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ADFC fordert Außenairbags, Abbiegeassistenten und Türöffner-Signale

Statement zur UDV-Studie "Radfahrer / Pkw-Unfälle"

Datum: 30. September 2015

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat heute eine neue Studie zu fehlenden fahrradspezifischen Schutzsystemen an Autos herausgegeben.

ADFC-Bundesvorstand Verkehr, Ludger Koopmann, sagt zu den Ergebnissen: „Die Autoindustrie hat bei der Sicherheitstechnik in erster Linie die Auto-Insassen im Blick. Das zeichnet sich ganz deutlich bei den Unfalldaten ab – die Zahl der getöteten Autofahrer ist in den letzten Jahrzehnten dank Gurt, Airbag und Fahrer-Assistenzsystemen drastisch gesunken. Fahrradfahrer profitieren bisher so gut wie gar nicht von verbesserter Sicherheitstechnik. 396 tödlich verunglückte Radfahrer gab es im vergangenen Jahr, also jeden Tag ein Mensch."

ADFC fordert fahrradspezifische Sicherheitstechnik
Koopmann weiter: "Damit 'Vision Zero' - keine Toten im Straßenverkehr – Wirklichkeit werden kann, brauchen wir dringend fahrradspezifische KfZ-Sicherheitstechnik. Dazu gehören Außenairbags über die gesamte Windschutzscheibe, Abbiege- und Bremsassistenten und Signale, die vor sich öffnenden Autotüren warnen. Wenn Fahrrad und Auto kollidieren, ist in 75 Prozent der Fälle der Autofahrer Schuld. Deshalb müssen technische Lösungen helfen, das Risiko menschlicher Fehler zu minimieren. Denn Fahrradfahrer haben bekanntlich keine Knautschzone.“ 

Radverkehrssicherheit nur marginal verbessert
In den vergangenen zehn Jahren wurde die Zahl der getöteten Autofahrer und Autoinsassen mehr als halbiert (3.238 Getötete in 2004 auf 1.575 in 2014).  Die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer ist deutlich weniger zurückgegangen (von 475 in 2004 auf 396 in 2014), die Zahl der Fahrradunfälle insgesamt hat sich gar nicht verbessert. Die Sicherheit für Radfahrer hat sich in den vergangenen zehn Jahren also nur marginal verbessert.  

Weniger Tempo, bessere Radwegenetze
Verkehrsplaner nehmen zwar heute mehr Rücksicht auf die Anliegen von Radfahrern – es werden Radwege gebaut und zunehmend Radspuren eingerichtet, einige Kommunen haben Radverkehrsbeauftragte eingesetzt und anderes mehr. Die objektive und subjektive Sicherheit hat sich dadurch bisher aber nicht signifikant verbessert. Neben den erwähnten technischen Systemen fordert der ADFC deshalb seit vielen Jahren niedrigere Geschwindigkeiten in den Innenstädten - also mehr Tempo 30 -, und besser gewartete, durchgängige Radwegenetze. Denn neben Kollisionen mit PKW geht ein großer Teil der Radunfälle auf das Konto von Schlaglöchern, Baumwurzelaufbrüchen oder Hindernissen auf Radwegen und Radstreifen.

KfZ-Technik darf nicht nur Auto-Insassen zugutekommen
Mehr Radverkehr in Deutschland ist auch das Ziel des Nationalen Radverkehrsplans des Bundesverkehrsministeriums. Bei zunehmendem Radverkehr werden sich aber auch die Sicherheitsprobleme verschärfen, wenn nicht kräftig gegengesteuert wird. Die zunehmende Anzahl von Pedelecs ist dabei nicht ausschlaggebend (die UDV hat in einer aktuellen Studie gezeigt, dass Pedelecs im Durchschnitt nicht deutlich schneller unterwegs sind als konventionelle Fahrräder). Aber die Zunahme des Verkehrs insgesamt und die wachsende Akzeptanz des Fahrrads fordern Politik und Verwaltung heraus, neu über Verkehrssicherheit nachzudenken. Und Fortschritte der KfZ-Technik dürfen nicht nur den Menschen im Auto zugutekommen.

Kontakt:

Stephanie Krone
Pressesprecherin ADFC-Bundesverband
Telefon: 030 2091498-65
E-Mail: presse@adfc.de


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