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StVO-Novelle: Tempo 30 vor Kitas und Gehwegradeln reicht nicht!

Datum: 17. Februar 2016

Nr. 04/16

Mit der geplanten Novelle der Straßenverkehrsordnung will das Bundesverkehrsministerium die Anordnung von Tempo 30 vor Kindergärten, Schulen und Altenheimen erleichtern. Außerdem sollen Eltern ihre Kinder auf dem Rad zukünftig auf dem Gehweg begleiten dürfen. Beide Vorschläge hält der ADFC für unzureichend, ungeschützte Verkehrsteilnehmer wirkungsvoll vor Unfällen zu schützen und familienfreundlichen Radverkehr zu fördern.

ADFC-Vorstand Dr. Jens Schütte sagt: „Kinder und alte oder gebrechliche Menschen sind nicht nur vor Kitas, Schulen und Krankenhäusern unterwegs – sie haben auf allen ihren Wegen das Recht, vor schnellem KfZ-Verkehr geschützt zu sein. Deshalb fordern wir, die Temporegelung umzudrehen. Tempo 30 muss Regelgeschwindigkeit in den Städten sein – und nur Hauptverkehrsstraßen können davon befreit werden.“

Das Europäische Parlament hatte sich 2011 aus Gründen der Verkehrssicherheit für Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Ortschaften ausgesprochen. Auch der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesverkehrsministerium empfiehlt Tempo 30. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub fordert Tempo 30 innerorts seit vielen Jahren, unter anderem in seinem Verkehrspolitischen Programm. Weitere Fakten zu Tempo 30 haben ADFC-Verkehrsexperten in einem Webdossier zusammengestellt.

Die geplante Änderung, dass Eltern ihre Kinder mit dem Rad in Zukunft auf dem Gehweg begleiten dürfen, löst zwar ein altes Dilemma. Kinder bis 8 Jahre müssen mit dem Rad auf dem Gehweg fahren – Eltern dürfen es bisher nicht. Das führte immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil Eltern ihre Kinder auf diese Weise aus den Augen und der Kontrolle verlieren, beispielsweise durch parkende Autos oder andere Sichtbehinderungen. Wenn jetzt Eltern ihre Kinder mit dem Rad auf dem Gehweg begleiten dürfen, wird es dort bei zunehmendem Radverkehr immer häufiger zu Konflikten mit Fußgängern kommen.

Schütte: „Die Gehweg-Regelung zeigt ein verkehrspolitisches Dilemma auf: Es gibt in kaum einer deutschen Stadt eine familienfreundliche Fahrrad-Infrastruktur, auf der Vater, Mutter, Kind und Großeltern bedenkenlos Radfahren können. Wir brauchen Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, durchgängige Radverkehrsnetze hoher Qualität, mehr Fahrradstraßen ohne Durchgangsverkehr und Radschnellwege, damit Radfahrer jeden Alters sicher und komfortabel unterwegs sein können. Denn natürlich wollen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern auf denselben Wegen Radfahren.“

Ausgewählte Themenfotos zum Radfahren in Städten sowie ein Portrait von ADFC-Vorstand Dr. Jens Schütte finden Sie in unserem Pressebereich. Im ADFC-Instagram-Account finden Sie eine kurze Filmsequenz eines Sechsjährigen auf dem Rad in der Innenstadt von Kopenhagen.         

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 155.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

 

Kontakt:

Stephanie Krone
Pressesprecherin ADFC-Bundesverband
Telefon: 030 2091498-65
E-Mail: presse@adfc.de


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