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Leser-Tourentipps

Eine Flusstour von Nord nach Süd

Im Fuldatal (Foto: Herbert Rönneburg)

Einmal durch ganz Deutschland zu fahren – den Traum haben viele. So auch Johannes Rolofs, der mit dem Eintritt in den Ruhestand diesen Traum verwirklichen wollte, obwohl er noch nie eine Radtour gemacht hatte. Zur Planung und zum Gelingen sollte Herbert Rönneburg mit seiner Tourenerfahrung beitragen.

Da hatten wir uns ja etwas vorgenommen! Leider war das Zeitfenster genau definiert: Wir starteten am Montag, den 17. August und hatten für Johannes am 3. September eine Rückfahrt ab Freiburg mit dem Nachtzug vorgesehen. Es war nun meine Aufgabe, die Tour beinverträglich und etappenmäßig sinnvoll aufzuteilen.

Ein bisschen knapp war es schon – nur ein Ruhetag und gemischte Kilometerzahlen: mal 40 Kilometer aber auch mal 88 Kilometer. Ein Regentag könnte alles verhauen. Aber da man immer wieder ein Stück mit der Bahn hätte springen können, konnte man das Risiko eingehen.

Um es vorwegzunehmen: Wir hatten wunderbares Wetter bis auf die allerletzten beiden Fahrstunden, wo uns ein starker Guss erwischte. Das Regenzeug war nach den heißen und warmen Tagen natürlich ganz tief unten in den Gepäcktaschen. Aber auch das haben wir überstanden.

Die Beinverträglichkeit bekamen wir auch hin. Nach anfänglichem Mucken von Johannes' Achillessehne wurde das Klickpedal erst einmal nicht mehr benutzt. Das war der Achillessehne denn doch zu neu und unbekannt. Dann gab es noch ein kurze Lektion zum runden, leichten Tritt und die Fahrt konnte weitergehen bis zum Schluss.

Für die gute Portion Romantik hatte ich Flussradwege herausgesucht und Zeltplätze, die an einem Baggersee liegen, aber auch schöne Hotels hatte ich eingebaut. Es gab nur eine Bergetappe auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse (30 Kilometer). Das verhieß also gemächliche Steigung.

Zugute kam mir, dass ich im Jahr zuvor schon einmal die Strecke von Hamburg bis Mainz abgefahren hatte, quasi vorgekostet hatte. So konnte ich auch noch ein paar kleine Änderungen vornehmen. Die unterschiedlichen Streckenlängen kamen auch durch die verschiedenen Übernachtungspräferenzen zustande. Spannend war dann noch die Frage, ob wir uns gut vertragen würden.

Den Einstieg in die Flussradwege haben wir bei Nienburg an der Weser mit dem Weser-Radweg gesucht. Dorthin waren wir von Hamburg durch die Heide in zwei Tagen gefahren. Danach ging es bei Hann. Münden auf den Fulda-Radweg, dann an der Lauter auf den Vulkanradweg – einer ehemaligen Eisenbahntrasse – über die Wasserscheide Vogelsberg in den Frankfurter Raum (Wetterau).

Hier dann etwa 20 Kilometer über die Straße, um bei Gronau an der Nidda wieder im Flusssystem anzukommen. Über den Niddawanderweg zum Main-Radweg und dann zum Rhein-Radweg bis kurz vor Freiburg war es dann wieder ganz einfach.

Zweimal sind wir auf der Tour in den Zug gestiegen: von Frankfurt mit der S-Bahn nach Mainz und von Worms nach Speyer, um die Industriegebiete Ludwighafens zu vermeiden und ein paar Kilometer einzusparen. Wir hatten etwas weniger als 20 Kilogramm Gepäck, davon 5 Kilogramm für Zelt, Schlafsack, Matte und Zubehör, aber ohne Kochgeschirr. Die Gepäcklast kann man noch optimieren.

Wanderführer von Bikeline waren uns sehr gute Hilfen bei der Planung und Orientierung und der Quartiersuche. Wir hatten ein GPS-Gerät mit, mit dem wir aber noch nicht sehr gut zurecht kamen. Aber immerhin ist der Track aufgezeichnet.

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