Der ADFC hat viele Projekte ins Leben gerufen, die den Radtourismus in Deutschland kräftig angeschoben haben.

Der ADFC hat viele Projekte ins Leben gerufen, die den Radtourismus in Deutschland kräftig angeschoben haben. © ADFC/Marcus Gloger

ADFC und Radtourismus

Der ADFC wird 40 Jahre alt und hat viele Projekte ins Leben gerufen, die den Radtourismus in Deutschland kräftig angeschoben haben. Auch sie haben Grund zum Feiern.

Der Radtourismus in Deutschland war und ist kein Selbstläufer – Radreisende galten als Reisende zweiter Klasse, zu arm fürs Auto, dazu scheele Blicke in Hotels, wenn sie ein Zimmer für eine Nacht haben wollten. Auf ihre Bedürfnisse war niemand eingestellt: Infos zu Planung, Karten, Reiseführer oder Routen und Infrastruktur waren schlicht nicht vorhanden. Doch die Pioniere des Aktivtourismus hat das nicht abgeschreckt.

30 Jahre ADFC-Fachausschuss Fahrradtourismus

Er wurde 1989 gegründet und hat seitdem aktiv für die Förderung des Radtourismus und viele Verbesserungen gesorgt. Er tagt zweimal im Jahr, begutachtet auf Einladung die radtouristischen Angebote von Tourismusregionen und ist Ideenschmiede für viele ADFC-Produkte sowie Berater und Impulsgeber für die Tourismusbranche.

Dem ADFC geht es um zielgruppengerechte Angebote für in- und ausländische Radtouristen und für die, die ihre Freizeit auf dem Rad verbringen möchten. „Deshalb steht beim ADFC die gesamte Service- und Leistungskette im Fokus: Von der Planung über die An- und Abreise, von der Routenqualität bis hin zu fahrradfreundlichen Übernachtungen“, sagt Frank Hofmann. Er ist im Bundesvorstand für Tourismus zuständig und engagiert sich seit 1990 im Fachausschuss.

So sind beispielsweise die ADFC-Qualitätsauszeichnungen für Radfernwege und die RadReiseRegionen im Fachausschuss entstanden. Die Bewertung nach einheitlichen Standards war 2006 ein Novum und macht seitdem die Routen für Urlauber vergleichbar. Aktuell sind 36 Routen klassifiziert und vier RadReiseRegionen ausgezeichnet. „Die ADFC-Qualitätsstandards sind weltweit einzigartig. Das erklärt, warum auch Routenbetreiber aus den Nachbarländern ihre Routen nach den ADFC-Kriterien bewerten lassen und mit den Qualitätssternen im In- und Ausland werben“, sagt Louise Böhler, Abteilungsleiterin Tourismus in der ADFC-Bundesgeschäftsstelle.

20 Jahre Deutschland per Rad entdecken

Qualität ist ein Stichwort, das auch bei „Deutschland per Rad entdecken“ eine Rolle spielt. Die erste Ausgabe erschien 1999, als der Radtourismus in Deutschland noch unsystematisch und unkoordiniert war. Der Radurlaubsplaner ist das einzige Beratungsangebot, das bundesländerübergreifend radtouristische Ziele kompakt präsentiert. Die vorgestellten Routen und Regionen erfüllen bestimmte Qualitätsstandards wie eine durchgängige Beschilderung. Neben der Printbroschüre gibt es die Infos auch digital im Netz, per E-Paper und Social Media. „Deutschland per Rad entdecken repräsentiert den deutschen Radtourismus wie kein anderes Projekt inner- und außerhalb des ADFC“, so Louise Böhler.

20 Jahre ADFC-Radreiseanalyse

Dass der Radtourismus in Deutschland spätestens seit den 1990er-Jahren Fahrt aufgenommen hat, war dem ADFC klar. Dennoch fehlten die Beweise. 1999 startete der ADFC mit der Radreiseanalyse erstmals eine Untersuchung zum Radreiseverhalten. Die Ergebnisse lieferten Routenbetreibern, Tourismusorganisationen und dem ADFC Daten über das radtouristische Angebot, über Nachfrage und Trends. Sie bilden auch die Grundlage, um die Bedeutung des Radtourismus gegenüber Politik und Entscheidungsträgern zu belegen. „Die Ergebnisse aus der Radreiseanalyse waren in der Vergangenheit zudem oft Anlass für Verbesserungen in den Regionen und bei den Routen. Vor allem die Vorstellung der beliebtesten Radfernwege und Radregionen hat bei den Tourismusorganisationen dazu geführt, ihre Angebote für Aktivurlauber auf- und auszubauen“, sagt Frank Hofmann.

Die ADFC-Radreiseanalyse findet seit 1999 jährlich statt und wurde stetig verbessert. Sie ist weltweit die einzige systematische Untersuchung dieser Art. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage stellt der ADFC am 7. März auf der Internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin vor.

