Themenrouten
Pilgern per Pedale
Der Mönchsweg
Von Glücksstadt an der Elbe bis zur Ostseeinsel Fehmarn führt der 340 Kilometer lange Mönchsweg in Schleswig-Holstein auf den Spuren der ersten christlichen Missionare. Zahlreiche alte Kirchen und Klöstern wie das ehemalige Zisterzienserinnenkloster in Itzehoe oder das Augustiner-Chorherren-Kloster in Bad Segeberg liegen an der Strecke. Puttgarden schließlich hat ein Benediktinerkloster und Cismar eine Klosterkirche. Im Benediktinerkloster Nütschau kann man am Mönchsleben teilnehmen. Weitere Ziele sind die Kirchen in Börnhöved und Bosau sowie die St. Johanneskirche in Oldenburg. Sie war einst Bischofssitz des norddeutschen Missionars Vicelin. Der Mönchsweg ist weitgehend asphaltiert und durchgehend beschildert.
Info: Radfernweg Mönchsweg, Zentrale Informationsstelle, Tel.: 0180/543 03 45,
E-Mail: info@moenchsweg.de, www.moenchsweg.de
Pilgerrouten in der Lüneburger Heide
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Für ihre vermeintlichen Sünden pilgerten die Menschen beispielsweise zu den Märtyergräbern von Ebstorf oder zur Bartholomäuskirche in Lüder. Die Heideklöster in Isenhagen, Wienhausen, Medingen und Ebstorf lassen sich bequem per Rad entdecken. Die nicht ausgeschilderten Wege verlaufen von Uelzen über Wienhausen und Ebstorf zurück nach Uelzen. In den Klöstern sind eine Nonnenzelle um
1500, Wandteppiche oder die originalgetreue Kopie der Ebstorfer Weltkarte von 1239 zu sehen. Der Routenverlauf lässt sich auf www.bikeundheid.de ansehen, GPS-Daten folgen hier in Kürze.
Info: Touristinformation Bad Bodenteich, Burgstraße 8, 29389 Bad Bodenteich, Tel.: 05824/35 39, E-Mail: info@bad-bodenteich.de , www.bikeundheid.de
Der Traisental-Radweg
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Der 111 Kilometer lange Traisental-Radweg führt vom Donau-Abschnitt Wachau durch Niederösterreich in den Wallfahrtsort Mariazell. Die Route verbindet auf die sanfte Tour die Weinregion Traisental mit den Ausläufern der Ostalpen. Sie verläuft familienfreundlich abseits des motorisierten Verkehrs. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Barockstadt St. Pölten und das Barockstift Herzogenburg. In der mittelalterlichen Klosteranlage Lilienfeld mit prächtigem Kreuzgang können Radfahrer am Chorgebet teilnehmen. In Österreichs beliebtestem Wallfahrtsort Mariazell endet der Traisental-Radweg. Zurück empfiehlt sich die Fahrt mit der Mariazellerbahn nach St. Pölten.
Info: Mostviertel Tourismus GmbH, Adalbert Stifter Straße 4, A-3250 Wieselburg, www.traisentalradweg.at . Hier lässt sich unter „Pilgern mit dem Rad" ein Faltblatt herunterladen.
Kiek in de Kark
Bedeutet in und um Husum „schau in die Kirche": Vom Turm der St. Marienkirche direkt am Marktplatz blicken Radfahrer westwärts auf die Nordsee. Anschließend fahren sie ins „Land der Kirchen" und durch Uelvesbüll, Witzwort und Koldenbüttel mit ihren kirchlichen Besonderheiten. In Friedrichstadt erfahren sie mehr über Lutheraner, Remonstranten und Mennoniten in Nordfriesland. Das Pauschalangebot enthält zwei Übernachtungen (Hotelkategorie auf Wunsch) mit Frühstück, inklusive sind die Besichtigung der Husumer St. Marienkirche, ein nordfriesisches Drei-Gänge-Menü, eine Stadtführung in Friedrichstadt sowie Info- und Kartenmaterial. Preis: Pro Person ab 140 Euro.
Info: Tourismus und Stadtmarketing Husum GmbH, Historisches Rathaus, Großstraße 27, 25813 Husum, Tel.: 04841/89 87 87, E-Mail: info@husum-tourismus.de , www.husum-tourismus.de
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Der Benedikt-Radweg
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Der Papst hat einen eigenen Radweg: Der Benedikt-Radweg folgt auf 248 Kilometern den biographischen Stationen des Papstes durch die südostbayerische Voralpenlandschaft zwischen Inn und Salzach. Der Rundkurs beginnt und endet im Pilgerort Altötting. Durchs Benediktinerland führt er zu Klöstern und Wallfahrtskirchen, zum Geburtshaus von Joseph Ratzinger in Marktl am Inn, nach Tittmaning, Aschau am Inn und nach Traunstein, wo der Papst zur Schule ging. Info: Chiemgau Tourismus, Landratsamt Traunstein, Ludwig-Thoma-Straße 2, 83278 Traunstein, Teil.: 0861/582 23, www.chiemgau-tourismus.de und www.benediktweg.info.
Nachgefragt
... bei Thomas Froitzheim, ADFC -Fachausschuss Tourismus
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Radwelt : Was fasziniert die Menschen am Radfahren auf Pilgerwegen?
Thomas Froitzheim: Das Thema „neue Spiritualität" spielt eine große Rolle. Die Menschen haben das Bedürfnis nach geistiger Erholung. Sie suchen Orte der Besinnung und vor allem eine Entschleunigung ihres Alltags. Auf den Pilgerwegen kann man zu Fuß oder auf dem Rad dem Leben nachspüren - ohne den gewohnten Luxus. Daher ist das Radwandern auf Pilgerwegen auch immer ein Abenteuer und eine Selbsterfahrung: Man muss lernen, mit wenig auszukommen.
Was muss ein guter Pilgerradweg haben?
Bei Pilgerradwegen geht es weniger um die Wegequalität. Der Jakobsradweg bis Santiago de Compostela beispielsweise zieht die Menschen nicht wegen seiner ausgefeilten Infrastruktur an. Hier reizt vor allem die historische Authentizität. Aber auch die Nachvollziehbarkeit kann entscheidend sein wie die Frage, ob es hilfreiches Kartenmaterial gibt.
Welche Pilgerradwege empfehlen Sie?
Der Benediktweg und der Traisental-Radweg in Österreich heben sich besonders hervor.
Wie wird es weitergehen mit dem Thema Pilgern?
Kirchen sind auch abseits der Pilgerrouten auf anderen touristischen Radwegen ein spannendes Thema. Mit den sogenannten „offenen Kirchen" steuern die evangelischen Kirchen dagegen, dass ihre Kirchen weniger Besucher haben. Die erste Radfahrerkirche - sie steht in der Stadt Wehlen an der Elbe - hat beispielsweise fünf- bis sechsmal so viele Besucher wie andere Kirchen, vor allem zur klassischen Radsaison. Mit Informationstafeln, Unterständen oder Abstellanlagen können Kirchen etwas für Radfahrer tun. So mancher Radfahrer wird auch für eine Toilette dankbar sein.














