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Beginn und Ende der Radroute liegen am Main: Der mit vier Sternen vom Allgemeinen Deutschen-Fahrrad-Club, ADFC, ausgezeichnete Rundkurs „Vom Main zur Rhön" startet in Gemünden und ist 263 Kilometer lang.
Auf dem ganzen Radweg ist für Erfrischung gesorgt. Main, Saale, Sinn, Streu und Schondra heißen die kühlenden Flüsse, die die Route begleiten. Wasser ist also angesagt, denn außerdem säumen Badeseen und Bäderorte den Radweg. Ganze fünf an der Zahl liegen am Wegesrand.
Das erste ist Bad Kissingen, der wohl bekannteste Kurort Deutschlands, in dem sich der Glanz vergangener Zeiten erspüren lässt. Hier kurten einst Könige, und ein wenig mondän geht es heute noch zu. Kurgäste sitzen unter kristallenen Lüstern in stilvollen Cafés und verspeisen so manche Sahnetorte. Doch zwischen den prachtvollen Bäderbauten finden sich auch urgemütliche Weinstuben für die Frankenweinverkostung.
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Bad Bocklet und Bad Neustadt folgen auf dem Fuß und als viertes Bad Königshofen. Hier ist es ruhiger. Im Heilwassersee der Frankentherme kann sich der müde Radwanderer entspannen. Hinaus geht's aus dem Ort und auch ein bisschen hinauf auf ein Plateau mit ausgedehnten Weizenfeldern, Birnen- und Apfelbäumen. Der Himmel spannt die Wolken weit aus und sitzt wie ein Topfdeckel über uns. Die Wolkenformationen jagt der Wind vor sich her. Fast wirken sie wie Gemälde. Es weht, und es ist hügelig, ein ständiges Auf und Ab.
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Neben Bädern und Flüssen, die Kühlung bringen, ist auch für des Radfahrers durstige Kehle gesorgt: In der Rhön, in Ostheim und in Roth gibt es Familienbrauereien mit ökologischen Bieren, z. B. das Streck-Bräu oder das Rhöner Bier. Hammelburg schließlich gilt als Geburtsort des Frankenweins, denn hier fand man Bayerns älteste original erhaltene Urkunde vom 07.01.777, die den Weinbau bestätigt. Doch tagsüber sollte man alkoholfrei vorgehen, da bietet sich die Bionade an, die ebenfalls aus dem Ort Ostheim stammt. Und dann lassen sich noch herrliche Säfte verkosten, z. B. die Apfelsäfte von Streuobstwiesen und aus den Keltereien der Rhön. Eine davon kann man besuchen und dort probieren: Die Fruchtsaft- und Obstweinkelterei der Firma Hartmann in Sondheim liegt direkt am Weg.
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Kurz hinter Fladungen ist eine Alternativroute auf die Hochrhön möglich. Panoramatour wird sie genannt, denn nichts stört tagsüber die weite Sicht auf sonnige Höhen, auf uralte Sonnen beschienene Buchenhaine, mystische Basalthalden und geheimnisvolle Hochmoore. Das „Land der offenen Fernen" heißt die Rhön deshalb auch. Am Morgen wirken die abgerundeten Bergkuppen seltsam Nebel verhangen. Eine herbe, reizvolle und fast ein wenig mystisch erscheinende Landschaft. Durch die UNESCO wurde die Mittelgebirgslandschaft der Rhön zum Biosphärenreservat erklärt.
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Das letzte Bad, das Staatsbad Brückenau, hat zwischen barocken Bauten ganze fünf Quellen zu bieten und das deutsche Fahrradmuseum. Auf zwei Etagen werden in der Villa Füglein über 200 Fahrräder aus zwei Jahrhunderten gezeigt und erklärt. Höhepunkte sind der alte Fahrradladen aus der Zeit um 1930 und die Probierräder im Garten des angeschlossenen Cafés. Im Museumsladen kann man u. a. historische Fahrradteile erstehen. Durchs Sinntal führt die letzte Etappe und alles endet, wo es begann, in Gemünden.
© Judith Weibrecht
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7/2009
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