Verkehrsstudie entkräftet Argumente für befestigte Radwege
Datum: 29. September 2009 // Kategorie: Verkehr und Recht
Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat im Rahmen einer Studie das Fahrverhalten von 39.000 Radfahrern untersucht. Ziel war es unter anderem, für die unterschiedlichen Radwegtypen (benutzungspflichtige Radwege, nicht benutzungspflichtige Radwege, Radfahrstreifen sowie Schutzstreifen) Unfallursachen und -häufigkeit zu ermitteln.
Die Ergebnisse der Studie entkräften die Argumente der Befürworter von befestigten Radwegen: Diese weisen eine ähnlich hohe Unfallrate auf wie Radfahrstreifen. Schutzstreifen für Radfahrer (mit gestrichelten Linien) hatten die geringste Unfallrate. Angesichts der insgesamt geringen Unterschiede kommen die Autoren allerdings zu dem Schluss, dass keiner der Radwegtypen den anderen überlegen ist.
Nur 4 Prozent der Radfahrer nutzen laut Studie die Straße, wenn ein nicht benutzungspflichtiger Radweg (ohne blaues Schild) vorhanden ist. In vielen Fällen könnte die Benutzungspflicht von Radwegen also entfallen, da sich an der Nutzung der Radwege kaum etwas ändern würde. Eine Aufhebung der Benutzungspflicht hat auch keine signifikante Auswirkung auf die Unfallhäufigkeit.
Die Autoren stellen zudem fest, dass Mängel in den Radverkehrsanlagen die Unfallhäufigkeit merklich erhöhen: „Insgesamt prägen vor allem baulich-betriebliche Einzelmerkmale das Unfallgeschehen", so die Studie. Die Beachtung der technischen Vorgaben für den Radwegebau ist also ein wesentliches Mittel zur Verbesserung der Sicherheit im Radverkehr.
Weiter Informationen
Ausführliche Erörterung der Studie durch den ADFC Bayern
Kurzfassung der Studie im Fahrradportal des Bundesverkehrsministeriums


