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Goldene Regeln

Seite 4: Verkehrssicherheit für Radfahrer

Der Schulterblick rettet Leben

Fehlverhalten im Straßenverkehr kann tragische Folgen haben. Weiss: „Auch wenn sich der Großteil der Fahrradfahrer regelkonform verhält, verhalten sich zu viele noch falsch. Kein Wunder, dass es da zu Unfällen kommt." Ohne Frage, es gibt Radfahrer, die bei Rot über die Ampel fahren, im Dunkeln ohne Licht, mit zu viel Alkohol im Blut oder die als Geisterfahrer auf der falschen Fahrbahnseite unterwegs sind. Zu diesem Fehlverhalten kommen noch typische Fehler von Autofahrern: „Viele fahren zu schnell, blinken nicht oder vergessen den Schulterblick", sagt Udo Weiss, „ein Drittel der Autofahrer biegt ab, ohne den Schulterblick gemacht zu haben - obwohl er für Radfahrer überlebenswichtig ist." Daher sollte sich jeder Verkehrsteilnehmer bewusst machen, „dass wir hier nicht von Bagatellen reden", so Weiss, „sondern von menschlichen Schicksalen."

Bei Rot stehen, die richtige Fahrbahnseite nutzen und im Straßenverkehr nüchtern sein, muss genauso selbstverständlich sein wie angepasste Geschwindigkeiten, der Blickkontakt und der Schulterblick. Mit seinen Kollegen weist der Polizeidirektor bei zahlreichen Kontrollen immer wieder darauf hin. Die Aufklärung sei ein wichtiger Aspekt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Münsteraner Polizei ist deswegen fast täglich in Schulen, auf dem Wochenmarkt und an der Uni unterwegs, um Auto- und Radfahrer zu informieren - oft ist auch die Presse direkt vor Ort mit dabei, denn Weiss und seine Kollegen betreiben eine systematische Pressearbeit: „Es muss auch in der Öffentlichkeit deutlich gemacht werden, dass das Fahrrad ein vollwertiges, gleichberechtigtes Verkehrsmittel ist", sagt er.

deutlich auf Fahrbahn fahren   
Absicht deutlich machen: Wer auf der
Fahrbahn fährt, ordnet sich mittig auf
der Spur ein und hält sichtbar vor den
Autos.

In Münster gibt es beispielsweise Fahrradampeln mit gelbem Licht. So wird auch anerkannt, dass Fahrräder Fahrzeuge mit einem Bremsweg sind. Weiss fordert eine Vereinheitlichung von Verkehrsregeln, denn „Klarheit sorgt für Akzeptanz", und die Anpassung der Verkehrsräume an die Realität. Martin Jobst vom ADFC betont zudem die Wichtigkeit von auf Straßen zusammengelegtem Auto- und Radverkehr: „Auf separaten Radwegen werden Radfahrer viel eher übersehen." Zudem müsse die Infrastruktur an die sich ändernden demografischen Verhältnisse angepasst werden.

Doch neben allen Verkehrsregeln müssen Radfahrer auch eigene Entscheidungen treffen, wie sie unsicheren Verhältnissen im Straßenverkehr begegnen. Sind Radwege zu eng oder falsch geführt, weichen manche Radfahrer lieber auf die Straße aus, während sich andere Radfahrer beispielsweise an unübersichtlichen Kreuzungen wohler fühlen, wenn sie absteigen und schieben. Der eigenen „Wohlfühllösung" nachzugehen, erhöht das Sicherheitsgefühl.

Michael Ruf aus Freiburg hat nichts falsch gemacht und sich an alle Regeln gehalten; trotzdem wurde der 46-Jährige in einen Unfall verwickelt. Er hatte Glück: Mehrere Prellungen und Schürfwunden hat er zwar erlitten, doch „ernsthaft passiert ist mir nichts", sagt Ruf heute. Seine Angst, mit dem Rad unterwegs zu sein, sei heute verblasst, aber eines hat sich Michael Ruf fest vorgenommen: „Innerlich noch defensiver und zurückhaltender fahren."

Text: Anja Brandt, Alexandra Kirsch

Logo BMVBS Die Inhalte dieser Seiten beruhen auf der Vortragsreihe „Sicher Radfahren – Regeln und Tipps". Gefördert durch:

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