Leser-Tourentipps
Eine Flusstour vom Neckar an den Main
1. Tag
Unsere Reise begann am 25. Juli 2007. Wir starteten morgens um 07:45 Uhr zu Hause in Hüffler und fuhren zunächst mit dem Rad bis zum Bahnhof Rehweiler. Von hier aus fuhren wir mit dem Trans-Regio nach Kaiserslautern-Einsiedlerhof, wo wir in die S-Bahn S 1 umstiegen. Mit dieser vielgenutzten Bahn fuhren wir bis Neckarsteinach. Hier begann unsere eigentliche Radtour. Sie führte uns an diesem Tag circa 50 Kilometer am Neckar entlang bis nach Mosbach-Neckarelz. Bei sonnigem, aber nicht zu heißem Wetter genossen wir diese 1. Etappe so richtig. Die Strecke war flach und führte über teils unbefestigte Radwege, abseits von öffentlichen Straßen, immer direkt am Fluss entlang. Unsere Übernachtungsunterkunft war die Jugendherberge „Mutschlers Mühle". Eine umgebaute alte Mühle, die man sehr empfehlen kann.
2. Tag
Die ersten 25 Kilometer an diesem Tag radelten wir weiter am Neckar entlang bis zu dem historischen Städtchen Bad Wimpfen. Hier legten wir eine erste Pause ein, besichtigten die wunderschöne Altstadt und genossen einen Cappuccino in einem der vielen Straßencafés. Im weiteren Reiseverlauf wechselten wir nun vom Neckar zur Jagst. Vorbei an dem schönen Städtchen Möckmühl fuhren wir bis nach Widdern, der kleinsten Stadt in Baden-Württemberg. Hier fanden wir nach letztendlich 70 Kilometern Quartier im Gästehaus Reinert, das an eine Konditorei angegliedert ist. Das saubere und schöne Zimmer hatte den Nachteil, dass es durch die Nachmittagssonne aufgeheizt wurde und sich nachts nicht abkühlte, so dass wir in dieser Nacht sehr schlecht schliefen. Bei späterer Quartiersuche stellten wir auch fest, dass der Zimmerpreis nicht gerade billig war.
3. Tag
Dieser Tag, an dem es morgens schon bewölkt war und über Tag auch noch merklich abkühlte, führte uns weiter die Jagst entlang bis nach Dörzbach. Vorbei an Berlechingen, dem Geburtsort des berühmten Götz und Kloster Schönau hatte dieser Tagesabschnitt auch einige kleinere Steigungen zu bieten. In Dörzbach, wo wir die Mittagsrast einlegten, verließen wir das Flüsschen Jagst und fuhren über die Verbindungsspange in Richtung Bad-Mergentheim. Zunächst waren nun 5 Kilometer Steigung an einer stark befahrenen Bundesstraße zu bewältigen. Die Steigung wurde von uns beiden gut gemeistert. Wir sind uns aber nicht sicher, ob der offizielle Rad-Verbindungsweg über diese Bundesstraße führt, da wir später wieder auf einen beschilderten Radweg stießen. Offenbar hatten wir in Dörzbach den Einstieg in diesen Radweg verpasst.
In Bad Mergentheim angekommen, beschlossen wir, hier ein Quartier zu suchen. Bei der Suche vor der Tourist-Info wurden wir von einer älteren Dame angesprochen, die uns ein Zimmer bei ihrer Schwiegertochter im noch 8 Kilometer entfernten Markelsheim vermittelte. Gern nahmen wir das Angebot an und fuhren nach einem kurzen Aufenthalt in Bad Mergentheim direkt weiter, nun an der Tauber entlang, nach Markelsheim um unser Zimmer bei der Familie Peppel zu besichtigen. Das Zimmer stellte sich als ganzes Haus, mit Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer heraus. Da wir zudem auch noch ein Frühstück bekommen konnten, beschlossen wir, einen Ruhetag einzulegen und hier zwei Tage zu bleiben. An diesem dritten Tag hatten wir insgesamt 65 Kilometer zurückgelegt.
4. Tag
An unserem Ruhetag fuhren wir mit dem Bus nach Bad Mergentheim um die schöne Altstadt und den großen Kurpark zu besichtigen und zu genießen. Als wir nachmittags beschlossen, zu Fuß nach Markelsheim zurückzugehen, wurden wir von einem heftigen Regenschauer überrascht. Zum Glück trafen wir in einem Geschäft, wo wir uns unterstellten, eine nette jungen Frau, die uns in ihrem Kleinbus mit nach Markelsheim nahm. An beiden Abenden in Markelheim suchten wir die nahegelegene Gaststätte Schurk auf, wo man sehr gut essen konnte. Es empfiehlt sich aber übers Wochenende, einen Tisch zu bestellen, da das Lokal gut besucht wird.
5. Tag
Am Sonntag ging es bei trübem Wetter weiter die Tauber entlang Richtung Rothenburg ob der Tauber. Besonders gut gefiel uns der Ort Weikersheim, circa 7 Kilometer hinter Markelsheim. Die Tauberstrecke war flach und sehr gut zu befahren. In der Ortschaft Bieberehren war dieser Radweg zunächst für uns zu Ende. Über eine stillgelegte, zum Radweg umfunktionierte Bahntrasse fuhren wir weiter in Richtung Ochsenfurt am Main. Dieser Radweg steigt zunächst stetig an, wird dann auf der Höhe eine zeitlang flach und fällt dann etwa ab der Mitte stetig ab. Besonders gestört an diesem Streckenabschnitt hat uns der starke, ungemütliche Seitenwind. Auch von kleineren Regenschauern blieben wir nicht verschont. Wie es der Teufel wollte, verfuhren wir uns auch noch und genehmigten uns dadurch einen Umweg von 5 Kilometern. Insgesamt ist die Bahntrasse bis Ochsenfurt 25 Kilometer lang.
Ochsenfurt am Main, eine schöne Stadt mit historischem Stadtkern, empfing uns mit Regen. Da wir sowieso Pause machen wollten, verzogen wir uns in das Rathauskaffee. In den urigen Räumen im Erdgeschoss fanden wir ganz tolle Backwaren vor, wie man sie nicht überall bekommt. Nach der Pause überquerten wir bei regnerischem Wetter den Main und fuhren am rechten Mainufer entlang Richtung Würzburg. Nach 64 Kilometern fanden wir in Rangenacker, circa 4 Kilometer vor Würzburg, bei der Winzerfamilie Schnalenberger ein schönes Zimmer im Gästehaus des Winzerhofes.
Da auch das Frühstück am nächsten Morgen stimmte und Frau Schnalenberger sehr freundlich war, kann man sagen, dass diese Unterkunft die beste auf der Strecke war. Zu empfehlen ist auch der Ort selbst mit seinen vielen Weingütern und -wirtschaften, wo man bei gutem Wein sehr nett essen kann. Einziger Wermutstropfen: Das kühle regnerische Wetter hielt auch am Abend noch an.
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