Leser-Tourentipps
Unterwegs im Muldental
Warum immer in die Ferne schweifen und nicht mal die sächsische Heimat erkunden? Die Tour startete in Holzhau und endete in Wörlitz.
Zur Orientierung verwendeten wir: das „Bikeline"-Radtourenbuch „Muldentalradweg" und die Tourismus- und Freizeitkarte Landkreis Anhalt- Bitterfeld, vom Kartographischen Werbedienst Stefan Waldenburger.
Montag: von Holzhau nach Großschirma
Anreise nach Holzhau/Teichhaus. Dort haben wir uns muldeaufwärts zu unserem geplanten Startpunkt an der Brücke am Wandergrenzübergang „ Alter Bahndamm" begeben. Hier kommt die Mulde als Moldauer Bach von der tschechischen Seite der Grenze und heißt dann Freiberger Mulde. Die Quelle liegt etwa 5 Kilometer vor der Grenze bei Moldava.
Nachdem wir auf der Brücke ein paar Fotos gemacht hatten, ging es dann gegen 10:30 Uhr los. Die mit Packtaschen und Zeltausrüstung schwer bepackten Treckingräder rollten nun auf der abschüssigen Straße zurück nach Holzhau, weiter durch Rechenberg-Bienenmühle, immer im wunderschönen Tal entlang auf einer ruhigen Straße an Claußnitz vorbei.
Vor Mulda hatten wir es uns auf einem Fleckchen Muldewiese zum 2. Frühstück und Naturgenießen gemütlich gemacht. In Mulda, hinter dem Bahnhof, wählten wir zum ersten Mal die Alternativroute (Richtung Lichtenberg/Weißenborn) zum beschriebenen Mulderadweg.
Im Tourenbuch war der Hauptweg bis Berthelsdorf mit 8 Kilometern, keinem Verkehr, dafür aber mit einigen starken Steigungen und Gefällestrecken angegeben, was wir Mountainbikern überlassen. Das wollten wir mit unserem Gepäck nicht austesten.
Unsere gefahrene Strecke war die Straße nach Lichtenberg, nach dem Ort links über die Mulde zum Radweg, vorbei am Klärwerk, am linken Ufer, autofrei und gut befahrbar bis Berthelsdorf. Hier ging es links die steile Bergstraße den Ort hinauf. (1 Kilometer mussten wir das Fahrrad schieben. Das war anstrengend.) Vielleicht führt die Straße über Weißenborn und Rosine etwas weniger steil in die Bergstadt Freiberg. Wir hätten es probieren müssen.
In Berthelsdorf an der Kirche verschnauft, ging der Hauptweg kurz vor der Bergkuppe rechts Richtung Zug/Freiberg. Auf ruhiger Nebenstraße fuhren wir am wunderschönen „Großen Hüttenteich" (im Bergbauzeiten angelegt) nach Freiberg. Weiter ging es am Gewerbegebiet mit vielen Solarfirmen vorbei, ins Zentrum der im 12. Jahrhundert gegründeten Stadt. Hier wurde Silbererzbergbau betrieben.
Das Ortszentrum mit Ober- und Untermarkt, Dom und alten Bürgerhäusern hat uns gut gefallen. Vom sanierten Schloss Freudenstein waren wir enttäuscht. Es wurde von August dem Starken ab 1566 gebaut, später als Militärmagazin und Getreidespeicher genutzt, heute ziert es einen unpassenden Betonklotz im Innenhof, sowie Schießscharten (?) an vielen Fenstern. Freiberg hat aber eine tolle Mineralienausstellung.
Preiswert und gut gegessen haben wir in der Stadtwirtschaft im Innenhofbiergarten. Nachdem wir den Dom besichtigt hatten, in dem gerade die Silbermannorgel gespielt wurde, verließen wir die Stadt über die Tuttendorfer Straße (hier noch mal kurz den Berg hochschieben!) Richtung Tuttendorf/Conradsdorf.
An einer Gartensparte vorbei radelten wir bis zu einem Feld. Hier ging es links (nicht geradeaus zum Besucherbergwerk), auf den Feldweg zum Waldesrand, dann an der Straße rechts nach Tuttendorf, hinunter zur Mulde, dann links weiter im Tal den Fluss entlang nach Halsbrücke. Bergbauzeugen liegen am Wegesrand.
Die Talstraße schlängelt sich entlang der Mulde nach Großschirma. Weiter fuhren wir links über die Brücke und nach kurzem Anstieg rechts in die Straße „Wiesenweg". Der Feldweg geht nun leicht bergab bis Großvoigtsberg/Hohentanne.
Da es mittlerweile schon recht spät war, brauchten wir noch eine Einkaufsmöglichkeit für die Selbstverpflegung. Diese gab es natürlich nur am anderen Ende des Dorfes an der B101. Also bergan, raus aus dem Tal. Nachdem dem Einkauf fuhren wir zurück, über die B101 durch Kleinvoigtsberg zur Mulde. Nach gefährlich steiniger Abfahrt zur Buschmühle erwartete uns ein Stück breiter Forstweg und Straße bis zum Ortseingang Obergruna.
Weiter ging es 200 Meter am linken Ufer entlang bis zu einem sehr schönen Picknickplatz. Nach ungefähr 56 Kilometern und dem Zeltaufbau am Muldeufer, haben wir den Tag bei Rotwein und einheimischen Bier ausklingen lassen.









