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Markus Hübner unterwegs

Kilometer 4684: Tagebau Inden

Grenzerfahrung Etappe 9 Braunkohleabbau

Im Westen ist das Kohlerevier. Ich fahre zum Tagebau Inden, dort gibt es wie wohl bei jedem Tagebau einen Aussichtspunkt mit Informationstafeln des Bergbaubetreibers. Wer noch nie einen Braukohletagebau gesehen hat, wird genauso überwältigt sein von der Größe dieser Anlagen wie ich.

Diese riesigen Löcher sind mehrere Quadratkilometer groß. In dem Tagebau in Inden sind fünf Abräumer, also Bagger, die die obere nicht nutzbare Erdschicht abtragen, und fünf Schaufelradbagger, die die Kohle abtragen, installiert. Jeder von ihnen ist bis zu 220 m lang und bis zu 74 m hoch. Also sind die Bagger so lang wie zwei Fußballfelder. Zum Vergleich der Höhe stelle ich mir den Bremer Dom mit seinen 98 m vor.

Zwischen den kilometerlangen Förderanlagen und Baggern fahren Autos herum, die wie Spielzeugautos neben den Baggern wirken. An einer Straße finde ich eine Schaufel eines dieser Schaufelradbagger. Ich kann mich aufrecht in diese Schaufel stellen, so groß sind sie.

Auf einer der Informationstafeln ist das genehmigte Abräumgebiet eingetragen. Es zeigt unter anderem den Ort Pier, der nach dieser Tafel bis spätestens 2015 nicht mehr existiert. Der Ort ist nur 2 Kilometer entfernt, und ich fahre hin. Die meisten Häuser sind verlassen und haben Rollläden vor den Fenstern. Die Durchgangsstraße wird noch genutzt, aber es ist kein Mensch auf den Straßen.

Weitere Informationen

Nächster Radweg:
Wasserburgen-Route (ca. 8 km)

Link:
» www.alt-pier.de

Es ist kein besonderer Ort, aber es gibt eine Kirche einen Friedhof und einen Kindergarten. Der Bäcker ist bereits zu. Die meisten Einwohner haben Ihre Heimat schon verlassen. Umziehen finde ich nicht schlimm, aber diese Menschen habe den Umzug nicht frei gewählt, und sie können bald nie mehr in ihre Heimat zurück, weil sie nicht mehr existiert. Die Pierer habe sich als Andenken an ihre Heimat eine Internetseite eingerichtet.

Natürlich kann man den Energiebetreibern die Schuld an dieser Umsiedlung geben, aber ich will nicht vergessen, dass ich den Strom gekauft und verbraucht habe, der aus der Kohle gewonnen wird. Inzwischen habe ich den Anbieter gewechselt.

Das ist ein eindruckvolles und lehrreiches Erlebnis auf meiner Reise rund um unser Land.

GPS-Position

N50°49.807 E006°26.356


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