
Alte Elektrorad-Akkus müssen vom Fachhandel zurückgenommen werden. © ADFC/René Filippek
tech talk: Schwierige Akkurückgabe?
Wie man alte Elektroradakkus entsorgen kann, ist eindeutig geregelt: Fachgeschäfte, Hersteller und Wertstoffhöfe müssen sie annehmen und dem Recycling zuführen. Doch in der Praxis läuft es nicht immer so einfach.
Elektroradfachgeschäfte sind dazu verpflichtet, alte Antriebsakkus zurückzunehmen – auch solche, die sie nicht selbst verkauft haben. Seit August 2025 müssen zudem Wertstoffhöfe solche Batterien annehmen.
Die Gesetzeslage ist eindeutig, in der Realität ist sie aber offenbar noch nicht überall angekommen. Ein Elektroradbesitzer aus Köln schilderte uns seine Odyssee, um seinen alten Akku loszuwerden.
Erster Versuch beim Recyclinghof
Da das Geschäft, wo das Fahrrad gekauft wurde, nicht mehr existiert und auch der Hersteller lange vom Markt verschwunden ist, war der Recyclinghof die erste Anlaufstelle. Dort nahm man das Rad, aber nicht die Batterie an.
Eine Nachfrage bei der Verwaltung ergab, dass man auf den Sammelplätzen noch nicht über die nötige Infrastruktur verfüge, Elektroradakkus sicher zu lagern – ein Jahr nach Inkrafttreten der Rücknahmepflicht.
Fachhändler weigert sich
Ein Fachhändler kannte zwar die gesetzliche Regelung, verweigerte die Rücknahme aber dennoch – mit dem Hinweis, er nehme nur Akkus an, die er selbst verkauft habe. Erfolg hatte der Besitzer letztlich bei einem Autohaus. Dort nahm man seinen Akku kostenlos zurück.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?
Es ist nicht akzeptabel, wenn die Rückgabe von Akkus trotz eindeutiger Rechtslage so schlecht läuft. Deshalb fragt der ADFC nach: Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht oder davon gehört? Wir freuen uns, wenn Sie uns diese mitteilen: techtalk [at] adfc.de. Danke!