den Arbeitgebern an Arbeitsausfällen erspart werden könnten. Dazu kommen die weiteren Einsparungen im Gesundheitssystem.
Nicht zuletzt deshalb ist die Aktion erstmals 2009 mit dem Deutschen Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung verknüpft. Eine fahrradfreundliche Infrastruktur stellt damit auch ein Angebot im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge dar. Der ADFC bietet eine professionelle Betriebsberatung mit dem Ziel an, Betriebe darauf zu untersuchen, wie fahrradfreundlich sie sind bzw. Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Zusammenarbeit Verkehrs-, Gesundheits- und Umweltpolitik
Mit dieser Aktion zeigt sich, dass Radverkehrsförderung neben umwelt- und verkehrspolitischen Gründen auch aus gesundheitspolitischer Sicht eine Investition in die Zukunft ist. Verkehrsplanung muss sich daher auch an gesundheitspolitischen Zielen messen, die über Lärmschutz und Luftreinhaltung hinausgehen.
Die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit" stellt den individuellen (Gesundheits-) Nutzen in den Vordergrund und bietet damit ein wichtiges Argument für die Fahrradverkehrsförderung.
Mehr Informationen zur Aktion unter www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de sowie unter www.adfc.de/gesundheit.


