Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)

Der ADFC wird 40 Jahre alt und hat im Radtourismus viele Projekte angeschoben.

Das Radnetz Deutschland verbindet alle Regionen Deutschlands miteinander. © ADFC/Marcus Gloger

Das Radnetz Deutschland

Das Radnetz Deutschland besteht aus dreizehn Radfernwegen und dem Radweg Deutsche Einheit. Das radtouristische Netz verbindet alle Regionen Deutschlands miteinander und führt auf bestehenden und beschilderten Radfernwege entlang.

Das Radnetz Deutschland setzt sich aus dreizehn D-Routen und dem Radweg Deutsche Einheit zusammen. Die Routen verlaufen auf bestehenden Radfernwegen und wurden so ausgewählt, dass Radreisende spannende Start- und Zielorte finden, die sie einfach miteinander verknüpfen können. 

So entstehen zum Beispiel durch die Kombination von mehreren Fluss- oder Themenradwegen Verbindungen, die Deutschland von Nord nach Süd oder von West nach Ost zeigen: Die D-Routen 1 bis 6 verlaufen vom Westen nach Osten, die D-Routen 7 bis 13 von Norden nach Süden.

Zur Übersichtskarte Radnetz Deutschland

Die Ursprünge des Radnetzes Deutschland

Ursprünglich startete das Projekt als „D-Netz“. Inzwischen wird es als Radnetz Deutschland vermarktet und ist fester Bestandteil bei den Maßnahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) der Bundesregierung. Bund und Länder wollen gemeinsam mehr für einheitliche Standards bei den Premiumrouten tun und ein hohes Qualitätsniveau im Fahrradtourismus erreichen.

Die D-Routen sind außerdem in das europaweite EuroVelo-Netz eingebunden. Beim Radnetz Deutschland geht es um Entspannung, Genuss und schöne Erlebnisse in abwechslungsreichen Landschaften.

D-Routen an Nordsee- und Ostseeküste

Die D-Routen verlaufen durch verschiedene Landschaften und Regionen: Die D-Route 1 Nordseeküstenroute zeigt das Wattenmeer und ist Teil des Nordseeküsten-Radwegs, der über 7.000 km entlang der Nordsee durch acht Länder führt. 

Die D-Route 2 zeigt die Küstenlandschaft der Ostseeküste mit historischen Städten und Seebädern. Sie ist Teilstück der EuroVelo-Route 10, dem mehr als 9.000 Kilometer langen Ostseeküsten-Radweg.

Mittelgebirge, Weinlagen und Flüsse

Die Europaroute ist die D-Route 3 und verläuft komplett auf dem Europaradweg R1 quer durch Deutschland: vom Münsterland über Weserbergland, Harz, Magdeburger Börde und Fläming nach Berlin und von da weiter an die Oder. Die Route ist auch Teil der Eurovelo-Route 2, die die Hauptstädte Europas zeigt. 

Bei der sportlichen Mittelland-Route (D-Route 4) stehen die Mittelgebirge im Fokus, die Deutschland von West nach Ost durchziehen. Stationen sind u. a. Aachen, Bonn, die Thüringer Klassikerstädte (Weimar, Erfurt und Eisenach) und Dresden.

Für die D-Route 5 Saar-Mosel-Main sind die Weinlagen Saar, Mosel, Rhein, Rheingau und Rheinhessen zentral. Mit Erreichen des Mains ist man dem fränkischen Bier fast näher als dem Wein. Die Route endet in Oberfranken.

Mit der D-Route 6 rückt ein weiterer Fluss in den Mittelpunkt: Die Donauroute beginnt allerdings schon in Weil am Rhein. Sie folgt zunächst dem Rhein, dann der Donau, hat ein paar Steigungen und zeigt süddeutsche Kulturräume. 

Radnetz Deutschland braucht mehr Push

Was ist das Radnetz Deutschland?
Es ist das nationale Netz von Radfernwegen in Deutschland: Es enthält 13 „D-Routen“ und wird durch den „Radweg Deutsche Einheit“ ergänzt. Die Routen durchziehen das Land auf rund 11.000 Kilometern. Basis für die D-Routen sind bekannte thema tische Radfernwege, die komplett oder in Teilen in die D-Routen eingebunden sind: So ist beispielsweise der Weser-Radweg Teil der D-Route 9 „Weser-Romantische Straße“. Gleichzeitig ist das Radnetz Deutschland auch in das europäische Radfernwegenetz EuroVelo eingebunden. Es wurde so aufgebaut, dass sich spannende Start- und Zielorte für eine Radreise leicht miteinander verbinden lassen.

Woher stammt die Idee?
Sie stammt vom ADFC. Er hatte sich u. a. vom Veloland Schweiz und dem Radfernwegenetz Landelijke Fietsroutes aus den Niederlanden inspirieren lassen. Gleichzeitig wollte er für die ADFC-Radtourenkarten ein bundesweites Radfernwegenetz als Basis. 1998 wurde erstmals die Karte „Radfernwege in Deutschland“ veröffentlicht und im Nationalen Radverkehrsplan (2002–2012) wurde das Radnetz dann offiziell vorgestellt. Der ADFC und der Deutsche Tourismusverband (DTV) hatten zusammen auf das nationale Netz an Radfernwegen hingearbeitet. Wichtig war dem ADFC dabei, dass eine Koordinierungsstelle das Netz auf Bundesebene betreut. Diese Aufgabe liegt heute bei der Geschäftsstelle Radnetz Deutschland beim Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM). Mit dem Förderprogramm „Ausbau und Erweiterung des Radnetzes Deutschland“ soll das Radnetz stärker vorankommen. Wir fordern, dass das Programm und die finanziellen Mittel dauerhaft bereitstehen. Das gilt auch für die Koordinierungsstelle. Ohne finanzielle Ausstattung kann sie ihren Aufgaben nicht nachkommen – dann bleibt das Radnetz zwar weiter eine gute Idee, aber seine Sichtbarkeit verbessert sich nicht.

