Markus Hübner unterwegs
Kilometer 5609: Nordsee und Ostfriesland
Irgendwann, ich fuhr an der Ems entlang, hat ein entgegenkommender Radler mit einem freundlichem „Moin" ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Ein deutlicheres Zeichen kann es nicht geben, dass ich mich langsam dem Norden und somit meiner Heimat nähere.
Die Kühe sind wieder schwarz-weiß und das Land ist platt wie ein Pannekoken (Eierpfannkuchen). In Leer bekomme ich bei Freunden den guten Ostfriesentee angeboten. So wie es sich gehört mit Kluntje und Sahne. Die Sahne lässt man langsam am Tassenrand einlaufen, dadurch entstehen „Wolken", wenn die Sahne vom Tassenboden wieder aufsteigt. Schön! – Und lecker!
In Norddeich baue ich gar nicht erst mein Zelt auf, sondern laufe erst einmal auf den Deich, um endlich wieder das Meer zu sehen. Aber das Meer ist weg. Es ist Ebbe und vor mir breitet sich das Watt aus. Ich trete barfuß hinein, und der Schlamm quillt zwischen den Zehen hindurch.
Diese einmalige Landschaft ist seit diesem Jahr als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Damit steht es auf einer Höhe mit den Pyramiden. Das windige Wetter, die kreischenden Möwen und die vielen kleine Hafenstädte mit den Klinkerbauten erzeugen schon eine besondere Stimmung.
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Am nächsten Morgen geht es dann endlos am Deich entlang. Der Wind pustet mir um die Ohren und treibt die vielen Windkraftanlagen an. Der klassische geringelte Leuchtturm taucht hinter der nächsten Deichbiegung auf. Hier gehe ich noch einmal auf den Deich, und nun ist auch das Wasser wieder da.
Ist doch alles gut im Land des Seeräubers Störtebecker, dessen ehemaliger Zufluchtsort, ein Turmzimmer in der St. Marienkirche in Marienhafe man noch heute besichtigen kann (außer montags). Auf der eintönigen Strecke am Deich erzähle ich den Schafen von meiner langen Reise – und grüße jeden entgegenkommenden Radler mit einem freundlichen „Moin, Moin".





