
Zehn ADFC-Tipps für entspannte Radreisen mit der Bahn
Die Ergebnisse der ADFC-Radreiseanalyse zeigen, dass 37 Prozent der Radreisenden die Bahn nutzen. Der ADFC gibt Tipps für eine stressfreie Fahrradmitnahme in Nah- und Fernverkehr und mehr Reisefreude.
Startet die Radreise nicht vor der Haustür, ist die Bahn eine umweltfreundliche und komfortable Möglichkeit, das Rad zum gewünschten Startpunkt zu transportieren.
Sorgfältig planen
Vor allem bei längeren Bahnreisen sollten Radreisende vorher sorgfältig planen. Tipp Nr. 1: Nicht zwingend die schnellste Verbindung, dafür die mit möglichst wenigen Umstiegen wählen. Das nimmt den Stress, das Fahrrad samt Gepäck mehrfach von einem Gleis zum anderen zu bringen.
Wartezeiten vor Aufzügen oder mehr Zeit beim Treppenrauf- und runtertragen unbedingt einkalkulieren. Daher Tipp Nr. 2: Lassen sich mehrere Umstiege nicht vermeiden, können bei der Suche nach einer passenden Verbindung die Umsteigezeiten auch verlängert werden.
Tipp Nr. 3: Bevor die Reise losgeht, lohnt sich ein Online-Check der Bedingungen am Abfahrts- und Zielbahnhof. Hier kann man einsehen, ob die Bahnsteige barrierefrei erreichbar sind, und ob es ausreichend große Aufzüge, Rolltreppen und Auffahrrampen gibt.
Genug Zeit am Abreisetag
Tipp Nr. 4: Genug Zeit am Abreisetag einplanen, das hilft Stress zu vermeiden und lässt die Möglichkeit, entspannt auf Änderungen zu reagieren. Mit der Funktion „Benachrichtigungen zur Reise“ können sich Reisende per Handy über die App DB Navigator informieren lassen, wenn ihr Zug mehr als zehn Minuten Verspätung hat. Dafür ist ein DB Kundenkonto erforderlich.
Tipp Nr. 5: Am Gleis selbst sollte man vorab schauen, wo das Fahrradabteil voraussichtlich halten wird – etwa über Wagenstandsanzeiger im Aushang auf dem Bahnsteig (so vorhanden), digitale Anzeigen oder über die App DB Navigator – und von vorneherein im richtigen Gleisabschnitt auf den Zug warten.
Im Fernverkehr: früh reservieren
Wie viele Plätze es auf einer Verbindung gibt, hängt vom Zugtyp ab. ICs und ECs haben acht bis 16 Stellplätze. In den neueren ICE-Modellen gibt es acht Stellplätze, in manchen älteren gar keine. Züge mit Fahrradmitnahme im Fernverkehr lassen sich über die DB-Reiseauskunft oder die App DB Navigator finden. Bei der Suche nach einer Verbindung unter dem Punkt „Reisende, Fahrräder, BahnCards” bzw. „Reisende, Fahrräder“ ein Fahrrad hinzufügen.
Im Fernverkehr müssen Stellplätze fürs Fahrrad vorab reserviert werden. Tipp Nr. 6: Am besten frühzeitig buchen, denn gerade in den Sommermonaten sind die verfügbaren Plätze schnell weg. Bis zu zwölf Monate (ab Fahrplanwechsel im Dezember) im Voraus können Radreisende in Reisezentren ein Fahrradticket im Fernverkehr der Deutschen Bahn buchen – online und per App geht es oft nur ein halbes Jahr vorher. Jedes Fahrrad braucht ein eigenes Ticket und eine Stellplatzreservierung.
Eine Fahrradkarte im Fernverkehr innerhalb Deutschlands kostet ab 7,99 Euro. Die Tickets für bis zu fünf Fahrräder können über die Website der Bahn oder über die App DB Navigator gebucht werden. Wer mehr Plätze reservieren möchte, muss die Service-Telefonnummer 030/29 70 anrufen oder am Schalter buchen. Tipp Nr. 7: Am besten vorab die gewünschte Verbindung recherchieren und bei der Buchung am Schalter angeben, welche Züge man nehmen möchte.
