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Öffentliches Anklingeln zum Auftakt der Gesundheitskampagne

Datum: 20. Mai 2009  //  Kategorie: Gesundheit

Anklingeln vor dem Frankfurter Römer

Vor dem Frankfurter Römer haben prominente Gäste am 19. Mai den Auftakt zur diesjährigen Gesundheitskampagne von ADFC und AOK "Mit dem Rad zur Arbeit" fahrradgerecht mit der Klingel eingeläutet.  Das Startsignal zur mittlerweile neunten Kampagne und zum öffentlichkeitswirksamen Fahrradkorso gaben die Parlamentarischen Staatssekretäre Rolf Schwanitz aus dem Bundesgesundheitsministerium und Ulrich Kasparick aus dem Bundesverkehrsministerium sowie Manuela Rottmann, Umweltdezernentin der Stadt Frankfurt, Rainer Dittrich vom AOK-Bundesverband und der stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende Bertram Giebeler. Die Kampagne beginnt für alle Teilnehmer am 1. Juni 2009.

Politik: Das Fahrrad als Lösung vieler Probleme

Rolf Schwanitz im Römer
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheits-
ministerium, Rolf Schwanitz (SPD)
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Es passiere zurzeit etwas Wichtiges in den Städten, sagte Ulrich Kasparick (SPD in seiner Eröffnungsrede im Römer: Sie fingen an, den Verkehr wieder mehr für die Menschen als für das Auto zu planen. "Der Radverkehr ist lange als Stiefkind behandelt worden. Jetzt entsteht zwischen den Städten ein Wettbewerb." Das Potenzial für mehr Radverkehr sei groß, so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium: 30 Prozent aller Verkehrswege in Ballungsräumen könnten in den nächsten Jahren mit dem Fahrrad und dem öffentlichen Nahverkehr zurückgelegt werden.

Wie notwendig es sein kann, Radverkehr verstärkt zu fördern, zeigte Manuela Rottmann in ihrem Grußwort am Beispiel Frankfurt: "In Frankfurt gibt es täglich 325.000 Einpendler und 64.000 Auspendler", sagte die Umweltdezernentin. Mehr Fahrten mit dem Fahrrad - Frankfurt will den Anteil von neun auf 15 Prozent steigern - könne nicht nur den Verkehr entlasten, sondern auch für mehr Lebensqualität sorgen und sei die Antwort auf Feinstaubprobleme und gut für die eigene Gesundheit.

"Das Fahrrad ist ein ideales Instrument, um etwas gegen Bewegungsmangel zu tun", sagte Rolf Schwanitz (SPD). Zusammen mit falscher Ernährung sei zu wenig Bewegung hauptsächlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht verantwortlich, so der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesgesundheitsministerium. In einer alternden Gesellschaft sei es wichtig, auch im Alter noch mobil zu sein. Die Kampagne "Mit dem Rad zur Arbeit" sei daher eine vorbildliche Aktion - auch für andere Präventionskampagnen -, die es geschafft habe, viele Menschen auch ohne erhobenen Zeigefinger zum Umsteigen auf das Fahrrad zu bewegen.

Die wirtschaftlichen Vorteile von gesunden Mitarbeitern zeigte Rainer Dittrich, Geschäftsführer Markt vom AOK-Bundesverband auf. Er zitierte eine niederländische Studie, nach der Mitarbeiter, die täglich mit dem Rad zur Arbeit kommen, im Durchschnitt einen Tag weniger krank zu sein. Dies spare Kosten und sei ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.

Öffentlichkeitswirksam durch die Hochhausschluchten

Dieter Bock (AOK Hessen) im Fahrradkorso
Rainer Dittrich (re.) vom AOK Bundesverband und
Dieter Bock (m.) von der AOK Hessen.

Auf das Fahrrad als die Mobilitätslösung der Zukunft machten die Politiker sowie rund 60 Verbands- und Firmenvertreter, Betriebskoordinatoren und Teilnehmer beim anschließenden Fahrradkorso zum Messegelände aufmerksam. Professionell geleitet von ADFC-Tourenleitern fuhr der Fahrradkorso durch die City und die Hochhausschluchten der Bankenmetropole zum Messegelände.

Bei der dortigen abschließenden Podiumsdiskussion sprachen die Teilnehmer über praktische Fragen der Gesundheitskampagne. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Christoph Rasch.

Beispiele, wie sich "Mit dem Rad zur Arbeit" in Unternehmen etabliere, nannten Dieter Bock von der AOK Hessen und Volkmar Gerstein, ADFC-Landesvorsitzender in Hessen. Dieter Bock: "Viele Betriebe arbeiten bei der Gesundheitsförderung mit der AOK zusammen. Unsere Firmenkunden

Post bei Fahrradkorso
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berater sprechen die Kampagne gezielt an.  Im vergangenen Jahr habe man erfolgreich auch kleine und mittelständische Unternehmen angesprochen. "Bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen gibt es noch ein großes Potenzial", so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Volkmar Gerstein sagte: "Gute Dinge sprechen sich 'rum. In den Betrieben wird auch viel über die persönlichen Vorteile des Radfahrens gesprochen." Eine durchgehende Pressearbeit halte dazu die Kampagne im öffentlichen Bewusstsein.

Wie ein Unternehmen  das Interesse an der Gesundheitskampagne nach einigen Jahren Teilnahme hochhalten könne, beantwortete Kai Hattendorf von der Messe Frankfurt mit der Integration der Kampagne in andere Gesundheitsmaßnahmen und der Infrastruktur: "Es kommen ohnehin viele Mitarbeiter mit dem Fahrrad zur Arbeit, auch mit dem öffentlichen Nahverkehr klappt das gut." Die Messe Frankfurt GmbH habe ein umfassendes Gesundheitsmanagement , unter anderem mit einer Ernährungsberatung, und der Betriebsarzt und die freiwilligen Betriebskoordinatoren sprechen das Thema regelmäßig an.

Im Gegensatz zu "Mit dem Rad zur Arbeit" richtet sich das Projekt "bike + business" an die Unternehmensleitungen. "Vielen Menschen lassen sich auch über eine gute Infrastruktur erreichen", sagte Heiko Kasseckert vom Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, "Fahrradabstellanlagen und Duschen tragen dazu bei, dass mehr Leute mit dem Rad zur Arbeit kommen." Projektträger von "bike + business" sind der Planungsverband und der ADFC Hessen.  Beide Projekte, so Kasseckert, ergänzten sich gut: "Von den Teilnehmern von Mit dem Rad zur Arbeit erhoffen wir uns auch mehr Teilnehmer für das ganzjährig angelegte bike + business."

Podiumsdiskussion Auftakt
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v.l.): Kai Hattendorf von der Messe
Frankfurt GmbH, Volkmar Gerstein, Landesvorsitzender vom ADFC Hessen,
Dieter Bock von der AOK Hessen, Heiko Kasseckert vom Planungsverband
Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main und Moderator Christoph Rasch.

Die Gesundheitskampagne "Mit dem Rad zur Arbeit" beginnt am 1. Juni 2009. Wer teilnimmt, fährt bis Ende August an mindestens 20 Tagen mit dem Rad zu seinem Betrieb. Organisiert sind die Teilnehmer in Teams, was die Motivation steigert. Wer den ausgefüllten Aktionskalender mit allen Fahrten am Ende der Aktion abgibt, kann wertvolle Preise gewinnen. Alle Informationen zur Kampagne gibt es hier und auf www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de .


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