Die erste Radtour für Alle in Kaltenkirchen

Teilnehmer*innen der ersten "Radtour für Alle" in am 6. April 2022 in Kaltenkirchen. © Fenja Simon / ADFC Schleswig-Holstein e.V.

Regen für Jeden - Inklusive Radtour in Kaltenkirchen

 

Radtour für ALLE – die Pett Man Sülm hat die Auftaktveranstaltung der inklusiven Radtour-Reihe in Kaltenkirchen begleitet.

 

„Juhuuuuuu“ ruft Carolin Ehrke, als sie die gerade erst erklommene Steigung runterdüst. Carolin ist eine von über 30 Teilnehmer*innen aus Kaltenkirchen und Umgebung, die trotz Regen und Wind gekommen ist, um an der „Radtour für ALLE“ teilzunehmen.

Die „Radtour für ALLE“ ist eine inklusive Radtour, die von den Ortsgruppen des ADFC in Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg um Andreas Gaden und Jens Daberkow in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe, des Rauhen Hauses sowie dem Verein Radeln ohne Alter organisiert wird. Am Dienstag den 4. April startete um 16:30 Uhr die erste Tour der Reihe.

„Ein echtes Novum, so etwas hat es hier noch nicht gegeben, wir starten hier eine völlig neue Erfahrung, eine neue Art gleichberechtigt etwas zu unternehmen und dass dabei so viele mitmachen, finde ich einfach großartig“, so Andreas Mecke, ehrenamtlicher Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung der Stadt Kaltenkirchen kurz vor Start. Von ihm kommt auch die Idee zu der Tour: „Noch vor Corona hatte ich die Idee zu der Radtour, war ganz stolz, bis ich merkte, wir sind ja gar nicht die Ersten, das Format gibt es ja bereits. Nichtsdestotrotz ist das ein wichtiger Schritt für mehr Teilhabe.“ 

Neben Carolin Ehrk fahren auch Ilse Garken und Klaus-Dieter Büll mit. Auf ihrem Tandem. Denn Ilse Garken ist stark sehbehindert. Seit 18 Jahren satteln sie nun schon gemeinsam auf. Eher zu Urlaubsanlässen, denn im Alltag. Was aber helfen würde, auch, um die Urlaubsfahrten angenehmer zu machen, weiß Ilse Garken genau: „Alle Fahrradwege müssen breiter sein. Außerdem sind viele der Wege in so schlechter Qualität, das ist einfach zu unsicher. Und solche kleinen Dinge wie Umlaufsperren sind wirklich große Hindernisse, da kommen wir mit einem Tandem nicht durch.“

Die Planung der Tour war selbst für die zwei erfahrenen ADFC-Tourenleiter Andreas Gaden und Jens Daberkow deshalb auch nicht ganz einfach. „Ich war nicht sicher, ob ich das schaffe, denn es braucht eine gewisse Geduld und ein Team, das eine Gruppe führen kann, deren Mitglieder sonst nicht unbedingt immer selbständig am normalen Verkehr teilnehmen können; Das ist schon eine Herausforderung“, so Jens Daberkow. „Und die Vorbereitung der Tour hat bei mir eigentlich noch zu mehr Bedenken geführt.“

Am Ende kamen einige Anforderungen zusammen: Ein Flyer in leichter Sprache, um über die Radtour zu informieren. Die Wege müssen breit genug sein, dass auch die Rikschas von Radeln ohne Alter und weitere Spezialbikes entspannt fahren können. Wenig befahrene Straßen sind ideal, denn nicht jede*r Teilnehmer*in ist geübt und sicher. Möglichst asphaltiert sollten die Straßen sein, denn nicht jedes Gefährt ist geländetauglich. Nicht zu schnell sollte es gehen, damit auch jede*r mithalten kann. Außerdem wurde eine öffentliche Toilette benötigt: „Was für uns das normalste der Welt ist … einmal zur Not hinter den Busch … ist für jemanden, der auf Toiletten angewiesen ist, schon ein Problem.“ Und zu guter Letzt: Auf der Strecke sollten möglichst keine Hindernisse wie Poller, Steine oder Umlaufsperren sein.