Ist noch Platz im Zug, können Radfahrende auch ohne Reservierung, aber nach Anmeldung beim Zugteam und einer Nachzahlung mitfahren.

Die Zentrale Service-Hotline der DB 030/29 70 gibt Auskunft zu Reiseverbindungen sowie zur Fahrradmitnahme und -vermietung. Außerdem lassen sich Fahrradstellplätze per Telefon kaufen und reservieren.
Im Nahverkehr: Stoßzeiten meiden
Bei kürzeren Anreisen oder in Kombination mit dem Fernverkehr bieten sich Regional- und Nahverkehrszüge an. Hier gibt es keine Reservierungspflicht, aber auch keine Mitnahmegarantie. Zu Stoßzeiten, an Wochenenden und Feiertagen kann es im Nahverkehr eng werden. Tipp Nr. 8: Um zu vermeiden, dass man wegen Überfüllung keinen Platz mehr fürs Rad bekommt, sollte man Stoßzeiten möglichst meiden.
Beförderungsbedingungen studieren
Ein deutschlandweit gültiges Fahrradticket für den Nahverkehr kostet am Automaten oder in der App 7,50 Euro. Jeder Verkehrsverbund hat aber eigene Regeln und eigene Tarife zur Fahrradmitnahme. In manchen Regionen ist die Fahrradmitnahme kostenlos. Tipp Nr. 9: Deshalb empfiehlt es sich, die Beförderungsbedingungen im Regionalverkehr vor der Reise zu studieren.

Der ADFC plädiert für eine bundesweit einheitliche Regelung zur Fahrradmitnahme in der Bahn, ähnlich dem Deutschlandticket. Die Forderung ist Teil des Positionspapiers „Radtourismus im Fahrradland-Plus“, in dem der ADFC neben mehr Fahrradfreundlichkeit im Regional- und Fernverkehr auch eine stärkere Förderung des Radtourismus empfiehlt.
Pedelecs dürfen mit, Lastenräder nicht immer
Mitfahren dürfen im Nah- und Fernverkehr klassische Fahrräder und Pedelecs. Fahrradanhänger müssen zusammengeklappt werden und brauchen ein Extra-Ticket. Für spezielle Fahrräder, etwa Tandems oder Liegeräder, gibt es Ausnahmeregeln. Hier gibt der Kundenservice Auskunft. Übrigens: Zusammengeklappte Falträder fahren als Gepäckstück kostenlos mit.
Lastenräder werden laut Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn im Fernverkehr nicht mitgenommen. Gemeint sind hier Fahrräder oder Pedelecs mit festen Aufbauten für Lasten- oder zum Kindertransport. Mit kompakten einspurigen Lastenrädern, vor allem mit abnehmbaren oder zusammenklappbaren Aufbauten, kann die Mitnahme möglich sein. Denn viele von ihnen passen problemlos in die Abstellvorrichtungen im Fahrradabteil.
In Nahverkehrszügen gelten je nach regionalem Verkehrsverbund unterschiedliche Regelungen für die Fahrradmitnahme. Bei Lastenrädern reichen die Regelungen vom pauschalen Verbot bis zur kostenlosen Mitnahme, wenn ausreichend Platz vorhanden ist.
Fahrrad als Gepäck versenden
Tipp Nr. 10: Eine Alternative zur Fahrradmitnahme in der Bahn, kann der Gepäckversand durch Hermes sein, der den DB Gepäckservice ersetzt hat. Hermes bringt Reisegepäck und Fahrräder ohne Elektromotor innerhalb Deutschlands direkt ans Reiseziel.
Schlichtungsstelle Reise & Verkehr hilft bei Problemen
Wenn es bei der Fahrradmitnahme in der Bahn zu Problemen kommt, hilft die Schlichtungsstelle Reise & Verkehr. Sie unterstützt Verbraucher:innen dabei, möglichst einvernehmlich gute Lösungen mit den Verkehrsunternehmen zu finden – und das kostenfrei. Wichtig ist, dass die Verbraucher:innen versuchen, ihr Anliegen zunächst mit dem Verkehrsunternehmen zu klären. Kommt es zu keiner Einigung, können Reisende einen Antrag bei der Schlichtungsstelle Reise & Verkehr stellen – das geht online.
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