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Main-Radweg

Von Bierkrügen über Bocksbeutel zum Ebbelwoi-Bembel

Große Ehrung für den Main-Radweg: In der Radreiseanalyse 2008 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist die Route in der Beliebtheitsskala um ganze drei Ränge nach oben auf den 3. Platz hinter den Weser-Radweg und den Elberadweg geklettert.

In Zukunft wird der Main-Radweg wohl noch populärer werden, denn der Main-Radweg wurde als erste ADFC-Qualitätsradroute mit fünf Sternen ausgezeichnet. Aus der Sicht des Radfahrers wurde von einem speziell geschulten ADFC-Experten u.a. Wegweisung, Oberflächenqualität, Sicherheit und das touristisches Angebot bewertet.

 

Gleich zu Beginn gilt es, sich zu entscheiden, welche Quelle des Mains man besuchen will. Der Fluss nämlich speist sich aus derer zwei: der des Roten und der des Weißen Mains. Wenig spektakulär beginnt die Reise des Wassers am Roten Main: Ein kleines Rinnsal, das sich von hier aus als Bach durch Wälder und Wiesen bis in die Wagnerstadt Bayreuth mit ihrer Oper windet. Durch die Mainauen mäandern der Fluss und der Radweg weiter. Doch weitere klangvolle Namen folgen auf dem Fuß: Kulmbach, die Bierstadt, die barocke Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen und das gegenüber liegende, prächtige Schloss Banz.

Die UNESCO-Weltkulturerbestadt Bamberg mit ihrem Dom und den unzähligen Brauereien ist einen längeren Stopp wert. Nun geht es nach Würzburg, wo etwa die fürstbischöfliche Residenz mit dem Deckenfresco von Tiepolo runter vom Sattel lockt. Es ist mit 600 Quadratmetern das größte der Welt. Kultur satt also, aber auch Kulturlandschaften und Natur, wie zum Beispiel die Weinberge auf der fränkischen Weininsel bei Volkach. Die Rebherrlichkeiten ziehen sich links und rechts der Winzerorte die Hänge hinauf. Unten in den Gasthöfen verspeist man „Meefischli" (Mainfische) und trinkt einen Schoppen Silvaner dazu.

57_Fest
 

Für durstige Radlerkehlen ist längs der Route gesorgt: Vom Bierfränkischen geht es ins Weinfränkische zu Bocksbeuteln und dann zum hessischen Ebbelwoi. Man fährt durch das hübsche Kleinod Seligenstadt, eine der ältesten Städte Deutschlands, das wieder einen Halt lohnt, denn dort gibt es allerlei Sehenswertes: die Einhard-Basilika mit der angrenzenden Benediktinerabtei und ihrem idyllischen Garten oder romantische Fachwerkhäuschen in verwinkelten Gassen. Am Hessischen Untermain radeln wir aber auch durch Großstadtlandschaften und durch die grünen Lungen der Städte bis in die Metropole Frankfurt. Die grandiose Skyline mit ihren Hochhäusern grüßt herüber. Es geht die Uferpromenade Mainhattans entlang. Über den Eisernen Steg führt der Weg ans andere Ufer des hier schon sehr breiten Mains. Vorbei rollt man sodann an der Sektstadt Hochheim. Doch das Ende gehört wieder den Winzern und diesmal den rheinhessischen Weinen, die man in Mainz verkosten kann.

57_Radlerin Skyline  

Insgesamt eine herrliche Radtour auf einem vorbildlichen Flussradweg, der wirklich alles bietet. Der Main-Radweg ist fast durchgehend asphaltiert und weist keine nennenswerten Steigungen auf, da man dem Lauf des Wassers folgt. Verschiedene Veranstalter haben hierzu Rad-Pauschalen mit Gepäcktransport und Unterkunft in den vom ADFC ausgezeichneten fahrradfreundlichen Bett & Bike-Gastbetrieben im Programm.

 

In Mainz fließt der Main, der die Radwanderer nun auf rund 600 km begleitet hat, an der so genannten Mainspitze gegenüber der Mainzer Zitadelle schlussendlich in den Rhein. Doch der Main ist nicht immer der Main. Mal heißt er „der Ma", mal „der Mä", mal „der Mee". So ganz normal ist er ohnehin nicht, denn welcher mitteleuropäische Fluss fließt schon von Osten nach Westen? Manche behaupten auch, er bilde den „Weißwurstäquator", also eine Art Grenze zwischen „Bayern" und „Preußen". Nun also verlässt er uns und wird vom Rhein geschluckt. Das Finale führt über die Theodor-Heuss-Brücke, die den Rhein überspannt, nach Mainz hinüber.

 

© Judith Weibrecht
Text und Foto Nr. 4 unterliegen dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung des Textes, auch auszugsweise, oder die Speicherung in Datenbanken erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis der Autorin: www.judith-weibrecht.homepage.t-online.de

7/2008


 

Routenlogo

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Routenplanung

  • Alle wichtigen Infos zur Route im Serviceheft „Der Main-Radweg", das man beim Tourismusverband Franken bestellen kann und überall längs der Route ausliegt.
  • Main-Radweg, Radtourenbuch und Karte 1:75.000, bikeline-Radtourenbuch, Verlag Esterbauer

Bahnhöfe (Auswahl)

Bayreuth, Kulmbach, Bamberg, Schweinfurt, Würzburg, Aschaffenburg, Frankfurt am Main, Mainz


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Routeninformationen

600 Kilometer
Bischofsgrün
(Quelle Weißer Main)
Creußen
(Quelle Roter Main) –
Mainz

 

Kontakt

Main-Radweg
c/o Tourismusverband Franken e. V.
Wilhelminenstraße 6
90461 Nürnberg
Tel. +49 911 94151-0, Fax -10
www.frankentourismus.de
info@frankentourismus.de

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