Wie setzt sich das Radnetz Deutschland zusammen?
Zweck des Radnetzes ist es, die Vielfalt Deutschlands abzubilden, die besten Radfernwege zu verbinden und so individuelle Radreisen einfach planen zu können. Dass das Netz tatsächlich die besten Routen verbindet, zeigt die diesjährige ADFC-Radreiseanalyse: Von den zehn am meisten befahrenen Radfernwegen sind sieben Teil des Radnetzes Deutschland. Drei von ihnen hat der ADFC als Qualitätsradrouten geprüft und ausgezeichnet.

 

Pilgerpfade und am Rhein entlang

Die D-Route 7 ist als Pilgerroute Teil eines größeren Ganzen, der EuroVelo-Route 3, die von Skandinavien nach Santiago de Compostela in Spanien führt. Stationen sind Hamburg, Bremen und die Rheinregion. Bis auf einige Hügel in Schleswig-Holstein, zwischen Osnabrück und Münster sowie vor Aachen ist sie fast steigungsfrei.

Auf der D-Route 8 geht es am Rhein entlang, wo sich auch Industrie angesiedelt hat. Idyllische Natur findet man vor allem am Mittelrhein. Die Route verläuft teils beidseitig des Rheins und ist Teil der EuroVelo-Route 15, die dem Rhein über 1.500 km von der Quelle bis zur Nordsee folgt.

Vom Norden runter in den Süden

Von der Norddeutschen Tiefebene geht es über den Mittelgebirgsgürtel und die Romantische Straße an den Alpenrand: Das ist D-Route 9 Weser-Romantische Straße. Bis kurz hinter Fulda praktisch steigungsfrei, stellt die Route auch danach keine allzu schweren Aufgaben.

Von der Ostsee nach Oberbayern: Die D-Route 11 durchquert Deutschland von Nord nach Süd im Osten: Von Mecklenburg über Brandenburg, Thüringen und Oberfranken geht es nach Oberbayern und an den Alpenrand. Zwischen Hof und Kulmbach wird es sportlich.

Elberadweg und Oder-Neiße-Radweg

Einer der meistbefahrenen Radfernwege ist die D-Route 10 – der Elberadweg zwischen Dresden und Hamburg. Die Elbe ist Deutschlands größter Strom mit weitgehend naturbelassenem Verlauf. Im mittleren Teil der Elbe gibt es noch große Auengebiete mit ausgedehnten Überschwemmungszonen. Die D-Route 10 ist bis auf kurze Passagen in Sachsen praktisch steigungsfrei. Elbauen, Hansestädte, das Alte Land und der Nationalpark Wattenmeer sind Stationen.

Mit der D-Route 12, dem Oder-Neiße-Radweg, geht es an die Grenze im Osten: Frankfurt/Oder ist die größte Stadt. Ab Guben sind die Ortschilder zweisprachig, denn hier leben die Sorben als anerkannte nationale Minderheit.

Der Eiserne Vorhang und der Radweg Deutsche Einheit

Auch der Iron Curtain Trail zeichnet die Grenze zwischen den Warschauer-Pakt-Staaten und den westlichen europäischen Ländern nach: Er folgt als EuroVelo 13 dem Eisernen Vorhang, der vom Barentssee bis zum Schwarzen Meer reichte. Der Eiserne Vorhang ging mitten durch Deutschland und so verläuft der deutsche Abschnitt als D-Route 13 auf der ehemaligen Grenze. Die Radroute kreuzt die Bundeslandgrenzen auf einer Länge von mehr als 1.800 Kilometern.

Der Radweg Deutsche Einheit soll ein Symbol für die Wiedervereinigung sein und verbindet die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn mit Berlin. Die Route führt vom Rhein über Rhön, Weserbergland, Harz und Fläming in die Hauptstadt. Der Radweg Deutsche Einheit wurde 2015 zum 25. Jubiläum der Wiedervereinigung initiiert. Modular aufgebaute Radstätten bieten Radfahrenden unterwegs Orientierung, Service und Infos.

Internetauftritt und GPX-Daten

Seit Februar 2026 präsentiert sich das Radnetz Deutschland mit einer eigenen Webseite. Die Geodaten sind geprüft und stehen kostenfrei zur Verfügung.

Routenbeschreibungen, GPX-Daten und mehr für jede einzelne Route gibt es auf der Internetseite Radnetz Deutschland

Zum Radnetz Deutschland

Der ADFC hat viele Projekte ins Leben gerufen, die den Radtourismus in Deutschland kräftig angeschoben haben.

Koordinierungsstelle Radnetz Deutschland

Beim Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) wurde die Geschäftsstelle Radnetz Deutschland eingerichtet. Sie setzt das Förderprogramm „Ausbau und Erweiterung des Radnetzes Deutschland“ um und koordiniert die Zusammenarbeit mit den Ländern zum Aufbau des digitalen Radnetzes.

Ziel ist es, das Radnetz Deutschland zu einem länderübergreifenden, sicheren, lückenlosen und attraktiven Netz aus national bedeutenden Radfernwegen weiterzuentwickeln. Mit dem Förderprogramm unterstützt der Bund finanziell die qualitative Verbesserung, die Bekanntheit und Attraktivität der D-Routen, des Radwegs Deutsche Einheit sowie des Iron Curtain Trails.

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