
Aussicht auf die spektakuläre Saarschleife. © Tourismus Zentrale Saarland/Phormat
Genussrouten im Herbst
Es wird umdekoriert: Herbstfarben leuchten, der Wind treibt Blätter vor sich her. Es ist Erntezeit und damit auch Zeit für Genuss-Radrouten. ADFC-Qualitätsradrouten bieten beides: Qualität und Genuss.
Der ADFC klassifiziert Radfernwege und vergibt für ihre Qualität Sterne – bis zu fünf Sterne sind möglich. Je mehr Sterne, desto besser die Qualität, die Radreisenden auf der Strecke geboten wird. Das gibt ihnen die Sicherheit, auf einer Route unterwegs zu sein, die durchgängig überprüft wurde.
Das System hat der ADFC vor 20 Jahren entwickelt und seitdem weiterentwickelt. Er hat Menschen geschult, die Radfernwege anhand objektiver Kriterien bewerten, und einen einheitlichen Qualitätsstandard für Radfernwege definiert.
Die folgenden Routen führen in deutsche Weingebiete.

Badischer Weinradweg
Die 460 Kilometer durch das badische Weingebiet lassen sich auf der ADFC-Qualitätsradroute mit drei Sternen in acht Etappen aufteilen. Man kann sich auch mehr Zeit gönnen und zum Beispiel zum Start in Weil am Rhein das Vitra Design Museum besuchen, bevor es durch die Weinregionen Markgräflerland, Tuniberg, Kaiserstuhl, Breisgau und Ortenau geht. Bei über 300 Weingütern fällt die Wahl schon schwer, wo man stoppen möchte: Kräftige rote Spätburgunder stammen meist von den Südhängen des Tunibergs, der Kaiserstuhl aus altem Vulkanstein bringt einen sehr trockenen Weißwein hervor. Die Römer haben den Weinanbau im Schwarzwald kultiviert, wie das Römermuseum in Heitersheim zeigt. In Staufens Zentrum wird das Mittelalter lebendig, auch Freiburg hat eine sehenswerte Altstadt. Den Blick auf die schöne badische Weinstraße genießt man am besten von oben, z. B. von Schloss Staufenberg oder vom Turm Karlsruhe-Durlach.

Moselradweg
Der Moselradweg startet als Velo Tour Moselle in Frankreich, in Deutschland folgt man der Mosel ab Perl und hat nun unzählige Gelegenheiten zu schlemmen. Nach der Fahrt durch das Anbaugebiet der 2.000 Jahre alten Elblingrebe folgt Trier mit römischen Bauten wie der Porta Nigra. Das Moseltal wird enger und die Flussschleifen spürbar. Die charmanten Weindörfer laden zu Pausen ein. Bernkastel-Kues hat eine schöne Altstadt, Cochem die mächtige Reichsburg. Am Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet, endet die 250 Kilometer lange ADFC-Qualitätsradroute mit vier Sternen.

Neckartal-Radweg
Der Neckar beginnt als kleiner Bach im Schwenninger Moos und schlängelt sich durch Städte wie Rottweil, Tübingen und Stuttgart: von den Römern übers Mittelalter bis zum Bauhaus im UNESCO-Welterbe Weißenhofsiedlung. In denkmalgeschützten Werkhallen oder alten Mühlen kann man Industriekultur hautnah erleben. In Heidelberg wird es wieder historisch und Mannheim nimmt bei Radfahrenden einen besonderen Platz ein: Karl Drais unternahm hier die erste Fahrt mit dem Laufrad. Mit fruchtbaren Weinsteillagen, erhabenen Burgen und Barockschlössern ist auf der 367 Kilometer langen ADFC-Qualitätsradroute mit vier Sternen jede Menge zu sehen.

Saaleradweg
Romantische Burgen, Natur und Genuss: Der 409 Kilometer lange Saaleradweg hat drei Sterne vom ADFC für seine Qualität erhalten. Abwechslungsreich geht es vom bayerischen Fichtelgebirge nach Thüringen und dann in die Weinregion Saale-Unstrut bis zur Mündung der Saale in die Elbe. Unmengen an Schlössern, Burgen und Ruinen thronen auf den Hängen und Hügeln der Saale. Städte wie Hof, Saalfeld, Rudolstadt, Jena, Naumburg, Weißenfels, Merseburg, Halle und Bernburg laden zum Verweilen und zum Besichtigen ein. Kulinarisch reicht die Bandbreite des Radwegs von fränkischer Braukunst über deftige Thüringer Hausmannskost bis hin zu frischem Weißwein und Sekt von Saale und Unstrut.

Saar-Radweg
Das Saarland und Genuss gehören zusammen – auf dem 110 Kilometer langen Saar-Radweg wird das mehr als deutlich: Nicht nur, dass die Strecke selbst mit vier Qualitätssternen vom ADFC glänzt, der Saar-Radweg bietet viel Abwechslung für bewegungsfreudige Genießer:innen. Er startet in Sarreguemines in Frankreich, dessen Zentrum von Jugendstilbauten geprägt wird. Danach steuert die Saar auf Saarbrücken zu. Hier trifft man sich auf dem autofreien St. Johanner Markt in den Cafés und Geschäften. Auch in Saarlouis sollte das Savoir-vivre ausprobieren, z. B. in den Cafés mit einladenden Terrassen. Industriekultur hingegen kann man im UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte und später in Mettlach beim Keramikhersteller Villeroy & Boch bewundern. Die berühmte Saarschleife legt sich zwischen dicht bewaldeten Hängen mächtig in die Kurve. Vor Ort führt der Cloefpfad zum schönsten Aussichtspunkt, wo ein Baumwipfelpfad und ein 42 Meter hoher Aussichtsturm locken. Im malerischen Saarburg warten Wasserfall, Fachwerkhäuser und Weinlokale auf Genusswillige. Der Saar-Radweg endet in Konz.
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