Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)

Rad-Busstreifen auf der Fahrbahn Unter den Eichen in Berlin Steglitz-Zehlendorf und Hochbordrad auf dem Gehweg.

Unter den Eichen in Steglitz-Zehlendorf: Rad-Bus-Streifen auf der Fahrbahn, verwurzelter, schmaler Hochbordradweg auf dem Gehweg © Benjamin Lorenz

Radwegestopp 2.0 Unter den Eichen #Nichtmituns! - Fahrrad-Demo am 17. September

Die Abordnung des Rad-Bus-Streifens Unter den Eichen am Botanischen Garten droht nach wie vor. Am Donnerstag, den 17. September demonstriert der ADFC Steglitz-Zehlendorf um 17:30 Uhr mit dem Netzwerk Fahrradfreundliches Steglitz-Zehlendorf.

Wann und Wo:

Datum: Donnerstag,17. September 2026
Uhrzeit: 17:30 Uhr
Startpunkt: Rathaus Steglitz, Hermann-Ehlers-Platz

Was passiert hier?

Anfang Mai 2026 kündigte Verkehrssenatorin Bonde (CDU) den Rückbau an der Bundesstraße (B1) Unter den Eichen in Steglitz-Zehlendorf an: Der 2022 eingerichtete Rad- und Busstreifen soll zurück gebaut werden. 

Der Rückbau ist ein Angriff auf die Sicherheit aller Radfahrenden und kein Einzelfall! An der Kantstraße in Charlottenburg droht ebenfalls der Rückbau, und dagegen wehren wir uns ganz entschieden. 

Für den Rückbau Unter den Eichen sollen außerdem 65.000 Euro Steuergeld für eine rückschrittliche Verkehrspolitik verschwendet werden. 

Warum die B1 Unter den Eichen?

Die Bundesstraße 1 Unter den Eichen am Botanischen Garten droht zum Symbol einer verfehlten Berliner Verkehrspolitik zu werden. 

Zuletzt hatte die Berliner Regierungskoalition aus CDU und SPD hat das Berliner Mobilitätsgesetz geschwächt: zu Lasten des Radverkehrs und der Verkehrssicherheit, und damit zu Lasten aller, die auf einen sicheren Straßenverkehr angewiesen sind, gerade mit dem Fahrrad und zu Fuß.

  • §43 wurde entkernt: Sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen sollen nicht länger verpflichtend sein.
  • 30 sichere Kreuzungen pro Jahr: Diese Anforderung und Zahl sollten nicht mehr verbindlich sein.

Nun will sie an der B1 Fakten schaffen.

Wie sieht es Unter den Eichen aus?

Bis 2022

Seit 2022

Geplant (Abordnung)

Hochbordradweg auf Gehweg, 1 Meter breit, durch Baumwurzeln zerstört, nicht befahrbar

Rad- und Busstreifen auf der Fahrbahn: sicherer, breiter, standardgerechter

Wieder 2 Kfz-Streifen und Radverkehr zurück auf den Gehweg

Die Begründung und Argumentation rund um den angekündigten Rückbau zeigen ein erschreckendes Ausmaß an Unwissen und Ignoranz: 

  • Stau: Die vorgeschobene Begründung für den Rückbau ist Stau auf Unter den Eichen in Richtung Westen. Auf der anderen Straßenseite gibt es bereits zwei Kfz-Streifen - dort ist mindestens genauso viel Stau. Die Behauptung, die Abordnung würde weniger Stau produzieren, ist nicht haltbar. Echte Stau-Reduktion kann durch eine Neuordnung direkt im Bereich der Ausfahrt der A103 erreicht werden, in dem von dort ein einzelner Fahrstreifen als Zuweg in Richtung Unter den Eichen eingerichtet wird.
  • Breite: Senatorin Bonde behauptet, dass die Breite von Geh- und veraltetem Radweg ausreichend für einen gemeinsamen Geh- und Radweg sei, das ist falsch. Der ehemalige Hochbord-Radweg ist aufgrund extremer Wurzelschäden nicht befahrbar und damit nicht Teil der nutzbaren Breite. Damit liegt die Breite unter den erforderlichen 2,5 Metern und ist nicht als gemeinser Weg zugelassen. Auch die Anzahl der täglichen Radfahrenden und Zu-Fuß-Gehenden an der Straße ist für eine gemeinsame Nutzung zu hoch.
  • Verkehrsstärken: Im Verkehrsausschuss am 6. Mai 2026 bezog sich Ute Bonde auf die gezählten Verkehrsstärken von 2023. Sie verglich dabei ohne Einordnung verzerrte Werte der Kfz- und Radverkehrstärken, da Radverkehr auf einen Bezugszeitraum von 12 Stunden bemessen wird, Kfz-Verkehr auf 24 Stunden. Diese Werte lassen sich daher nicht direkt in ein Verhältnis zueinander stellen.
  • ÖPNV: Im gleichen Atemzug behauptete Ute Bonde, dass der Busverkehr durch den Rückbau beschleunigt würde, ob der Linienbusverkehr aktuell auf dem freigegebenen Radfahrstreifen am Stau vorbeifahren kann. Auch der Fahrgastverband IGEB sieht in den angekündigten Änderungen eine Verschlechterung für den Busverkehr. Zur Verbesserung müssten oben genannte Maßnahme zur Stau-Reduktion ergriffen werden und der Rad- und Busfahrstreifen bis zur Kreuzung Schloßstraße/Wolfensteindamm weitergeführt werden. 

