Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)

ADFC-Symposium 2026

Gesundheit x Mobilität – Radverkehr als Investition in unsere Zukunft

Unter dem Titel „Gesundheit x Mobilität – Radverkehr als Investition in unsere Zukunft“ lädt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) am 14. Oktober 2026 von 14:00 bis 21:30 Uhr zu einem internationalen Symposium ins Tagungswerk am Checkpoint Charlie, Lindenstraße 85, in 10969 Berlin ein.
Die Veranstaltung bringt Akteur:innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Gesundheitswesen, Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft zusammen, die Mobilität gesünder, gerechter und zukunftsfähiger gestalten wollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Fahrrad noch stärker als Hebel für Gesundheit, Lebensqualität und lebenswerte Städte und Gemeinden genutzt werden kann – auf Grundlage aktueller Erkenntnisse, internationaler Beispiele und konkreter Ansätze für die Praxis.

Radfahren bringt Bewegung in den Alltag, stärkt das Wohlbefinden und leistet einen wichtigen Beitrag zu Gesundheitsförderung und Prävention. Das Symposium greift damit aktuelle gesundheitspolitische Debatten darüber auf, wie aktive Mobilität ressortübergreifend stärker als Bestandteil von Bewegungs- und Gesundheitsförderung im Alltag und in der Freizeit verankert werden kann. Damit dieses Potenzial wirksam entfaltet werden kann, sind tragfähige  Rahmenbedingungen und neue Allianzen zwischen Entscheider:innen aus Verkehr, Gesundheit und Stadtentwicklung entscheidend. Das Symposium bietet Raum, Perspektiven zusammenzubringen, Erfahrungen zu teilen und neue Impulse für eine gesundheitsfördernde Mobilität zu gewinnen.

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch; eine Simultanübersetzung wird angeboten.

Programmhighlights

Begrüßung und Eröffnung
Die Veranstaltung startet mit Eröffnungsreden von Dr. Johannes Nießen, kommissarischer Leiter des Bundesinstitutes für Öffentliche Gesundheit, und Frank Masurat, dem ADFC-Bundesvorsitzenden. Sie verdeutlichen die wichtige Rolle des Radverkehrs für Gesundheit, Prävention und lebenswerte Städte und setzen den Auftakt für die zentralen Themen des Tages.

Internationale Keynotes
Die internationalen Expertinnen Francesca Racioppi, Head of Office im WHO Regional Office for Europe, und Meredith Glaser, CEO des Urban Cycling Instituts, beleuchten Evidenz und Wirkung aktiver Mobilität – von Prävention, Public-Health-Investment und Verkehrssicherheit bis hin zur Perspektive der Nutzer:innen. Sie eröffnen unterschiedliche Zugänge zur der Frage, wie Radverkehr Gesundheit fördern und Mobilität alltagstauglich stärken kann.

Drei parallele Sessions
In drei parallelen Sessions werden zentrale Themen jeweils sektorübergreifend vertieft und konkrete Ansätze für die Praxis diskutiert. Im Mittelpunkt steht, wie sich Radverkehr, Gesundheitsförderung, Prävention, Verkehrssicherheit und Stadtentwicklung besser verzahnen und wirksam gestalten lassen.

Abschlussforum
Das Abschlusspanel bildet den Höhepunkt des Symposiums. Hier werden die Ergebnisse der drei parallelen Sessions zusammengeführt, Prioritäten herausgearbeitet und Konsequenzen für die unterschiedlichen Ebenen der Politik sowie für die Zusammenarbeit der beteiligten Akteur:innen diskutiert. Es bietet Orientierung, macht Verantwortlichkeiten sichtbar und eröffnet gemeinsame Perspektiven für das weitere Vorgehen.

 

Programm-Download

Gesundheit gemeinsam gestalten – Das Programm zum ADFC-Symposium 2026

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Eröffnung & Keynotes

Portraitfoto Dr. Johannes Nießen

Dr. Johannes Nießen

Kommissarischer Leiter des Bundesinstitutes für Öffentliche Gesundheit

Portraifoto Francesca Racioppi

Francesca Racioppi

WHO Regional Office Europe, European Centre for Environment, Climate Change and Health, Bonn, Head of Office

Portraitfoto Prof. Dr. Meredith Glaser

Prof. Dr. Meredith Glaser

Urban Cycling Institute, Amsterdam, CEO; Ghent University, Professor of Cycling

Sessions

Portraitfoto Dr.-Ing. Benjamin Büttner

Dr.-Ing. Benjamin Büttner

Leiter der Forschungsgruppe TUM Accessibility Planning der TU München

PD Dr. med. Dirk Holzinger

PD Dr. med. Dirk Holzinger

Universitätsklinikum Essen, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Oberarzt für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie

