Fahr- und Techniktipps für Eltern
Elternfahrräder und Kindersitz
Wer sein Kind auf oder mit dem Fahrrad transportiert, passt seine Fahrweise an. Der Kindersitz hinter dem Sattel, der mitgezogene Kinderfahrradanhänger oder das Trailerbike verändern die gewohnten Fahreigenschaften. Eltern müssen aber mehr beachten als das zusätzliche Gewicht und die Länge des Gespanns.
Hier finden Sie ergänzend zum Radwelt-Artikel der Ausgabe 4.2010 „Beziehungskisten" Tipps zur Kaufentscheidung, Technik und der anzupassenden Fahrweise, die Ihnen den Einstieg in die Familienmobilität mit Kind und Rad erleichtern.
Für alle Lösungen gilt: Probieren Sie das gewünschte Transportmittel vor dem Kauf je nach Lösung mit dem eigenen Fahrrad ausgiebig aus und vergleichen Sie mit anderen Modellen. Ihr Kind sollte auf jeden Fall dabei sein, schließlich sollen sie sich auf Dauer im Sitz oder Anhänger wohlfühlen.
Die Elternfahrräder
- Achten Sie darauf, dass Ihr Fahrrad darauf ausgelegt ist, einen Anhänger oder ein Trailerbike zu ziehen. Auch ein Kindersitz belastet das zulässige Gesamtgewicht Ihres Fahrrads. Schauen Sie in die Bedienungsanleitung oder fragen Sie direkt beim Hersteller nach der Zulassung oder Eignung. Teilweise sind Gabeln nicht für das Ziehen eines Anhängers vom Hersteller freigegeben.
- Das Gleiche gilt für die Halterung eines Kindersitzes. Das Sitzrohr muss stabil genug für die Belastung mit einem Kindersitz sein und auch den dafür notwendigen Platz bieten. Wenn Sie ein Trailerbike ziehen möchten: Fragen Sie nach, an welchen Stellen das Fahrrad die Zugbelastung aushält und ob zum Beispiel die Sattelstange dafür geeignet ist.
- Kinderfahrradanhänger, Trailerbikes und der Kindersitz fordern die Bremsen mehr als üblich. Achten Sie darauf, dass die Bremsen leichtgängig und zuverlässig funktionieren und kräftig zupacken. Im Fachhandel können Sie Ihr Fahrrad bei Bedarf mit kräftigeren Bremsen nachrüsten lassen.
- Mit einer zweiten Kupplung für den Kinderfahrradanhänger/ einer zweiten Sitzhalterung können Eltern Anhänger und Sitz ohne aufwändige Umbauten gemeinsam nutzen.
Kindersitze
- Schwerpunktverlagerung: Je schwerer Kind und Sitz und je weiter Sie den Sitz nach hinten versetzen und die Rücklehne verstellen, umso mehr verlagert sich der Schwerpunkt und verändert das übliche Fahrverhalten. Instabile Rahmen können bei schnellerer Fahrt anfangen zu flackern.
- Standfestigkeit: Auch im Stand steht das Fahrrad anders. Ein stabiler Seitenständer am Heck oder ein Zweibeinständer unter dem Tretlager mit weit gespreizten Füßen verbessern den Stand. Auf einen stabilen Stand müssen Sie beim auf- und absteigen darauf achten, und besonders wenn Sie Ihr Kind in oder aus dem Sitz heben. Am besten halten Sie das Rad immer mit einer Hand fest. Leichtgängige und einfach zu bedienenden Gurte und Fußriemen erleichtern die Handhabung.
- Halterung anlegen: Die Halterung für den Kindersitz muss passen. Vor allem bei Rädern mit Trapezrahmen können Anlötteile im Weg sein, die die Züge der Hinterradbremse halten. Nehmen Sie daher Ihr Fahrrad/Ihre Fahrräder mit zum Fachhandel. Hier können Sie gleich prüfen, ob die Halterung passt - falls nicht, hat der Händler/die Händlerin in den meisten Fällen eine andere Lösung zur Hand.
- Bei der Montage von Kindersitzen, die mit Metallbügeln in die Halterung eingehängt werden, müssen Sie auch darauf achten, dass der Kindersitz einige Zentimeter Platz über dem Gepäckträger hat. Die Metallbügel schwingen und gleichen Fahrbahnunebenheiten aus - aber nicht, wenn der Sitz auf dem Gepäckträger aufsetzt.
- Der Fahrradhelm des Kindes sollte am Hinterkopf abgeflacht sein. So stört der Helm nicht an der Rücklehne des Sitzes und er kann nicht nach vorne rutschen.
- Wenn Ihr Sattel offene Federn hat, müssen Sie diese abdecken, damit sich das Kind nicht die Finger klemmen kann.
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