
Was verspricht man uns in Steglitz-Zehlendorf zum Radverkehr der Zukunft?
Wisst ihr schon, welcher Partie ihr bei der Wahl am 20. September 2026 eure Stimme geben werdet? Wir haben Fragen an die wichtigsten Parteien in unserem Bezirk gestellt. Dies soll euch als eine kleine Entscheidungshilfe dienen.

Umgesetzte Projekte zur Förderung des Radverkehrs in Steglitz-Zehlendorf 2022 - 2026
Radspur in der Kaiser-Wilhelm-Straße zwischen Lankwitz-Kirche und Attilastraße/ Steglitzer Damm (Bezirksgrenze)
Radspur am Steglitzer Damm/ Attilastraße bis Plantagenstraße
Radspur mit Busbenutzung in der Straße Unter den Eichen (gerade wieder auf der Kippe)
Radspur auf der Potsdamer Chaussssee (stadteinwärts) zwischen Lindenthaler Allee und S-Bahn-Brücke
Fahrradstraße Königsweg
Querungshilfe auf der Siemensstraße östlich vom Kanal
Radspur in der Thielallee zwischen Berliner Straße und Habelschwerdter Allee (2025/2026)
Fahrradstraße Tietzenweg (Teil 1 zwischen Unter den Eichen und Gardeschtzenweg)
Fahrradstraße Tietzenweg (Teil 2 zwischen Gardeschützenweg und Augustastraße - zurzeit im Bau)
Tempo 30 auf der Albrechtstraße zwischen Plantagenstraße und Rathaus Steglitz
Wenn ihr noch mehr Ideen für den Radverkehr habt, geht bitte am 20. September unbedingt zur Wahl!
Nun ist nicht mehr viel Zeit und die Berliner:innen haben die Wahl: Ein “Weiter so” mit den Sicherheit der Radfahrenden oder ein neuer Senat, der sich für die Menschen einsetzt, die ohne Auto in der Stadt unterwegs sind - zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV.
Die Antworten der verkehrspolitischen Verantwortlichen findet ihr am Ende des Artikels. Dort haben wir die Texte verlinkt.
1. Förderung des Radverkehrs allgemein
Das Bundesverfassungsgericht hat den Bund verpflichtet, verbindliche Klimaziele auch über das Jahr 2030 hinaus festzulegen. Insbesondere im Verkehrssektor reichen die bisherigen Maßnahmen bei weitem nicht aus, um diese Ziele zu erreichen. Der Verkehrsbereich zählt weiterhin zu den größten Emittenten von Treibhausgasen, weshalb eine deutliche Intensivierung der Maßnahmen erforderlich ist.
Eine zentrale Rolle kommt dabei der Förderung des Radverkehrs zu. Der Ausbau einer sicheren, durchgängigen und attraktiven Radinfrastruktur würde wesentlich dazu beitragen, den CO2 ausstoßenden Individualverkehr zu reduzieren und klimafreundliche Mobilitätsformen zu stärken. Gleichzeitig verbessert eine konsequente Förderung des Radverkehrs die Lebensqualität in Städten, erhöht die Verkehrssicherheit und entlastet bestehende Verkehrssysteme.
Die Verkehrswende umfasst auch eine Neuverteilung des öffentlichen Straßenraums im Sinne der sogenannten Flächengerechtigkeit. In der Praxis wird jedoch teilweise die Einschätzung geäußert, dass die Umsetzung bislang nur begrenzt vorangekommen ist.
Im Hinblick auf Beteiligungsprozesse und Zusammenarbeit:
- Wie bewerten Sie die bestehende Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und gesellschaftlichen Akteuren, beispielsweise im Rahmen des FahrRats?
- Sehen Sie hier weiteren Bedarf für Verbesserungen oder Ergänzungen, insbesondere im Bereich Kommunikation und Beteiligung?
2. Fahrradstraßen
In den letzten Jahren wurden Fahrradstraßen eingerichtet, die sehr gut angenommen werden, wie z.B. Lauenburger Straße/Sedanstraße
- Wie stehen Sie zur Einrichtung weiterer, neuer Fahrradstraßen in unserem Bezirk?
- Nach welchen Kriterien sollte aus Ihrer Sicht entschieden werden, in welchen Straßen die Einrichtung von Fahrradstraßen sinnvoll ist?
- Haben Sie konkrete Vorschläge?
Vor dem Hintergrund, dass Fahrradstraßen eigentlich dem Radverkehr vorbehalten sind und motorisierter Verkehr dort nur eingeschränkt zugelassen ist, wird in der Praxis häufig eine Nutzung durch den Durchgangsverkehr beobachtet.
- Welche Maßnahmen halten Sie für geeignet, um den motorisierten Durchgangsverkehr in Fahrradstraßen wirksam zu begrenzen oder zu verhindern?
- Welche Rolle können dabei bauliche Maßnahmen, wie sogenannte Modalfilter spielen, also beispielsweise Poller oder Diagonalsperren, die den Kfz-Durchgangsverkehr unterbinden, während Rad- und Fußverkehr weiterhin möglich bleibt?