Die zahlreichen Herausforderung meisterten alle gemeinsam dann doch hervorragend: Bis auf ein mitten auf den benutzungspflichtigen Radweg gesetzter Wasseranschluss einer Baustelle sowie ein hupendes Auto - fuhr die "Radtour für ALLE" letztendlich mit durchschnittlichen 10 bis 12 km/h ohne weitere Schwierigkeiten und mit guter Laune rund zehn Kilometer und zwei Stunden lang durch Kaltenkirchens Flur … und Regen.

Und warum macht der ADFC mit? „Der ADFC soll für ALLE sein. Deshalb machen wir das heute“, so Jens Daberkow, über sein Engagement bei der Planung der ersten „Radtour für ALLE“.

Die nächste Tour findet am 15. Mai in Henstedt-Ulzburg statt. Los geht's um 14 Uhr am Rathausplatz 1. Kontakt zu der Initiative gibt es über diese Mail-Adresse: radtouren-fuer-alle [at] kaltenkirchen.de

 

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszustatten ist, legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Sie schreibt u. a. zwei voneinander unabhängige Bremsen vor, damit ein Fahrrad sicher zum Stehen kommt. Ebenso vorgeschrieben ist eine helltönende Klingel. Auch zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit je zwei nach vorne und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern sind Pflicht.

    Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Beleuchtung. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind vorgeschrieben. Die Beleuchtung kann batteriebetrieben sein und muss tagsüber nicht mitgeführt werden. Sie muss aber dann einsatzbereit sein, wenn die Sichtverhältnisse Licht erforderlich machen. Für den Straßenverkehr zugelassen ist Beleuchtung nur mit dem Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamts (eine Wellenlinie, Großbuchstabe K und fünfstellige Zahl). Damit Radfahrende auch seitlich gesehen werden, sind Reflektoren in den Speichen oder Reflexstreifen an Reifen oder Felge vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO vorgeschrieben sind. Ausführlichere Informationen finden Sie hier.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrer*in im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmenden zu rechnen.

    Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, indem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer*innen nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

    Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmenden gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrende auf Straßen und Radwegen unterwegs. Weitere Tipps, wie Sie zu Ihrer und der Sicherheit anderer beitragen, finden Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad ist nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubtem Parken schützen.

    Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. Mehr zur Infrastruktur für den Radverkehr erfahren Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn die Fahrenden in die Pedale treten. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können. Mehr Informationen zu den Bewertungskriterien unserer Radtouren erhalten Sie im Menüpunkt Auf Tour.

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  • Wo bekomme ich Radkarten?

    Mit fast 3 Mio. verkauften Exemplaren gehören die ADFC-Radtourenkarten weltweit zu den Bestsellern unter den Fahrradkarten. Sie haben einen praktischen Maßstab (1:150.000) und sind mit Hilfe von versierten ADFC-Scouts entstanden, die die Bedürfnisse von Radreisenden verstehen und die Strecken buchstäblich erfahren haben. Die 27 ADFC-Radtourenkarten für Deutschland haben wir durch besonders spannende und beliebte Radregionen wie den Gardasee oder Mallorca ergänzt. Außerdem finden Sie eine Vielzahl von ADFC-Regionalkarten (Maßstab 1:75.000) im Buchhandel, in vielen ADFC-Infoläden und direkt beim Bielefelder Verlag BVA (Tel.: 0521/59 55 40, E-Mail: bestellung@bva-bielefeld.de) oder bequem auf www.fahrrad-buecher-karten.de.

  • Wo finde ich vom ADFC empfohlene Musterkaufverträge für Fahrräder?

    Ganz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.

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