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Radfahren und Alkohol

Eine Nachbemerkung zur angeblich dramatischen Situation in Münster

Eine Langzeitstudie der Unfallforschung der Versicherer erfasste in Münster von 2004 bis 2006 sämtliche Radverkehrsunfälle. Von 2.541 Unfällen wurden 1.286 durch Kraftfahrer verursacht. Bei den von Radfahrern verschuldeten 1.164 Unfällen wurde zu 12 Prozent Alkoholeinfluss als Unfallursache festgestellt. Umgerechnet auf sämtliche Unfälle mit Radfahrerbeteiligung sind das 5,5 Prozent – kaum mehr als im bundesweiten Durchschnitt. DER SPIEGEL berichtete bereits im Heft 41/1987: „So zeigte eine Untersuchung der Polizei in Münster, dass jeder zehnte Radfahrer, der einen Unfall verschuldet hat, angetrunken war.“ Das wäre eine Steigerung von 10 auf 12 Prozent innerhalb von 25 Jahren.

Angesichts der Bevölkerungsstruktur und der Verkehrsmittelwahl in der Fahrrad- und Studentenstadt Münster ließe die vom „Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ hergestellte Verknüpfung von Freizeit- und Mobilitätsverhalten sehr viel höhere Werte erwarten. “Junge Menschen nehmen wesentlich häufiger als ältere alkoholische Getränke außerhalb der eigenen Wohnung zu sich, vor allem nachts und an den Wochenenden. Junge Fahrer sind stark gehäuft nachts und am Wochenende unterwegs. ...Über 50 Prozent ihrer Trinkepisoden finden nachts und am Wochenende außerhalb der eigenen Wohnung statt, setzen also Fahrten voraus.“ In Münster machen auch junge Menschen diese Fahrten typischerweise mit dem Fahrrad. Zwei Drittel aller Blutentnahmen trafen dort Radfahrer zwischen 18 und 30 Jahren.

Der vorgeschlagene Gefahrengrenzwert von 1,1 Promille hätte die Polizei in die Lage versetzt, alle fünf in den letzten Jahren in Münster unter Alkoholeinfluss getöteten Radfahrer bei einer Kontrolle von der Weiterfahrt abzuhalten. Drei von ihnen wiesen Blutalkoholwerte weit über dem absoluten Grenzwert auf (2,1 - 2,2 - 2,4 Promille). Die beiden anderen hatten eine BAK von 1,3 und 1,59 Promille.

Roland Huhn
ADFC-Rechtsreferent
Roland.huhn@adfc.de


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