
Blinker mit integriertem Akku: Der Turntec T2 von Busch+Müller. © www.bumm.de
Gesehen und gefahren: Blinker für alle und ein E-MTB
Statt Handzeichen darf auch geblinkt werden: Wir haben einen Fahrtrichtungsanzeiger für normale Fahrräder ausprobiert und uns mit einem Elektro-Mountainbike auf den Trails vergnügt.
Einmal Alltag, einmal Freizeit: Blinker sind noch eine relativ neue Erscheinung an Fahrrädern, da sie lange Zeit nur für Lastenräder zugelassen waren, deren Aufbauten ein Handzeichen verdecken. Wir schildern unsere ersten Erfahrungen damit.
Dazu stellen wir ein E-Mountainbike von Fischer vor. Fischer ist bekannt für sehr günstige Elektrofahrräder - ob man den vergleichsweise geringen Preis beim Fahren spürt?
Blinken für alle
Erst seit 2024 sind Fahrtrichtungsanzeiger an allen Fahrrädern und Elektrorädern erlaubt. Bislang gab es aber fast nur Modelle für Elektrofahrräder, die die benötigte Energie aus dem Akku für den Motor beziehen. Busch+Müller hat mit dem Turntec T2 nun aber auch einen Blinker mit integriertem Akku für normale Fahrräder im Programm.
Das sind gut Nachrichten, denn Fahrtrichtungsanzeiger können ein sinnvolles Sicherheitsdetail sein. Schließlich können nun die Hände vorm Abbiegevorgang am Lenker bleiben. Insbesondere in unübersichtlichen Situationen oder auf unebener Fahrbahn ist das Handzeichen nicht ohne Risiko.
Montage
Die Turntec T2-Fahrtrichtungsanzeiger sitzen in den Lenkerenden. Verbunden sind sie durch ein Kabel, das im Lenker liegt. So müssen nicht beide Seiten getrennt aufgeladen werden.
Die Montage ist einfach, mit einer Montagehilfe wird das Kabel durch den Lenker geschoben, die Blinker selbst werden in die Lenkerenden eingesteckt und durch eine Klemmung fixiert. Der Lenker sollte nicht mehr als 20 Grad Krümmung aufweisen – sonst wäre das Blinklicht vor allem nach vorne, aber auch nach hinten nicht mehr gut zu erkennen. Bei vielen komfortbetonten Rädern sind Lenker mit stärkerer Krümmung verbreitet – das schränkt den Kreis geeigneter Räder ein. Auch müssen die Lenkerenden zugänglich sein – Lenkerhörnchen, Spiegel oder Griffe, die sie verschließen, verhindern eine Montage.
Bedienung
Geblinkt wird, indem man mit der Handaußenseite auf den Ringtaster am Blinker drückt. Das klappt recht gut, vor allem mit Winterhandschuhen fehlt aber das Gefühl dafür, ob man auch richtig getroffen hat. So muss man oft einen Kontrollblick machen, ob es tatsächlich blinkt – und das kurz vorm Abbiegevorgang, wo die Aufmerksamkeit anderswo gebraucht wird. Eine akustische oder deutlichere haptische Rückmeldung wäre hilfreich.
Bei einem kurzen Druck wird 15 Mal geblinkt, das passt gut für einen normalen Abbiegevorgang. Man kann den Modus aber auch anpassen, zwischen fünf und 30 Mal blinken ist alles möglich. Steht man an einer Ampel und will länger blinken, drückt man etwas länger auf den Taster. Das Dauerblinken endet nach erneutem Druck oder nach vier Minuten.
Bei zehn Prozent Rest-Akku erhöht sich die Blinkfrequenz, dann sollte man bald über die USB-C-Buchse nachladen. Das funktioniert am einfachsten mit einer Powerbank, sonst benötigt man eine Steckdose neben dem Fahrrad.
Lenker wird breiter
Der Lenker wird durch die Blinker um einige Zentimeter verbreitert, was gewöhnungsbedürftig ist – muss das Rad durch Türen oder andere enge Bereiche, bleibt man damit schon einmal hängen. Durch die exponierte Position sind die Blinker ohnehin gefährdet – kippt das Rad mal um, landet es direkt auf dem Fahrtrichtungsanzeiger. Die soliden Schutzkäfige an den Leuchten sind also wirklich notwendig.
Die Sichtbarkeit für den nachfolgenden Verkehr ist nicht aus allen Winkeln gegeben, da der Körper den Blinker verdecken kann. Befindet sich zum Beispiel ein Auto links hinter dem Fahrrad, kann ein Rechtsabbiege-Vorgang überraschend kommen, weil die Sichtachse zum Blinker verdeckt ist. Man bewegt sich in diesem Fall aber von dem/der überraschten Fahrer:in weg, es besteht also keine Kollisionsgefahr.
