Leser-Tourentipps
Luhe-Heide-Seeve-Radtour
Die Information in der Presse von der Eröffnung des Luhe-Radweges, ein ungewöhnlich warmer, trockener April und ein paar Urlaubstage lockten uns aufs Fahrrad.
Dienstag, 1. Mai 2007 (ca. 54 km)
Von Bergedorf ging es nach Zollenspieker/Hoopte. In Stöckte geht es auf einen Deich, der nach Winsen führt. Die Mündung der Luhe in die Ilmenau ist hinter Schilf verborgen. Erst in Winsen fährt man entlang des Flusses. Aufgrund eines Volkslaufes am 1. Mai ließen wir Winsen (das wir schon kannten) „links" liegen. Sehenswert sind das Schloss und der historische Stadtkern.
Weiter ging es vorbei an Bahlburg zu einem Rastplatz mit Grillmöglichkeit direkt an der Luhe in der Nähe von Garstedt. Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter nach Salzhausen, das wir zur Mittagszeit erreichten.
Wir legten eine längere Pause mit Salat und Getränken in „Rüter's Gasthaus" ein, danach ging es weiter durch den bekannten Reiterort Luhmühlen nach Wetzen. Allmählich verließen wir das vertraute Flachland. Übernachtung und Abendessen genossen wir in Oldendorf im Landgasthaus Tödter. Sehenswert ist die Oldendorfer Totenstatt mit beeindruckenden Großsteingräber aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit.
Mittwoch, 2. Mai 2007 (ca. 44 km)Von Oldendorf fuhren wir weiter nach Soderstorf (historische Gräber) auf Waldwegen, nicht immer direkt, entlang der Luhe vorbei an Steinbeck und Hützel nach Bispingen. Eigentlich war eine längere Rast eingeplant. Aber angesichts der vielen Autos und vollen Gehwege entschlossen wir uns zur Weiterfahrt.
Einige Kilometer hinter Bispingen entspringt die Luhe in einem Wald. Wirklich ruhig liegt die Quelle nicht, denn man hört die nahe Autobahn. Ein schmaler Pfad führt hinauf zu den Quellteichen, den wir mit den bepackten Rädern nur schieben konnten.
Wir entschlossen uns zur Weiterfahrt nach Schneverdingen, fanden zum Glück die Unterführung der Autobahn und waren – gastronomisch gesehen – in einer Wald- und Heidewüste. Die kleinen Orte hatten nicht einmal eine Bäckerei (wir fanden sie jedenfalls nicht).
Unsere Wasserflaschen leerten sich, bis wir endlich Schneverdingen erreichten. Im Restaurant und Heide-Café Bargfredenhus füllten wir unsere knurrenden Mägen auf angenehme Art und Weise. Wir übernachteten im liebevoll eingerichteten Landhaus Heide.
Donnerstag, 3. Mai 2007 (ca. 44 km)An diesem Tag ging es von Schneverdingen aus in das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Der „Wilseder Berg" ist mit 169 m die höchste Erhebung des Nordwestdeutschen Tieflandes, und wir wollten ihn erklimmen.
Im Gegensatz zur Blütezeit der Heide begegneten wir nur wenigen Menschen auf unserer Rundtour über Totengrund und Behringen. Erst am Pietzmoor änderte sich das, da es mit dem Auto gut zu erreichen ist. Unser Abendessen hatten wir in der Gaststätte zum „Alten Krug" in Schneverdingen.
Nach einer zweiten Nacht im Landhaus Heide und einem guten Frühstück verließen wir Schneverdingen und machten uns wieder auf den Weg nach Norden. Entlang der Seeve (entspringt bei Wehlen) wollten wir wieder zur Elbe zurück. Von Schneverdingen ging es nach Wintermoor (auf dem Wümme-Radweg und dem Este-Radweg) und weiter nach Welle und Handeloh. Bei Inzmühlen erreichten wir die Seeve, die mit einer konstanten Wassertemperatur von 6–8 °C als der kälteste Fluss Norddeutschlands gilt.
In Holm sahen wir die Wassermühle. Eine neu gebaute „Fischtreppe" ermöglicht hier den Fischen den Aufstieg. Die Kirche steht auf einem privaten Gutsgelände und kann nicht besichtigt werden. Richtung Jesteburg fuhren wir eine asphaltierte Straße entlang der Seeve mit Blick auf den schnell fließenden Fluss und schöne Häuser und Gärten.
In Jesteburg liegt das Café „Alte Sägerei" direkt an der Seeve. Bei Kaffee und Kuchen genossen wir das schöne Wetter und eine Pause, bevor wir uns auf den Weg nach Itzenbüttel machten. Übernachtung und Abendessen im Landhaus zum grünen Jäger.
Samstag, 5. Mai 2007 (ca. 45 km)Von Itzenbüttel ging es durch den Wald nach Bendesdorf. Bei Ramelsloh erreichten wir die Seeve wieder als Begleiter. Unser Pausenziel war die Horster Mühle, ein bekanntes Ausflugslokal. Der Weg über die Brücke über den Rangierbahnhof Maschen lohnt nicht nur für Eisenbahnfans; weiter ging es hinunter in das Naturschutzgebiet „Untere Seeveniederung".
Die Wiese mit den Schachbrettblumen liegt direkt am Weg. Es waren leider nur noch vereinzelte Blüten zu sehen, denn durch den warmen April lag die Hauptblüte früher.Wir fuhren weiter bis zur Seevemündung in die Elbe, nach Fliegenberg, Hoopte/Zollenspieker und schließlich zurück nach Bergedorf.
Unser Fazit: Es war eine schöne Tour und wir werden die Heide noch weiter erkunden. Man sollte das norddeutsche Flachland nicht unterschätzen. Zusammen mit Gepäck und Wind können die kleinen „Erhebungen" auf sandigen Wald- und Heidewegen schnell zur Schiebestrecke werden: Denn wirklich flach ist Norddeutschland nur in der Marsch.
Allerdings ist das natürlich subjektiv, denn wir gehören zur „Fahrrad-mit-Korb-Fraktion", wie es ein sportliches ADFC-Mitglied freundlich ausdrückte. Außerhalb der Saison findet man Übernachtungsmöglichkeiten auch ohne Vorbuchung.
Monika Nowak