3. Entschärfen von Kreuzungen
An einigen Kreuzungen in Steglitz-Zehlendorf ist das sichere Überqueren der Straße schwierig und zeitaufwendig, weil sie bislang vor allem auf den motorisierten Individualverkehr ausgerichtet sind. Für Rad- und Fußverkehr gibt es dort oft zu wenig Raum und die Ampelschaltungen führen insbesondere für Radfahrende zu langen Wartezeiten, wie z.B. A103 / Schloßstraße / Wolfensteindamm.
- Wie wollen Sie die Bedingungen für Radfahrende an Kreuzungen verbessern?
- Sollte man an diesen Kreuzungen die Radwegebenutzungspflicht aufheben, bis eine bessere Lösung gefunden ist?
4. Ertüchtigung, Anlegen und Sichern von Radverkehrsanlagen (in Hinblick auf das Mobilitätsgesetz)
Viele Radwege und Radfahrstreifen haben keine durchgängig glatte Oberfläche. Häufig wird raues Pflaster verwendet (besonders an Einfahrten), das oft schon nach ein bis zwei Jahren Unebenheiten aufweist. Auch asphaltierte Wege werden durch Wurzelschäden schnell uneben, obwohl sich dies bautechnisch vermeiden ließe.
- Was wollen Sie dagegen tun?
- Haben Sie für die kommende Legislaturperiode konkrete Vorschläge, welche Radverkehrsanlagen saniert werden sollen?
Die Verkehrsverwaltung hat angekündigt, die Radspur vor dem Botanischen Garten wieder abzuschaffen.
- Wie bewerten Sie diesen Plan?
- Welchen Lösungsvorschlag sehen Sie anstelle einer Rückverlegung auf den Gehweg, die angesichts des kontinuierlich zunehmenden Rad- und Fußverkehrs aus unserer Sicht nicht zielführend wäre?
Die Schorlemerallee ist eine wichtige Verbindung für den Radverkehr zur FU und stellt eine Lücke zwischen guten Angeboten (Südwestkorso, Radweg neben der Domäne Dahlem) dar.
- Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um hier den Radverkehr vor engem Überholen und Nötigungen durch Autofahrende zu schützen?
Hintergrund: die Straße ist zu schmal, um Radfahrende mit gebührendem Abstand zu überholen. Besonders in Richtung U-Podbielskiallee, in der die Straße ansteigt und Radfahrende dadurch langsamer sind, kommt es zu unschönen Begegnungen zwischen MIV und Rad. Lösung (billig und einfach): Parkverbot zwischen Gregor-Mendel-Str. und U-Podbielskiallee, da in der Regel nur Marktfahrzeuge, Anhänger und Wohnmobile abgestellt sind, die auch gut in den Seitenstr. geparkt werden könnten.
An folgenden Straßen sind die Radverkehrsanlagen nicht geeignet oder vorhanden. Wie wollen Sie die Sicherheit von Radfahrenden und zu Fuß Gehenden an diesen Stellen verbessern?
- Kaiser-Wilhelm-Straße zwischen Lankwitz Kirche und dem Bahnhof Lichterfelde Ost
- Hindenburgdamm
- Teltower Damm zwischen S-Bahnhof Zehlendorf und Zehlendorf Eiche
Die Leonorenstraße wurde nur lückenhaft mit einer dem Mobilitätsgesetz entsprechenden Radverkehrsanlage ausgestattet.
In der Albrechtstraße wurde zwischen dem Edenkobener Weg und der Kreuzung Siemensstraße/ Halskestraße die Kopfsteinpflasterung bis auf einen 170 Meter langen Abschnitt in der Straßenmitte durch einen fahrradfreundlichen Belag ersetzt.
Die Radverkehrsanlagen im Bezirk werden bei Schnee nur spät, schlecht oder gar nicht geräumt.
Zu den großen Problemen für den Radverkehr gehören das unerlaubte Halten und Parken auf Radverkehrsanlagen.
5. Förderung des Radverkehrs bei Kindern und Jugendlichen, „Elterntaxi“ - Problematik
Es ist statistisch erwiesen, dass viele Kinder und Jugendliche unsicher im Umgang mit dem Fahrrad sind und es seltener benutzen. Gleichzeitig würde eine stärkere Nutzung des Fahrrads sowohl zur Gesundheitsförderung als auch zum Klimaschutz beitragen.
Der zunehmende Bring- und Holverkehr durch sogenannte „Elterntaxis“ reduziert vielerorts die Verkehrssicherheit im Umfeld von Schulen. Eine Verringerung des Verkehrs würde dazu beitragen, die Schulwege für Kinder sicherer zu machen.
Abschließend gibt es noch eine kleine Auswertung der Gewichtung der Themenkomplexe. Wie wichtig ist ist der Themenkomplex für die jeweilige Partei?
(von 5 = sehr wichtig bis 1 = unwichtig)
Wie fahrradfreundlich ist Berlin?
Nur wenige Wochen vor der Wahl rufen wir alle Radfahrer:innen dazu auf, bei der großen Umfrage mitzumachen:
- Wie viel wird vor Ort bereits fürs Radfahren getan?
- Was hat sich in den letzten Jahren verbessert?
- Sind die Radwege in einem guten Zustand?
- Kurz: Macht Radfahren Spaß – oder ist es Stress?
Beim Fahrradklima-Test 2026 des ADFC zählt deine Stimme.








