Baltische Staaten:
Kurzinformation für die Radtour
Zuletzt geändert am: 17.03.2011
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Inhaltsverzeichnis:
- Landeskunde für Radler
- Klima und Reisezeiten
- Straßen und Verkehr
- Einreisebestimmungen
- Anreise
- Fahrrad und öffentlicher Inlandsverkehr
- Fahrradaustattung und Ersatzteile
- Verpflegung
- Unterkunft
- Verschiedenes
- Adressen und Informationsmöglichkeiten
- Karten
- Literatur
- Impressum
Verschiedenes
Sprache: Jedes Land hat seine eigene Sprache. Das Estnische ist dem Finnischen sehr ähnlich. Lettisch und Litauisch bilden eine eigene indo-europäische Sprachgruppe, haben jedoch einige Lehnwörter aus dem Deutschen und Russischen. Russisch können zwar die meisten Lute, es ist aber im Allgemeinen (außer in Gegenden mit russischstämmiger Bevölkerung) eher unbeliebt und wird von jungen Menschen zumeist nicht mehr in der Schule gelernt.. Mit Deutsch oder Englisch hat man, vor allem in Estland und zhunehmend auch in Lettland und Litauen, meist mehr Erfolg. Doch gibt es genügend Situationen, in denen schon geringe Sprachkenntnisse des jeweiligen Landes weiterhelfen.
Bevölkerung: Die Russen bilden seit den 40er Jahren die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe des Baltikum. Sie wurden von Moskau gezielt in den Großstädten und Industriegebieten angesiedelt, so daß sie heute in Tallinn 40%, in Riga 55% und in Nordost-Estland rund 90% der Bevölkerung stellen. Bei der Wahl der Sprache sollte man beachten, mit wem man redet, da das Verhältnis zwischen den Bevölkerungsgruppen stark unterkühlt ist.
Verhalten: Als Reiseradler ist man ein Exot. Zwar verbietet die eher zurückhaltende Mentalität der Balten allzu große Neugier, aber wenn man sie anspricht wird man stets auf nette, freundliche und vor allem sehr hilfsbereite Menschen treffen. Immer wieder berichten Radler, die hinsichtlich der Sicherheit mit einem mulmigen Gefühl in diese für sie oft noch kaum bekannte Region Europas gefahren sind, dass sie am Ende sehr oft angenehm überrascht waren. Sie fühlten sich nie irgendwie unwohl oder gar bedroht.
In Problemfällen rund ums Rad kann man, insbesondere auf dem Lande, auf die Hilfsbereitschaft und das Improvisationstalent der Bevölkerung vertrauen.
Im übrigen sollte man, wie überall auf der Welt, sein Fahrrad gut sichern, wenn man es alleine läßt.
Währung: In Estland gilt ab 1.1.2011 der Euro: 1 Euro = 100 Cents; Lettische Lats: 1 Lats = 100 santimi, 1 € = 0,70 LVL; Litauische Litas: 1 Lit(as) = 100 Cents, 1 € = 3,45 LTL (11/10).
Bargeld und Reiseschecks werden in Banken, Wechselstuben, in vielen Hotels (zu einem schlechten Kurs) und oft auch auf Bahnhöfen gewechselt. In allen Städten und größeren Orten gibt es mittlerweile Geldautomaten ("Bankomat"), bei denen man mit seine ec-Karte oder mit Kreditkarten (Eurocard/Mastercard, Visacard) abheben kann. Kreditkarten akzeptieren neben Banken und großen Hotels auch mehr und mehr die größeren Geschäfte. Die Öffnungszeiten der Banken: Mo-Fr 10-16 Uhr, manchmal auch länger.
Wer unterwegs in Geldnot gerät, kann sich über Verwandte oder Bekannte binnen weniger Stunden Geld zu einer Bank in seiner Nähe transferieren lassen. Dazu muß der Vertraute daheim zur nächsten Postfiliale (mit Bankgeschäft) gehen, sich dort das Formular "Postbank Minuten-Service Einzahlung" der Western Union Money Transfer geben lassen, ausfüllen und zusammen mit dem gewünschten Betrag in bar einzahlen. Weitere Infos gibt's unter: 0180 3040500 (0,09 €/Min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise können abweichen).
Zeit: In allen drei Staaten herrscht – nach einigem Durcheinander – vorerst das ganze Jahr über Osteuropäische Zeit (entspricht unserer Sommerzeit). Das kann sich aber in den nächsten Jahren wieder ändern ...(z.B. hatte Litauen in 2002 keine Zeitumstellung vorgenommen).
Telefon: Die Vorwahl von Deutschland ins Baltikum: Litauen 00370, Lettland 00371, Estland 00372. Umgekehrt lautet die Vorwahl von Litauen: 8-10-49, von Lettland: 00-49 und von Estland: 8-00-49. Von den immer häufiger anzutreffenden Kartentelefonen ist es zwar problemlos möglich, direkt nach Deutschland zu telefonieren, doch ist dies teilweise noch recht teuer. Immer wieder wird das Telefonnetz umgestellt (so wie 2002 in Litauen). Daher ist mit Änderungen zu rechnen. Deutsche Handys sind nicht automatisch nutzbar (Tipp: Vor der Abreise eigenen Anbieter fragen - es gibt Fälle, wo Anrufe im Baltikum empfangen, aber nicht selbst telefoniert werden kann ...). Tallinn und Riga verfügen über die (relativ) höchste Handy-Dichte in ganz Europa!
Ein Tipp für Handytelefonbesitzer mit Prepaid-Karten: Gleich nach der Ankunft eine neue SIM-Karte besorgen, die alte herausnehmen, für die Rückreise aufbewahren und dann mit neuer Karte und neuer Nummer im Land und nach Deutschland telefonieren oder SMS versenden. Das kommt deutlich billiger als mit der deutschen SIM-Karte.
Die englischsprachige Telefonauskunft lautet übrigens: 1182 (Estland), 118 (Lettland und Litauen)
Notrufe: Feuer: 01, Polizei: 02 oder 112, Krankenwagen: 03, Ausnahme Estland: Polizei: 110, Notruf/Rettungdienst: 112
Mücken: An den Seen in den drei Ländern können in den wärmsten Monaten des Jahres reichlich Mücken auftreten (dieselben "fiesen Dinger" wie in Skandinavien). Dagegen ist es direkt an der Ostsee wegen der beständig leichten Briese meist angenehm mückenarm.
Zecken: In allen drei Ländern gibt es Zecken, die die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und die Borreliose auslösen können. Daher empfiehlt sich eine vorsorgende Impfung beim Hausarzt (wird in der Regel von der eigenen Krankenkasse übernommen) (siehe auch www.zecken.de).
Krankheitsvorsorge: Eine Auslandskrankenversicherung sollte abgeschlossen und spezielle Medikamente sollten mitgebracht werden. In Tallinn gibt es im Hotel Olümpia eine medizinische Versorgung für Touristen, Tel. +6/315 440.
Filme: Vergessene Filme (mit Ausnahme von Dia-Filmen) sind kein Problem mehr, da sie im Baltikum fast immer erhältlich und kaum teurer als hier zu Lande sind. Negativfilme lassen sich daher vor Ort schnell beschaffen. In größeren Städten können diese Filme sogar im Schnell-Service entwickelt und davon Papierbilder in guter Qualität abgezogen werden. Wer allerdings Dias bevorzugt, sollte auf Nummer sicher gehen und seine benötigten Filme lieber mitbringen.
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