Portraitfoto Dr. habil. Sonja Kahlmeier

Dr. habil. Sonja Kahlmeier

MSc Env Science ETH

Inhaberin City Health, Zürich

Felix Lux

Felix Lux

Universität Bielefeld, AG 8 Demografie und Gesundheit / Fakultät für Gesundheitswissenschaften, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Portraitfoto Xavier Matilla Ayala

Xavier Matilla Ayala

Barcelona Chief Architect 2019-2023, Architect-Urbanist

Portraitfoto Ph.D. Nanna Notthoff

Ph.D. Nanna Notthoff

Universität Leipzig, Wilhelm-Wundt-Institute of Psychology, Projektleitung „Radmobilität im Alter“ (RiA)

Mitarbeiter Portraits Fahrrad

Iris Reimold

Leiterin der Abteilung Straßenverkehr im Bundesministerium für Verkehr

Lucy Saunders

Lucy Saunders

Healthy Streets, London, Director

Portraitfoto DIⁱⁿ Dr.ⁱⁿ Sandra Wegener

DIin Dr.in Sandra Wegener

Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Verkehrswesen

Mitarbeiter Portraits Fahrrad

N.N.

Bundesministerium für Gesundheit

Session 1: Infrastruktur als Gesundheits- und Wirtschaftsintervention (Englisch, Hauptsaal)

Gesundheitsorientierte Stadt- und Verkehrsplanung gestaltet Lebensräume, die Bewegung ermöglichen, Sicherheit schaffen und gesundheitliche Belastungen reduzieren. Radverkehrsinfrastruktur ist dabei mehr als Verkehrspolitik: Sie ist eine präventive Gesundheitsmaßnahme und eine langfristige volkswirtschaftliche Investition.
Durchgängige, sichere und komfortable Netze schaffen die Voraussetzung dafür, dass Menschen im Alltag regelmäßig, niedrigschwellig und unabhängig von Alter oder Einkommen mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sein können. Investitionen in aktive Mobilität fördern körperliche Aktivität, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe, erhöhen die Verkehrssicherheit und verbessern die Aufenthaltsqualität. Zugleich tragen sie dazu bei, Lärm, Luftschadstoffe und langfristige gesundheitliche Folgekosten zu reduzieren.
Die Session diskutiert, wie Gesundheit systematisch als Zielgröße in Stadt- und Verkehrsplanung sowie in politische Entscheidungsprozesse integriert werden kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der gesundheitliche, soziale und volkswirtschaftliche Nutzen von Infrastruktur sichtbar gemacht und bei planerischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden kann.
Lucy Saunders, Benjamin Büttner und Xavier Matillabringen dafür drei sich ergänzende Perspektiven zusammen: Lucy Saunders zeigt mit dem Healthy Streets Approach, wie Public Health als konkretes Planungsprinzip in Verkehr, Stadtentwicklung und öffentlichem Raum verankert werden kann. Benjamin Büttner ergänzt die Diskussion um die Perspektive von Erreichbarkeit, aktiver Mobilität und sozial gerechter Verkehrsplanung. Xavier Matilla bringt seine praktische Erfahrung aus der gesundheitsorientierten Stadtentwicklung und der Transformation öffentlicher Räume in Barcelona ein. Gemeinsam verbinden die Speaker:innen wissenschaftliche Erkenntnisse, planerische Instrumente und konkrete Umsetzungserfahrungen und machen deutlich, warum Radverkehrsinfrastruktur eine Investition in gesunde, gerechte und zukunftsfähige Städte ist.

Moderation: Jana Münkel

Info: Eine Simultanübersetzung ins Deutsche wird angeboten. 
 


Session 2: Bewegungsförderung im Alltag: Radverkehr sicher und generationengerecht gestalten

Radfahren fördert Gesundheit, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Damit diese Wirkung Menschen in allen Lebensphasen erreicht, müssen Infrastruktur, Gestaltung und Angebote unterschiedlichen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Lebensrealitäten gerecht werden. Radverkehr wird dabei nicht allein als Frage der Fortbewegung verstanden, sondern als wichtiger Baustein für selbstbestimmte Mobilität und Gesundheitsförderung im Alltag.

Die Session richtet den Blick deshalb auf die Menschen und ihre unterschiedlichen Perspektiven. Sie sensibilisiert dafür, dass weder „die“ Radfahrenden noch „die“ älteren Menschen, „die“ Kinder oder „die“ Pendler:innen homogene Gruppen sind. Maßnahmen, Angebote und Entscheidungen müssen individuelle Lebensrealitäten berücksichtigen. Was für eine Person Sicherheit und Selbstständigkeit bedeutet, kann für eine andere Person eine Barriere darstellen. Fragen des Alters, der körperlichen und psychischen Gesundheit, der familiären Situation, der Arbeitswege und der persönlichen Mobilitätserfahrungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie Vertrauen, Routinen und das Gefühl, im öffentlichen Raum willkommen zu sein.

