Markus Hübner unterwegs
Kilometer 3716: Bergheim
Wer am Rhein entlangfährt, wird sicherlich den Sprung über den Fluss nach Frankreich wagen. Schon allein wegen der kulinarischen Genüsse fahre ich rüber und bis auf die andere Seite des 40 Kilometer breiten Rheingrabens in die Weinberge des Elsass. In Breisach überquere ich die Grenze und den Rhein zu unseren europäischen Nachbarn.
Mehr durch Zufall, weil ich noch Baguette für meine Mittagspause brauche, fahre ich in den kleinen Ort Bergheim – und bin begeistert. Ich kann mich nicht entsinnen, je einen Ort gesehen zu haben, der so romantisch alt ist. Viele zauberhaft hergerichtete Fachwerkhäuser, kleine Straßen und relativ wenig Tourismus. In diesem Ort gibt es all die Spezialitäten der Region. Mehrere Winzer bieten den sehr guten Weißwein zum Probieren und zum Kauf an.
In einem Café gönne ich mir erst einmal ein Croissant und einen Milchkaffee, das klassische Frühstück der Franzosen. Anschließend kaufe ich mir mein Baguette und schiebe mein Rad weiter durch die kleinen Straßen. Wieder zufällig entdecke ich den Marmeladenladen. Hier wird die Konfitüre zur Kunst erhoben und unzählige Sorten zeugen von der Schaffenskraft der Besitzerin.
Weitere Informationen
Fast schäme ich mich, eine einfache Erdbeerkonfitüre zu kaufen, aber die mag ich nun mal am liebsten. Ich hätte auch Grüne Tomaten oder eine andere ausgefallene Sorte nehmen können. Hier gibt es alles für neugierige Marmeladen-Liebhaber(innen).
Wer lieber etwas Warmes möchte, sollte unbedingt einen Flammkuchen oder eine Quiche probieren. Hier schmecken diese herzhaften „Kuchen" einfach besser und wer den ganzen Tag auf dem Rad verbringt, wird begeistert sein.
Leider kann ich mir keinen Wein mitnehmen, der wird an diesem heißen Sommertag zu warm auf dem Rad und eine Weinprobe am Vormittag ist auch nicht so ratsam. Vielleicht finde ich unterwegs noch kurz vor meinem Zeltplatz einen Winzer, der Weg führt schließlich mitten durch die Weinfelder. Dann gibt es heute abend Weißwein zum Risotto.





