Bayerns Innenminister möchte mehr Menschen aufs Fahrrad bringen
Datum: 17. Januar 2012 // Kategorie: Verkehr und Recht, Über Uns
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) möchte in den kommenden Jahren stärker in den Ausbau des Radwege-Netzes investieren. „Wir müssen versuchen, die Menschen gerade für die kurzen Strecken mehr aufs Fahrrad zu bringen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen ist eine Aufgabe der Zukunft“, sagte Herrmann im Rahmen eines Gespräches beim ADFC Bayern. Er lehne nicht andere Verkehrsmittel ab, „aber es gibt eine Vielzahl von unnötigen Autofahrten.“
Mit einer Reihe von Maßnahmen will Herrmann das Fahrradfahren voranbringen. „Ziel ist die Schaffung einer neuen Radfahrkultur in Bayern, der Bewusstseinsbildung, dass das Radfahren in Bayern wichtig ist.“ So sollen mehr finanzielle Straßenbaumittel für den Radwegebau eingesetzt werden. Der Radwegebau an Bundesstraßen und Wasserstraßen müsse wesentlich ausgeweitet werden, die bisherigen Bundesinvestitionen seien zu wenig, so der Innenminister.
Handlungsbedarf sieht Herrmann bei der Radwegebeschilderung. „Wir haben in einem großartigen Kraftakt mit dem ADFC die Beschilderung auf 3.500 km Radrouten in Bayern überprüft und erneuert. Wir hoffen nun, dass die Gemeinden und Landkreise nachziehen und wir baldmöglichst zu einer einheitlichen Beschilderung kommen.“
Besondere Mängel sieht Herrmann im Zusammenspiel von Fahrrad- und Schienenverkehr. Fernreisen mit dem Zug stellten Radfahrer vor große Probleme. Deshalb erwartet Herrmann vom Bund ein Umdenken, um die Radmitnahme in Fernzügen zu erleichtern. Der Innenminister kündigte an, dass die bayerische Polizei einen eigenen Radfahrbeauftragten bekommen wird. Für die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) stelle das Innenministerium eine Anschubfinanzierung von 150.000 Euro für drei Jahre bereit. Die AGFK wird am 17. Februar in Erlangen unter der Schirmherrschaft von Joachim Herrmann aus der Taufe gehoben.
Auf die Frage, ob man damit rechnen muss, dass er auf Bundesebene Ämter übernehmen würde, antwortete Hermann augenzwinkernd: „Ich will Radfahrminister in Bayern bleiben.“



Kommentar von Heidi am 02.02.2012 17:37:16:
Joachim Herrmann (CSU) möchte in den kommenden Jahren stärker in den Ausbau des Radwege-Netzes investieren
"Bitte nicht noch mehr Radwege. Die Folgen dieser Art von Ausgrenzung kennen Radfahrer zur Genüge. Zügiges und der Topographie angepasstes Radfahren ist auf dieser Art von Wegen nicht möglich. Die Schaffung einer neuen Radfahrkultur sieht für mich so aus, das man sich für fahrradgerechte Straßen einsetzt, u. a. durch verkehrspädagogische Maßnahmen.
Schade finde ich auch, dass es kaum noch die "alten" Bundesstraßen mit breiten Mehrzweckstreifen gibt. Die angehängten Radwege sind dazu keine Alternative (schlechter Unterbau, umständliche und unübersichtliche Verkehrsführung usw.). Hilfreich ist ein Radweg nur an wenigen Stellen, z. B. an sehr stark befahrenen Straßen oder berghoch. Bergrunter ist man auf der Fahrbahn besser unterwegs. Vermutlich hat Herr Herrmann nur den Kurzstreckenradler im Auge, aber nicht diejenigen Radfahrer die auch weitere Strecken zurücklegen möchten."
Kommentar von René am 18.01.2012 08:57:36:
Helmpflicht
"Auf der ADFC-Bundeshauptversammlung sagte Herrmann dazu: "ich war gestern dagegen "ich bin heute dagegen, und ich habe vor, morgen auch dagegen zu sein." "
Kommentar von Frank am 17.01.2012 22:01:36:
Helmpflicht
"Die Position von "Fahrradminister" Hermann zur Helmplicht wäre interessant. Gerade auch in Verbindung zum aktuellen Vorstoß der Hamburger Bürgerschaft."