V O R W O R T Sarah Holczer ADFC-Bundesvorsitzende Auf der ADFC-Bundes haupt versammlung 2024 haben die Delegierten beschlossen, dass der Verband eine gleichberechtigte paritätische Doppelspitze bekommen soll, damit er zukunftsfähiger, vielfältiger und repräsentativer wird. Dass ich seit November 2025 Teil dieses Führungsduos bin, freut mich sehr – ebenso, dass der ADFC moderne Füh rungs - modelle ernst nimmt und Gleichberechtigung nicht nur fordert, sondern prak tiziert. Denn Parität ist ein wirk sames Instrument, um strukturelle Ungleichge- wichte sichtbar zu machen und aktiv auszugleichen. Demokratische Teilhabe wichtiger denn je Die Doppelspitze stärkt unsere Glaubwürdigkeit, unsere innere Vielfalt und unsere politische Wirkkraft ganz enorm. Und sie passt in eine Zeit, in der gesell- schaft liche Repräsentation und demokratische Teil- habe wichtiger denn je sind. Der ADFC signalisiert damit, dass er Führung nicht länger als hierarchische Einzelrolle versteht, sondern als geteilte Verantwor- tung, die unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen gleichberechtigt einbindet. Radfahren ist soziale und gesellschaftliche Teilhabe, denn es verbindet Menschen, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder ihren finan- ziellen Verhältnissen. Wenn wir erreichen wollen, dass Radfahren für alle einfach, sicher und selbstverständ- lich wird, müssen wir auch im ADFC nicht nur über das Fahrrad als Verkehrsmittel oder über Infrastruktur und Verkehrsplanung sprechen, sondern den Menschen auch bewusst machen, dass das Fahrrad für Freiheit, Teilhabe und gelebte Demokratie steht. Es ist das demo kratischste aller Verkehrsmittel – und allen zugänglich. Radfahren verbessert körperliche und mentale Fitness In den kommenden Jahren wollen wir mehr mit den gesundheitlichen Vorteilen des Radfahrens werben und so für mehr Radverkehr sorgen. Radfahren ist eine der wirksamsten und kostengünstigsten Maßnahmen, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Es erhöht die Lebensqualität und senkt CO2-Emissionen. Das Rad- fahren in Alltag und in der Freizeit kann außerdem hel- fen, schwere Erkrankungen vorzubeugen. Es verbessert die körperliche wie mentale Fitness; es fördert Lebens- freude und soziale Kontakte. Das ist wissenschaftlich gut belegt. Radfahren ist also nicht nur für die eigene Gesundheit wichtig, es hilft auch, Kosten im Gesund- heitssystem und bei den Unternehmen zu senken. Der Radtourismus, die Fahrradbranche mit ihrer Pro- duktion, der Fachhandel, die vielen Dienstleistungen und Services rund ums Fahrrad sind für die deutsche Wirtschaft von wachsender Bedeutung. Auch das be- triebliche und gesundheitliche Mobilitätsmanagement mit dem Fahrrad wollen wir weiter stärken – mit dem Projekt „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“, aber auch zusammen mit Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften, damit das Fahrrad zum Standort- faktor wird. 2 A D F C - J A H R E S B E R I C H T 2 0 2 5