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Mit einigen Bögen und Schlaufen, doch stetig gen Norden, schlängelt sich der EmsRadweg knapp 375 Kilometer lang zum Meer. Entlang des Flusses geht es per Rad von den Quellen zwischen Hövelhof und Schloß Holte-Stutenbrock bis zur Mündung in die Nordsee in Emden durch die Lande. Als ADFC-Qualitätsradroute wurde der Radfernweg ausgezeichnet und mit vier Sternen zertifiziert.
Der Fluss entspringt den kleinen Quellbächen am Teutoburger Wald im Naturschutzgebiet Moosheide, wo es nur rinnt und gluckert. Doch das wird sich im Verlauf der Reise ändern. Ab dem Startpunkt ist der Weg mit regionalen Radwegweisern und dem Logo des EmsRadwegs ausgeschildert: einem grünen Doppel-E, das von blau-weißen Linien durchtrennt wird: Symbol für die Ems. Die blauen Pfeile zeigen Richtung Nordsee, die grünen Richtung Emsquellen.
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Durch die wunderschönen Regionen Paderborner Land, Gütersloher Land, Münsterland, Emsland und Ostfriesland verlaufen Radroute und Fluss. Nah am fließenden Gewässer, flach und platt geht es, Etappe für Etappe, dahin, praktisch ohne Steigungen. Ein Radweg also, der für jedermann geeignet ist, auch für Genussradler und Familien mit Kindern. Wer trotzdem einmal nicht mehr kann oder mag: Ein weiteres Plus ist, dass fast alle Orte längs des EmsRadweges einen Bahnanschluss haben.
Durch Rheda-Wiedenbrück, das gleich mit zwei historischen Stadtzentren auftrumpft, geht es nach Gütersloh und schließlich ins Warendorfer Land mit seinen zahlreichen Pferdekoppeln. Das Münsterland, geprägt von ausgedehnten Parklandschaften, Gärten und saftigen Wiesen, wird auf dem EmsAuenWeg durchquert, der „Radroute des Jahres 2005 in NRW". Rastplätze, Infoblöcke und Aussichtstürme locken runter vom Sattel und für diejenigen, die es mögen, vielleicht auch ins Kanu.
Die Räder können an der Anlegestelle abgegeben und nach der Kanutour wieder in Empfang genommen werden. Bei Telgte erfreuen herrliche Emsauen das Auge des Radlers. Hier treiben sich Auerochsen und Wildpferde herum. Der Wallfahrtsort ist gewissermaßen das Lourdes des Münsterlandes. An die 80.000 Pilger kommen jährlich in die Wallfahrtskappelle mit dem Gnadenbild der Muttergottes.
So langsam wird die Ems breiter und träger und schließlich beginnt hinter Rheine das Emsland. Ab hier ist die Ems zwar schiffbar, aber dennoch Deutschlands kleinster Strom. Der mächtige Emsland-Dom grüßt von Haren herüber. Mehr und mehr Schiffe sind jetzt zu sehen. Möwengeschrei dringt durch die Lüfte, es riecht schon salzig und nach See. Meerwärts heißt die Devise, und man erreicht das südliche Ostfriesland, Windräder im Blick.
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| Kloster Herzebrock |
Papenburg an der Unteren Ems mit der Meyer Werft, der größten deutschen Werft für Passagierschiffe, ist von Kanälen durchzogen. Die Stadt wird gern als Fehnstadt bezeichnet, weil sie aus einer Moorsiedlung hervorging. Im Fischerort Ditzum steht eine Kirche aus rotem Backstein, deren Turm fast schon einem Leuchtturm ähnelt. Für den hungrigen Radfahrer ist nun endlich ein Krabbenbrot oder ein Fischbrötchen fällig. Eine steife Nordseebrise zerrt hier an den Haaren.
Durch ausgedehnte Polderlandschaften, Wiesen und Felder geht es. Die Gegend ist ruhig und, natürlich, platt wie ne Flunder. Die Abfahrt von 134 Metern über dem Meeresspiegel ins platte Land ist geschafft. Das Ende von Deutschlands längstem Flachlandfluss liegt im hohen Norden in der Mündungsstadt Emden. Hier klatschen die Meereswellen an Zehen und Reifen. Weiter gehts nicht mit dem Rad. Am plattdeutschen Strand ist endgültig Schluss.
© Judith Weibrecht
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