Stellungnahme zur Trassenführung Radverkehrsbindung Niehler Gürtel

 

Die Entwicklung der Radverkehrsverbindung am Niehler Gürtel schließt eine große Lücke im Kölner Radverkehrsnetz. Der Radweg könnte ein Leuchtturmprojekt für den Radverkehr in Köln werden.

 

Seit dem Ratsbeschluss vom 20.03.2018 hat es jedoch nur geringe Fortschritte gegeben. Wir begrüßen es daher, dass die Planungen nun mit der Vorlage zur Trassenfindung 1627/2021 vom 10.5.2021 weiter vorangetrieben werden.

Mülheimer Brücke (Abschnitt 5)

Wir plädieren dafür, die Radverkehrsführung auf der Mülheimer Brücke (Abschnitt 5) bei den Beratungen nicht auszuklammern, weil diese Frage entscheidend ist für den weiteren Verlauf. Wir glauben, dass der Radverkehr auf der Brücke nur sinnvoll geführt werden kann, in dem eine komplette Seite (nördlich oder südlich der Stadtbahntrasse) umgewidmet wird. Es reicht nicht aus, auf jeder Seite eine Fahrspur umzuwandeln – eine Fahrspur ist für Radverkehr im Zweirichtungsverkehr zu schmal. Im weiteren Verlauf der Gürteltrasse soll eine Breite von 5 Metern angestrebt werden, da auf der Mühlheimer Brücke mit dem höchsten Radverkehrsaufkommen zu rechnen ist macht es wenig Sinn, gerade hier bei der angestrebten Breite Abstriche zu machen.

Wir schlagen vor, den südlichen Teil der Mülheimer Brücke vollständig dem Radverkehr zuzuschlagen. Der aktuelle Baustellenbetrieb mit dem KFZ-Verkehr auf der Nordseite zeigt, dass dies machbar ist. Der Kfz-Verkehr kann über die Auffahrt an der Boltensternstraße und An der Schanz auf die Brücke gelangen und diese auch verlassen, ohne dass die Bahntrasse gequert werden müsste. Die Südseite ist für den Radverkehr auch deshalb von Vorteil, weil der Wiener Platz über die Südseite besser erreicht werden kann als über die Nordseite.

Mit dieser Lösung erreicht man eine komplett kreuzungsfreie Verbindung vom Nordpark bis zum Wiener Platz. Eine Verbindung zum Rheinradweg wäre über eine einzelne Rampe möglich.

Auch im weiteren Verlauf des Niehler Gürtels bevorzugen wir die südliche Variante, weil hier eine durchgängige, sichere Führung mit einem hohen Ausbaustandard machbar ist, und der Radweg nur so eine Bündelungsfunktion entfalten kann.

Abschnitt 4 Boltensternstraße - Mülheimer Brücke

Auch dieser Abschnitt würde von einer südlichen Führung profitieren. Das Riehler Stadtteilzentrum kann so über die Barbarastraße sehr gut angebunden werden, ebenso die Riehler Heimstätten. Um an den Rheinradweg anzuknüpfen, sind nur geringe Anpassungen im Bestand erforderlich.

Abschnitt 2 Nordpark

Die Verwaltung schlägt eine Führung auf der Nordseite vor. Auf der Nordseite wird die Trasse aber zwischen dem Straßenbahnkörper und der Wohnbebauung „eingequetscht“, es ist keinerlei vorausschauendes Radfahren möglich. Zudem besteht die Gefahr, dass hier dunkler Angstraum entsteht.

Um den Radschnellwegstandard zu erreichen und um Konflikte zwischen Fuß und Rad zu vermeiden, müssten ein 4m breiter Radweg und ein separater 2,5m breiter Fußweg untergebracht werden. Das ist auf der Nordseite kaum möglich, Baumfällungen wären auch hier nicht zu vermeiden.

Auf der Südseite können bessere Sichtbeziehungen zwischen Fuß- und Radverkehr erzielt werden. Der Basketballplatz sollte ohne Probleme auf die Nordseite verlegt werden können.

Abschnitt 2 Mauenheimer Gürtel, Nippeser Tälchen

Die Verwaltung plädiert aus gestalterischen Gründen dafür, den Radweg in Randlage zu führen. Wir befürchten auch hier, dass die Sicherheit leidet, weil die Sichtbeziehungen eingeschränkt sind. Der Fußweg aus dem Nippeser Tälchen kommend und die Zuwege zu den Schrebergärten werden stark frequentiert. Wird der Radweg in Randlage geführt, entstehen Konflikte an den schlecht einsehbaren Kreuzungspunkten. Insbesondere in Fahrtrichtung Ost ist das Gelände leicht abschüssig, so dass hier mit vergleichsweise hohen Geschwindigkeiten gerechnet werden muss.

Abschnitt 1 Mauenheimer Gürtel

Am Mauenheimer Gürtel plädieren wir für einen Zweirichtungsradweg auf der Nordseite und für die Trennung der Verkehre. Die Führung auf der Nordseite würde die angrenzende Wohnbebauung vor Lärm und Abgasen bewahren. Auf der Südseite ist eine Sportanlage angesiedelt. An der Merheimer Straße wäre die Verschwenkung in den Park mittels einer neuen Lichtsignalanlage und Umbau der Kreuzung möglich. Der Umbau der Kreuzung wird ohnehin notwendig, wenn der Radverkehr in der Nebenanlage neben der Kfz-Spur geführt werden soll.

Ergänzende Maßnahmen mit Zukunftsperspektive

Wir empfehlen der Bezirksvertretung Nippes, sich für die Umwandlung von Fahrspuren auf Amsterdamer Straße, Boltensternstraße und An der Schanz einzusetzen. Damit wären für die Radfahrenden bequeme Zu- und Abfahrten auf und von der Gürteltrasse in alle Richtungen möglich.

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Titelfoto: ADFC/Streetmix (CC BY-SA 4.0)

 

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrer*in im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmenden zu rechnen.

    Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, indem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer*innen nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

    Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmenden gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrende auf Straßen und Radwegen unterwegs. Weitere Tipps, wie Sie zu Ihrer und der Sicherheit anderer beitragen, finden Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad ist nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubtem Parken schützen.

    Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. Mehr zur Infrastruktur für den Radverkehr erfahren Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn die Fahrenden in die Pedale treten. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können. Mehr Informationen zu den Bewertungskriterien unserer Radtouren erhalten Sie im Menüpunkt Auf Tour.

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  • Wo bekomme ich Radkarten?

    Mit fast 3 Mio. verkauften Exemplaren gehören die ADFC-Radtourenkarten weltweit zu den Bestsellern unter den Fahrradkarten. Sie haben einen praktischen Maßstab (1:150.000) und sind mit Hilfe von versierten ADFC-Scouts entstanden, die die Bedürfnisse von Radreisenden verstehen und die Strecken buchstäblich erfahren haben. Die 27 ADFC-Radtourenkarten für Deutschland haben wir durch besonders spannende und beliebte Radregionen wie den Gardasee oder Mallorca ergänzt. Außerdem finden Sie eine Vielzahl von ADFC-Regionalkarten (Maßstab 1:75.000) im Buchhandel, in vielen ADFC-Infoläden und direkt beim Bielefelder Verlag BVA (Tel.: 0521/59 55 40, E-Mail: bestellung@bva-bielefeld.de) oder bequem auf www.fahrrad-buecher-karten.de.

  • Wo finde ich vom ADFC empfohlene Musterkaufverträge für Fahrräder?

    Ganz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.

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