ADFC und EuroVelo

Europaweit engagiert im Radtourismus: Gemeinsam mit dem europäischen Verband für Radfahrende, ECF, treibt der ADFC den Ausbau des europaweiten Routennetzes EuroVelo voran. Geplant und teils schon realisiert sind insgesamt 15 EuroVelo- Routen auf 70.000 Kilometern. Neun Routen führen durch Deutschland und verlaufen größtenteils auf bestehenden Radfernwegen wie dem Rhein- oder dem Donauradweg. Eine weitere Route ist die EuroVelo Route 13, die den Verlauf des Eisernen Vorhangs und damit europäische Geschichte abbildet. Als nationale Informationsstelle für das Projekt, unterstützt der ADFC so den Gedanken eines europäischen Routennetzes. Er ist Schnittstelle zwischen ECF und Tourismusorganisationen vor Ort und informiert Routenbetreiber über das europäische Netzwerk. Auf internationalen Konferenzen präsentiert der ADFC sein Know-how in Sachen Radtourismus und engagiert sich auch in Arbeitsgruppen für die Zukunft des europäischen Radtourismus.

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https://www.adfc.de/artikel/adfc-und-radtourismus/

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 185.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

    Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen. Lesen Sie in unserem Grundsatzprogramm mehr über die Ziele und Forderungen des ADFC – und werden Sie Mitglied in der weltweit größten Zweiradgemeinschaft.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrenden ein.

    Für Sie hat die ADFC-Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können, egal wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Radwelt Informationen zu allem, was Sie als Rad fahrenden Menschen politisch, technisch und im Alltag bewegt. Nutzen Sie als ADFC-Mitglied außerdem vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied? Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

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  • Wo finde ich die nächste ADFC-Vertretung in meiner Nähe und wie kann ich mitmachen?

    Mit dem ADFC-Bundesverband, den Landesverbänden und den Kreisverbänden in mehr als 450 Städten und Ortschaften in ganz Deutschland finden Sie mit Sicherheit auch in Ihrer Nähe den passenden Ansprechpartner. Um die 400 Ortsgruppen und Ortsverbände sind darüber hinaus für den ADFC aktiv.

    Einen besonderen Dienst leisten die vielen ehrenamtlich Engagierten im ADFC: Sie organisieren Radtouren, kommen mit Politikern ins Gespräch und tragen mit unzähligen Aktionen dazu bei, dass die Bedingungen für Rad fahrende Menschen zunehmend besser werden.

    Sie möchten erst später Mitglied werden, aber sich schon jetzt für das Radfahren engagieren? Hier bekommen Sie die Infos dazu, wie das im ADFC möglich ist.

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszustatten ist, legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Sie schreibt u. a. zwei voneinander unabhängige Bremsen vor, damit ein Fahrrad sicher zum Stehen kommt. Ebenso vorgeschrieben ist eine helltönende Klingel. Auch zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit je zwei nach vorne und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern sind Pflicht.

    Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Beleuchtung. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind vorgeschrieben. Die Beleuchtung kann batteriebetrieben sein und muss tagsüber nicht mitgeführt werden. Sie muss aber dann einsatzbereit sein, wenn die Sichtverhältnisse Licht erforderlich machen. Für den Straßenverkehr zugelassen ist Beleuchtung nur mit dem Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamts (eine Wellenlinie, Großbuchstabe K und fünfstellige Zahl). Damit Radfahrenden auch seitlich gesehen werden, sind Reflektoren in den Speichen oder Reflexstreifen an Reifen oder Felge vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO vorgeschrieben sind. Ausführlichere Informationen finden Sie hier.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.

    Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

    Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs. Weitere Tipps, wie Sie zu Ihrer und der Sicherheit anderer beitragen, finden Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad ist nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubtem Parken schützen.

    Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. Mehr zur Infrastruktur für den Radverkehr erfahren Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können. Mehr Informationen zu den Bewertungskriterien unserer Radtouren erhalten Sie im Menüpunkt Auf Tour.

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  • Wo bekomme ich Radkarten?

    Mit fast 3 Mio. verkauften Exemplaren gehören die ADFC-Radtourenkarten weltweit zu den Bestsellern unter den Fahrradkarten. Sie haben einen praktischen Maßstab (1:150.000) und sind mit Hilfe von versierten ADFC-Scouts entstanden, die die Bedürfnisse von Radreisenden verstehen und die Strecken buchstäblich erfahren haben. Die 27 ADFC-Radtourenkarten für Deutschland haben wir durch besonders spannende und beliebte Radregionen wie den Gardasee oder Mallorca ergänzt. Außerdem finden Sie eine Vielzahl von ADFC-Regionalkarten (Maßstab 1:75.000) im Buchhandel, in vielen ADFC-Infoläden und direkt beim Bielefelder Verlag BVA (Tel.: 0521/59 55 40, E-Mail: bestellung@bva-bielefeld.de) oder bequem auf www.fahrrad-buecher-karten.de.

  • Wo finde ich vom ADFC empfohlene Musterkaufverträge für Fahrräder?

    Ganz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.

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