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ADFC-Bundeshauptversammlung 2016 in Mannheim

Datum: 14. November 2016  //  Kategorie: Über Uns

BHV 2016

Die Bundeshauptversammlung (BHV) des ADFC stand 2016 ganz im Zeichen des Fahrrads: Mit Mannheim wurde die Stadt gewählt, in der Karl Drais, der Erfinder der Laufmaschine, 1817 die erste Fahrradtour unternahm. Das Fahrradjubiläum feiert die Stadt u. a. mit der Sonderausstellung „2 Räder – 200 Jahre“, die am Vorabend der 37. BHV im Technoseum eröffnet wurde. Das Museum war auch der Tagungsort, an dem am 12. und 13.11. die etwa 150 Delegierten zusammenkamen, um die Richtlinien des ADFC zu bestimmen und einen neuen Bundesvorstand zu wählen.

Die Bundeshauptversammlung des ADFC hat fünf der bisherigen und zwei neue Vorstandsmitglieder mit der Führung des weltgrößten Radfahrerverbands beauftragt.

Ulrich Syberg wurde als ADFC-Bundesvorsitzender bestätigt und schwor den Verband auf ereignisreiche Zeiten ein. „Die Bundestagswahl und das Jubiläum 200 Jahre Fahrrad stehen 2017 vor der Tür. Das Fahrrad wird gefeiert, aber es tut sich noch zu wenig auf den Straßen. Kaum ein Politiker ist bereit, Autofahrern zu erklären, dass es für alle gut ist, wenn der Radverkehr mehr Platz bekommt. Für uns ist das der richtige Zeitpunkt, mit ganzer Kraft für das Fahrradland Deutschland zu trommeln.“

Leitantrag Bundeshauptversammlung 2016:
 Fahrradland Deutschland Jetzt!

Im Amt bestätigt wurden ebenfalls Birgit Kloppenburg, Dr. Gereon Broil, Ludger Koopmann und Mario Junglas. Nicht zur Wiederwahl angetreten und damit nicht mehr Teil des Vorstands sind Sabine Kluth, Thomas Baur, Raimund Jennert und Jens Schütte.

Neuer ADFC-Bundesvorstand Neue Vorstandsmitglieder
Neu im Vorstand sind zwei ausgewiesene Radverkehrsexperten. Bernadette Felsch als ehemalige Radverkehrsbeauftragte der Stadt München, die in ihrer Wahlkampfrede gleich Wünsche für die Zukunft des Vereins äußerte: „Ich wünsche mir, dass wir uns beim ADFC nicht nur mit Glaubensfragen beschäftigen, ob Radfahren auf der Straße oder auf baulich getrennten Radwegen besser ist. Ich meine, wir müssen stattdessen größer denken, attraktive Angebote machen und positive Ideen anbringen.“ Bernadette Felsch wird den Vorstand zukünftig im Bereich Tourismus vertreten.

Neu im Vorstand ist auch der ehemalige Bürgermeister der Fahrradstadt Rhede, Lothar Mittag, der die Arbeit des ADFC lobte. „So wie ich den ADFC wahrgenommen habe, muss ich sagen, wir dürfen ruhig selbstbewusster und gelassener sein. Wir sind gut, wir sind stark und wir müssen mit einer Stimme sprechen, vom Kopf bis in die letzte Gliederung hinein. Denn das, was wir machen, ist gut. Das, was wir machen, ist letzten Endes das, was die Gesellschaft nach vorne bringt und da würde ich gern mitmachen“, sagte er vor seiner Wahl. Lothar Mittag wird den Vorstand bei seiner verkehrspolitischen Arbeit unterstützen.

Radverkehr für alle
Die Delegierten beschlossen mit großer Mehrheit ein Grundsatzpapier zur Radverkehrs-Infrastruktur. Im Vorfeld der BHV hatte der ADFC seine Mitglieder per E-Mail und in der Radwelt dazu aufgerufen, zu 15 Thesen für eine sichere und komfortable Radverkehrsinfrastruktur Stellung zu beziehen. Knapp 6.700 Mitglieder haben teilgenommen und den ADFC dabei unterstützt, seine Forderungen für eine systematische Radverkehrsförderung auf eine möglichst breite Basis zu stellen.

Mit dem Grundsatzpapier schafft der Verband ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Fahrrad-Infrastruktur konkret aussehen muss, damit zukünftig mehr Menschen Radfahren und die, die es tun, das Fahrrad noch häufiger nutzen. „Menschen müssen es als angenehm empfinden Rad zu fahren, angenehmer als andere Verkehrsmittel. Wir wollen, dass auch Kinder und ältere Menschen überall Radfahren können“, sagt Ludger Koopmann vom ADFC-Bundesvorstand.

Leitlinien für die Infrastruktur
Dafür müssen durchgängige und qualitativ hochwertige Radverkehrsnetze geschaffen und dem Rad zu Lasten des Autoverkehrs deutlich mehr Platz im Straßenraum eingeräumt werden. Das Verkehrstempo muss reduziert werden, um ein fahrrad- und fußgängerfreundliches Klima zu schaffen und die Risiken für ungeschützte Verkehrsteilnehmer zu minimieren. Radspuren müssen breit genug sein, um auch das Überholen von Lastenrädern und Rädern mit Kinderanhängern zu ermöglichen. Kreuzungen müssen so intelligent aufgebaut sein, das Sichtbeziehungen der Verkehrsteilnehmer sichergestellt sind. Bei viel Autoverkehr und höheren Kfz-Geschwindigkeiten sollen Radspuren durch physische Barrieren vom Autoverkehr getrennt werden können. Das amerikanische Konzept der Protected Bike Lanes, bei dem Radspuren durch Poller, Blumenkübel oder Bordsteine vom Autoverkehr abgetrennt werden, soll als neue Möglichkeit der Radverkehrsführung in den Katalog der Infrastrukturlösungen eingehen.
 ADFC-Leitlinien Fahrradinfrastruktur

Die 37. BHV des ADFC endete für die Delegierten auf den Spuren von Karl Drais, mit einer Radtour durch die Stadt Mannheim. Die nächste BHV wird 2017 in Berlin stattfinden.

Die Leitlinien finden sich zusammen mit dem Verkehrspolitischen Programm auch auf www.adfc.de/grundsatzprogramm.

v.l.n.r.: Mario Junglas, Dr. Gereon Broil, Ulrich Syberg, Bernadette Felsch, Lothar Mittag, Ludger Koopmann. Es fehlt Birgit Kloppenburg

Fotos: ADFC/Bauer



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