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ADFC: Vorrang für Radschnellwege vor Autobahnen!

Bundesverkehrswegeplan ohne Impulse für aktive Mobilität

Datum: 05. April 2016

Nr. 09/16

Heute wurden im Bundesverkehrsministerium die Mobilitäts-Verbände zum Bundesverkehrswegeplan 2030 gehört, darunter der ADFC. Der Fahrrad-Club kritisiert die Fixierung auf den motorisierten Verkehr und fordert, dass der Bund vor Ausbau von urbanen Bundesfernstraßen prüfen lässt, ob alternativ Radschnellwege realisiert werden können.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Im Bundesverkehrswegeplan geht es seitenweise um Ausbauten von innerstädtischen Autobahnen und Bundesstraßen. Das sind lebensfeindliche Konzepte aus dem letzten Jahrhundert! Wir wissen aus den Niederlanden und dem Ruhrgebiet, dass Radschnellwege erhebliches Potenzial zur Reduzierung des städtischen Autoverkehrs haben. Wir wollen, dass der Bund vor jedem innerstädtischen Autobahnprojekt zwingend prüft, ob nicht ein Radschnellweg die lokalen Fahrten aufnehmen kann. Wenn dabei herauskommt, dass auf den Erweiterungsbau verzichtet werden kann, dann soll der Bund auch die Finanzierung übernehmen.“

Personenverkehr wächst weiter zweistellig
Die dem Bundesverkehrswegeplan zugrunde liegende Verkehrsprognose besagt, dass der Personenverkehr bis 2030 um 13 Prozent und der Güterverkehr um 38 Prozent zunehmen werden. Gleichzeitig erfordern die in Paris verabschiedeten Klimaziele eine Senkung des motorisierten Individualverkehrs um 10 Prozent pro Dekade. Die Hälfte aller Autofahrten ist weniger als fünf Kilometer lang – eine Distanz, die bei geeigneter Infrastruktur mit Leichtigkeit auf dem Rad zurückgelegt werden kann.

Stork: „Zukunftsfähig ist Verkehrspolitik nur, wenn sie deutliche Anreize setzt, überflüssige Pkw-Fahrten durch Rad-, Fuß- oder ÖPNV-Wege zu ersetzen. Diese Chance verpasst des Ministerium.“

Berufspendler auf dem Rad sind realistisch
Dass das Ersetzungsszenario realistisch ist, zeigen die Niederlande. Seit 2006 werden dort im Rahmen des Programms „Fiets filevrij“ (etwa: „Fahre Rad ohne Stau“) landesweit Radschnellwege in Ballungsräumen angelegt, um Stau-Probleme zu lösen. Über 25 Prozent der Berufspendler fahren hier mit dem Fahrrad oder Pedelec zur Arbeit. In Deutschland sind es nur rund 11 Prozent.

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 155.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

 

Kontakt:

Stephanie Krone
Pressesprecherin ADFC-Bundesverband
Telefon: 030 2091498-65
E-Mail: presse@adfc.de


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