Bei bestimmten Lichtverhältnissen kann es zudem sinnvoll sein, trotz Blinker das Handzeichen zum Abbiegen zu geben. Fährt man zum Beispiel bei tiefstehender Sonne, scheint es nicht ausgeschlossen, dass das Blinklicht nicht allen Verkehrsteilnehmenden ausreichend auffällt. Natürlich ersetzen die Fahrtrichtungsanzeiger nicht den vorgeschriebenen Schulterblick vorm Abbiegen.
Fazit
Der Turntec T2-Blinker kann das Leben leichter machen, weil man beim Abbiegevorgang auf das Handzeichen verzichten und beide Hände am Lenker lassen kann. Man sollte sich aber bewusst sein, dass das Blinken nicht aus allen Richtungen und auch nicht bei allen Lichtverhältnissen gut wahrgenommen werden kann. Der Blinker selbst funktioniert sehr gut, könnte aber eine bessere haptische oder akustische Rückmeldung geben.
Infos: www.bumm.de
Preis: 124,90 Euro
Budget-E-MTB: Fischer Montis 10.0i
Der Hersteller hat in den letzten Jahren eine Wandlung erfahren vom Zulieferer für Baumärkte zum Anbieter von Elektrofahrrädern mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Manche, die noch das Bild vom Billigheimer im Kopf haben, dürften überrascht vom Anblick des Montis sein: Ein Fischer-Elektro-Mountainbike, das vor allem auf Fahrspaß bergab hin konstruiert ist und mit hochwertigen Komponenten ausgestattet ist? Für 3.999 Euro (bei Redaktionsschluss sogar nur 2.849 Euro)? Potzblitz. Kann das was?
Der Blick auf die Ausstattung offenbart durchweg hochwertige und belastbare Teile, die dem Einsatzbereich angemessen sind - mit Ausnahme der Plastikpedale, die man besser gegen belastbarere Modelle tauscht. Angetrieben wird das Bike von einem Brose-Motor mit 90 Newtonmeter Drehmoment, der seine Energie aus einem Akku mit 711 Wattstunden bezieht. Brose ist mittlerweile vom Konkurrenten Yamaha übernommen worden und läuft nun unter dem Namen Qore weiter.
Kein High-End, aber solide
High-End darf man bei dem Preis natürlich nicht erwarten. Die Komponenten sind zwar solide, aber keine Leichtgewichte. Das führt zu einem recht hohen Gewicht von über 30 Kilo. Zwar gleicht der Motor das weitgehend aus, bergab und in der Ebene zeigt sich das Montis durchaus spritzig. Aber beim Manövrieren durch Kurven oder in fahrtechnisch anspruchsvollen Abschnitten spürt man das Gewicht doch. Hier muss man schon etwas am Lenker zerren, um das Rad in die gewünschte Richtung zu bringen.
Dabei bedient man sich schon des Tricks, ein kleineres Hinterrad einzubauen: Es hat die Größe 27,5 Zoll, während das Vorderrad die Standardgröße 29 Zoll aufweist. Das sorgt zum einen für einen höheren Lenker, was bergab die Fahrkontrolle erhöht, zum anderen macht es das Rad wendiger.
Der Motor bietet vier Unterstützungsstufen. Für leichte Touren im Gelände reicht meist Stufe zwei aus, sobald es bergauf geht, ist Stufe drei angesagt. Stufe vier braucht man nur an sehr steilen Stücken.
Federung auf hohem Niveau
Ein Kurvenstar wird das Fischer dadruch aber nicht. Ein anderes Bild zeigt sich auf schnellen und holprigen Abfahrten: Die sehr guten Federelemente schlucken effektiv die Stöße, und das Rad liegt selbst auf Wurzelteppichen enorm stabil auf Kurs. Die sehr guten Reifen bieten zudem zuverlässig Halt auf weichen Untergründen. Die versenkbare Sattelstütze hilft bergab, weil sie mehr Bewegungsfreiheit bietet, besonders wenn es steil wird. So bleibt man nicht am Sattel hängen, wenn man das Körpergewicht verlagern muss. Allerdings liegt der Hebel für die Stütze in direkter Nachbarschaft zur Motor-Bedieneinhheit. Wenn man die Sattelstütze betätigen will, trifft man oft auch die Einstelltaste für die Motorunterstützung. Das ist nicht ideal gelöst.
Für Sicherheit sorgen auch die leistungsfähigen Bremsen mit großen Bremsscheiben, die stark verzögern. Griffe und Sattel von Ergon bieten zudem Komfort an den Kontaktstellen.
Fazit
Ein Spaßmobil für grobes Gelände zum Kampfpreis: Wen das hohe Gewicht nicht stört, findet im Fischer Montis einen soliden Begleiter für abfahrtsorientierte Mountainbike-Touren.
Mehr Infos auf der Internet-Seite von Fischer.
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