Im Mittelpunkt stehen die selbstständige Mobilität im Kindesalter, die Erhaltung von Unabhängigkeit im Alter, die Perspektive von Pendler:innen sowie die Frage, wie Mobilitätseinschränkungen und unterschiedliche gesundheitliche Voraussetzungen den Alltag prägen. Die Session macht sichtbar, dass generationengerechte und inklusive Bewegungsförderung nicht bei pauschalen Zielgruppen ansetzen kann. Sie muss aufmerksam für Unterschiede sein und danach fragen, welche Unterstützung, welche Rahmenbedingungen und welche Formen der Ansprache Menschen jeweils benötigen, um sich im Alltag gesund, sicher und selbstbestimmt bewegen zu können.

Ph.D. Nanna Notthoff, PD Dr. med. Dirk Holzinger und Felix Lux bringen dafür drei sich ergänzende Perspektiven zusammen: Nanna Notthoff beleuchtet aus psychologischer Perspektive die Voraussetzungen für aktive Mobilität im Alter und die Bedeutung von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Dirk Holzinger richtet den Blick aus kinder- und jugendmedizinischer Perspektive auf Bewegung, Gesundheit und selbstständige Mobilität im Kindesalter. Felix Lux ergänzt die Diskussion um die Perspektive von Pendler:innen und die gesundheitlichen Folgen langer Arbeitswege. 

Moderation: Prof. Dr. Christian Rudolph, TH Wildau, Leiter der Professur für Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen

 


Session 3: Querschnittsaufgabe: Gesundheit, Bewegung und Mobilität gemeinsam gestalten

Gesundheit und Mobilität werden bislang häufig noch getrennt geplant, finanziert und politisch gestaltet. Dabei gibt es längst wissenschaftliche Evidenz, nationale Strategien und politische Ansätze, die aktive Mobilität als wichtigen Beitrag zu Bewegung, Prävention und Gesundheit anerkennen. Die entscheidende Frage ist, wie daraus konkrete Veränderungen im Alltag der Menschen entstehen.

Session 3 nimmt deshalb die Governance-Frage in den Blick: Wie können Gesundheits-, Verkehrs- und weitere Politikfelder besser zusammenwirken? Wie müssen Zuständigkeiten, Förderstrukturen und Finanzierung ineinandergreifen? Und wie gelingt es, Strategien und Programme so zu verzahnen, dass sie vor Ort wirksam werden?

Den Auftakt bilden zwei fachliche Impulse: DIin Dr.in Sandra Wegener bringt Erfahrungen aus Österreich zu nationaler Strategie, intersektoraler Zusammenarbeit und Förderstrukturen ein. PD Dr. Sonja Kahlmeier ordnet aus Public-Health-Perspektive ein, welche Rolle Health in All Policies und ressortübergreifendes Handeln für die Förderung aktiver Mobilität spielen.

Anschließend diskutieren beide gemeinsam mit Iris Reimold, Leiterin der Abteilung Straßenverkehr im Bundesministerium für Verkehr und einer Vertreter:in des Bundesministeriums für Gesundheit, was es für die konkrete Umsetzung braucht: Wo liegen die entscheidenden Schnittstellen und Hemmnisse? Wie können die unterschiedlichen politischen Ebenen und Akteure besser zusammenspielen? Und wie wird aus vorhandenen Strategien und Förderansätzen eine wirksame Umsetzung in Kommunen und im Alltag der Menschen?

Moderation: Dorothea Baltruks, Centre for Planetary Health Policy (CPHP), Leiterin c/o KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit

Moderation

Portraitfoto Jana Münkel

Jana Münkel

Journalistin und Moderatorin

Christian Rudolph

Prof. Dr.-Ing. Christian Rudolph

TH Wildau, Leiter der Professur für Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen

Der ADFC als Gastgeber

Portrait vom ADFC-Bundesvorsitzenden Frank Masurat

Frank Masurat

ADFC-Bundesvorsitzender

Portrait der ADFC-Bundesvorsitzenden Sarah Holczer

Sarah Holczer

ADFC-Bundesvorsitzende

Porträtfoto von ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann

Dr. Caroline Lodemann

Politische Bundesgeschäftsführerin

Veranstaltungskontakt

Alle Fragen rund um die Veranstaltung beantwortet Ihnen das Team Politik der ADFC-Bundesgeschäftsstelle: symposium [at] adfc.de 

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