Das lassen wir uns nicht gefallen: Radfahrende sollen auf einen buckligen Hochbordradweg voller Wurzelaufbrüche gedrängt werden, es besteht Sturzgefahr, und außerdem ist der Radweg viel zu schmal. Die aktuelle Verkehrspolitik Berlins ist in den 60er Jahren stehen geblieben und entwickelt sich nicht mehr weiter. Dazu sagen wir: #Nichtmituns!

 

Was Unter den Eichen passiert, ist ein Signal:

Wenn wir den Rückbau von Radwegen auf Fahrbahnen von Hauptverkehrsstraßen zulassen, drohen genau solche Abordnungen Schule zu machen, und das wollen wir verhindern. Wenn andere Teile der B1 folgen, wird das Radfahren auf wichtigen Hauptverkehrsstraßen wieder gefährlicher. Zudem wird das Mobilitätsgesetz ausgehöhlt, und dem stellen wir uns entschieden entgegen.

Der Bezirksstadtrat für Steglitz-Zehlendorf Urban Aykal unterstützt die Forderung nach dem Erhalt des Rad- und Busstreifens Unter den Eichen. 

 

Unsere Forderungen:

  • §43 MobG wieder stärken: Sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen müssen verpflichtend bleiben.
  • Sicherer Umbau von 30 Kreuzungen pro Jahr beibehalten: Verkehrssicherheit darf nicht zur Disposition stehen.
  • Erhalt des Rad- und Busstreifens an der B1 Unter den Eichen: Der bestehende Hochbordradweg ist nicht befahrbar. Es braucht sichere Infrastruktur auf der Fahrbahn.
  • Senatorin Bonde soll die Pläne zurückziehen: Eine Senatorin, die Radverkehr abbaut, statt ihn zu schützen, handelt gegen die Interessen Berlins.

Im Mai 2026 hatten wir bereits in einem breiten Bündnis demonstriert: 

Fahrraddemos “Radwegestopp 2.0 Unter den Eichen #Nichtmituns!”

Am 2. Mai 2026 und 19. Mai 2026 waren wir im breites Bündnis gemeinsam auf der Straße, um uns für das Mobilitätsgesetz, den Erhalt der Rad-Bus-Spur und die Verkehrswende einzusetzen.

Die Demo Unter den Eichen wurden von einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen organisiert und unterstützt:

  • ADFC Schöneberg
  • ADFC Steglitz-Zehlendorf
  • Landesverband ADFC Berlin und weitere ADFC-Stadtteilgruppen
  • Respect Cyclists
  • Changing Cities
  • VCD Nordost
  • BUND Berlin
  • Kiezblock- und Elterninitiativen aus Steglitz-Zehlendorf
  • Aktive aus allen Himmelsrichtungen

Wir wenden uns gegen die aktuelle Verkehrspolitik der aktuellen Berliner Regierungskoalition, und dabei geht es auch um Rechtssicherheit, Verkehrssicherheit und eine zukunftsfähige, klimafreundliche und lebenswerte Stadt. Wir fordern Flächengerechtigkeit und ein Ende der Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs: eine menschen- statt einer autogerechten Stadt.

Nächste Fahrraddemo Unter den Eichen:

Datum: Donnerstag,17.09.2026
Uhrzeit: 17:30 Uhr
Startpunkt: Rathaus Steglitz, Hermann-Ehlers-Platz

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https://www.adfc.de/artikel/radwegestopp-20-bundesstrasse-1-unter-den-eichen-nichtmituns

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