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Sicherheit & Wegeunfälle

Riskantes Radeln?

Radfahrer auf einer Wegefurt

„Mit dem Rad durch die Stadt? Das ist mir zu gefährlich!“ Ein beliebtes Argument fürs vermeintlich sichere Auto – das allerdings von der Statistik entkräftet wird. Radfahren ist eine vergleichsweise ungefährliche Art, unterwegs zu sein.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Radfahrer sind weitaus weniger gefährdet als Verkehrsteilnehmer auf vier Rädern: Laut Statistischem Bundesamt verunglückten 2004 in Deutschland 73.637 Fahrradfahrer – und 262.843 Pkw-Fahrer. 475 Radfahrer wurden getötet – und 3.238 Auto-Insassen. Die Zahl der verunglückten Radler ist gegenüber 2003 um fast 23 Prozent gesunken – die der verunfallten Pkw-Fahrer lediglich um 14 Prozent.

Aber: Wer im täglichen Berufsverkehr Rad fährt, sollte sich auch einiger Risiken bewusst sein. Eine wichtige Rolle bei der Gefährdung spielt das Alter – und die damit verbundene Fahr-Erfahrung. Eine niederländische Erhebung zeigte, dass insbesondere in der Altersgruppe der 18- bis 24-jährigen Automobilisten die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls fast fünfmal so hoch ist wie bei gleichaltrigen Radfahrern.

Die statistische Gefährdung erhöht sich bei den Radfahrern allerdings mit zunehmendem Alter: Im Lebensabschnitt zwischen 40 und 49 Jahren ist das Unfallrisiko von Rad- und Autofahrern in etwa gleich. Erst Radler über 50 leben demnach mit einem höheren Risiko als gleichaltrige Autofahrer.

Risiken im Straßenverkehr erkennen

Auf vorhandenen Radwegen fühlen sich Radfahrer oft zu sicher – aber Gefahren lauern auch hier, an Ausfahrten, Kreuzungen oder Einmündungen. Viele Radwege sind nicht ideal angelegt oder zu schmal. Und: Hindernisse oder Fußgänger tauchen manchmal ganz plötzlich hinter Hecken oder parkenden Autos auf.

Auf gemeinsamen Geh- und Radwegen kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Der ADFC befürwortet deshalb die klare Trennung des Rad- und Fußgängerverkehrs. Am besten geeignet für den Radverkehr sind Schutz- oder Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. In zahlreichen Städten wurden Erfahrungen mit diesen Radstreifen-Modellen gesammelt. Unfallauswertungen belegen die im Vergleich zu Radwegen positive Verkehrssicherheit solcher Lösungen.

Beim Fahren auf der Fahrbahn sollten sich Radfahrer umsichtig und insbesondere voraussehbar für Autofahrer verhalten. Beispiel Linksabbiegen: Hier sollte der Radfahrer vor dem Einordnen zuerst nach hinten blicken und eindeutige Handzeichen geben, Eine geradlinige Fahrweise mit ausreichendem Abstand zu parkenden Autos oder dem Bordstein schafft Sicherheit.

Weit gefährlicher sind allerdings abbiegende Lkws. Durch den so genannten „toten Winkel“, innerhalb dessen Radfahrer im Außenspiegel der Lkw-Fahrer nicht sichtbar sind, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen. Abhilfe schaffen zusätzliche Weitwinkel-Außenspiegel, die seit Oktober 2006 für alle neu zugelassenen Lkw über 3,5 Tonnen Pflicht sind. Der tote Winkel wird dadurch zwar deutlich reduziert, bleibt für Radfahrer aber eine tödliche Gefahr.

Tipp

Überprüfen Sie Ihr Rad regelmäßig! Vor allem schlecht gewartete Bremsen oder gelockerte Bauteile beinhalten ein Unfall-Risiko. Neben technischen Mängeln kann auch Leichtsinn (Alkoholeinfluss, Fahren ohne Licht und auf dem Gehweg) mitunter zu Unfällen führen, bei denen Radfahrer dann schnell als Hauptschuldige dastehen.

© 2012 - Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)

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